Sonntag, 28. Mai, 17.00 Uhr

15. April 2017

Das zweite Trauma – das ungesühnte Massaker von San’t Anna di Stazzema Dokumentarfilm von Jürgen Weber, D 2016 Im nordtoskanischen Bergdorf Sant’Anna di Stazzema wurde den im Sommer 1944 rund 560 Menschen von Einheiten der Waffen-SS teils unvorstellbar grausam umgebracht. 2015 wurde das Verfahren gegen den letzten noch lebenden Kriegsverbrecher dieses Massakers in Deutschland eingestellt. Jürgen Weber zeichnet historische und juristische Sachverhalte nach und lässt Raum für Erinnerungen und Emotionen der Überlebenden. Allesamt damals als Kinder buchstäblich den Leichenbergen entstiegen und verwaist. Auf das erste Trauma folgte das der in Italien verspäteten, in Deutschland verhinderten juristischen Aufarbeitung. Die Opfer wollen keine alten Männer im Gefängnis sehen. Nicht Rache wollten sie, sondern die Anerkennung des Unrechts – auch und gerade von offizieller deutscher Seite. „Das zweite Trauma” – das sind über Jahrzehnte versteckte Ermittlungsakten in Italien. Ein von deutschen Behörden verschlepptes Ermittlungsverfahren. Eine Einstellungsbegründung der Staatsanwaltschaft Stuttgart, welche die Grausamkeit und die niedrigen Beweggründe der Täter als Mordmerkmal nicht erkennen wollte. Ein ganz besonderes Werk. Eines der letzten Zeugnisse von NS-Verbrechen – das Zeugnis der Kinder des Massakers von Sant´Anna. Eine schonungslose Aufklärung über ein lang verdrängtes Kapitel deutsch-italienischer Realität. (resistenza.de) Unsere Gesprächsgäste: Gabriele Heinecke (Ehrenbürgerin von San’t Anna di Stazzema) und Filmautor Jürgen Weber Eine Kooperationsveranstaltung der VVN-BdA mit Mai piú fascismo Kommunalen Kino METROPOLIS Metropolishaus Dammtorstraße / Ecke Kleine Theaterstraße (Eingang Kleine Theaterstraße 10) Das Foyer und der Kinosaal sind mit dem Rollstuhl erreichbar!