Bündnis Ohlsdorfer Friedensfest

Das Bombenopfermahnmal auf dem Ohlsdorfer Friedhof ist der zentrale Platz für Veranstaltungen zum Friedensfest.
© Hamburger Friedhöfe

1943 erlebte die Hamburger Bevölkerung in den Nächten des „Ham­bur­ger Feuersturms“ den Höhepunkt der Bombardierung der Stadt durch die Alliierten – eine unvorstellbare, entsetz­liche Kriegshölle. Die für die Hansestadt und ihre Menschen große Katastrophe war die Folge der nationalsozialis­tischen Herrschaft, was alles andere als ein Fest begründet – darf man daher von einem „Friedensfest“ sprechen? Das Friedensfest versteht sich als Feier der Befreiung vom Nationalsozialismus. Damit stärkt es die heute geltenden demokratischen Wer­te, insbesondere die Anerkennung der Würde des Menschen. Das sind Werte, die das damalige NS-Regime verachtete und permanent missachtete.

Neonazis haben zwischen 2003 und 2009 bei den Gräbern der Bombenopfer diffamierende Kund­gebungen veranstaltet und versucht, die natio­nalsozialistischen Verbrechen zu relativieren. Da­raufhin bildete sich das „Bünd­nis Ohlsdorfer Frie­densfest“, das mit dem Friedens­fest durch Prä­senz und konstruktiven Gegenentwurf diesen Versuchen der Umdeutung der Geschichte ent­ge­gen­tritt. Gleich­zeitig werden im Rahmen des Friedens­festes neue Formen des angemessenen Gedenkens ge­sucht und erprobt, womit es ein Beispiel für aktives Friedenshandeln sein soll.

Das Ohlsdorfer Friedensfest findet jedes Jahr Ende Juli statt. Über mehrere Tage werden Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Rundgänge veranstaltet. Mehr Informationen zum diesjährigen Ohlsdorfer Friedensfest findet ihr hier.