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SUMMARY:Kundgebung zur Erinnerung an den Wehrmacht-Deserteur Justus Friedrichs
DESCRIPTION:Am 23. September 1944 wurde der Hamburger Justus Friedrichs am Monte Grappa in Norditalien wegen sogenannter\n„Fahnenflucht“ erschossen. 82 Jahre später wollen wir mit einer Kundgebung an ihn und seine Zivilcourage erinnern:\nMiEwoch\, 23. September 2026\, 17 Uhr\, Deserteurs-Mahnmal\, Stephansplatz/Dammtor.\nIm Rahmen der „OperaNon Piave“ der deutschen Wehrmacht und SS im September 1944 gegen die italienische\nWiderstandsbewegung am Monte Grappa wurde Justus Friedrichs gefangen genommen. Während dieser Militär-\noperaNon ermordeten deutsche Soldaten und Einheiten der mit ihnen verbündeten Armee Mussolinis rund 170\nItaliener:innen auf besNalische Weise. Von Dorf zu Dorf wurden Menschen gefoltert und öffentlich gehängt. Ihre\nHäuser wurden niedergebrannt\, und über 40 Angehörige verschleppte man in das KZ Dachau. Die meisten überlebten\ndie Ha] nicht. Einer der damals aus Crespano del Grappa Verschleppten\, SebasNano Zilio_o\, wurde in das KZ\nNeuengamme deporNert. Auch er überlebte nicht.\nMit der Kundgebung wollen wir an Justus Friedrichs erinnern\, zugleich aber auch an die italienischen Opfer der\nMassaker von Wehrmacht\, SS und der Armee Mussolinis. Die Namen der NS-Opfer am Monte Grappa sind bekannt; in\nden Gemeinden wird bis heute an sie erinnert. In den Dörfern und Städten wurden Gedenksteine und Denkmäler für\nsie errichtet.\nDer Name des Hamburgers Justus Friedrichs aus der Sentastraße 48 in Barmbek wird nach 82 Jahren erstmals\nöffentlich in Hamburg als Name eines NS-Opfers genannt. Auch seine Haltung rückt erst jetzt in den Blick: Er war\nDeserteur. Bis heute werden Deserteure im allgemeinen Sprachgebrauch nicht selten als „Verräter“ oder „Feiglinge“\ndiffamiert. Erst durch den jahrzehntelangen Einsatz betroffener Deserteure erkannte der Deutsche Bundestag 2002\nund 2009 die Urteile der NS-MilitärjusNz als das an\, was sie tatsächlich waren: Akte des Terrors\, die keinerlei\nrechtsstaatlichen Prinzipien folgten.\nEin wesentlicher Beweggrund für die sogenannte Fahnenflucht war häufig die Erkenntnis vom verbrecherischen\nCharakter des Krieges. Während Einheiten der Wehrmacht und SS – auch in Italien – systemaNsch Massaker an der\nZivilbevölkerung verübten\, entschieden sich Deserteure\, diesem System die Gefolgscha] zu verweigern.\nAuch wenn dies heute kaum noch im öffentlichen Bewusstsein ist: Hamburg war ein bedeutender Standort der NS-\nMilitärjusNz mit mindestens 13 akNven Kriegsgerichten. Die mehr als 220 namentlich bekannten Opfer der NS-\nMilitärjusNz in Hamburg mahnen uns\, die Mechanismen der „geisNgen Mobilmachung“ und der brutalen Verfolgung\nvon Menschen zu verstehen\, die sich dem Krieg verweigerten.\nDie Erinnerung an Deserteuren fördert ein verantwortungsvolles Geschichtsverständnis. Sie hinterfragt den Gehorsam\ngegenüber Unrechtsbefehlen und würdigt den Mut Einzelner\, Befehle zu verweigern\, die sie mit ihrem Gewissen nicht\nvereinbaren konnten. Seit 1949 schützt ArNkel 4 des Grundgesetzes das Recht\, nicht zur Waffe greifen zu müssen. Das\nDeserteurs-Mahnmal am Dammtor ist deshalb nicht nur ein Ort des Gedenkens\, sondern auch ein Lernort für\nZivilcourage\, Menschenwürde und DemokraNe.\nDass erst 82 Jahre nach seiner Erschießung öffentlich an Justus Friedrichs erinnert wird\, macht deutlich\, wie lange sein\nSchicksal und seine Entscheidung verdrängt wurden. Seine Tat wurde über Jahrzehnte gesellscha]lich nicht anerkannt.\nDie geplante Erinnerung rehabiliNert Menschen wie Justus Friedrichs und würdigt ihren Mut\, sich einem\nverbrecherischen Regime zu verweigern. \n\nEs laden ein: Projektgruppe italienische Militärinternierte Hamburg\, ANPI Hamburg\, Demokra@sche Partei (PD)\, Kreis\nBassano del Grappa (VI) – Italien\, Brigate Garibaldi FC St. Pauli\, VVN/BdA Hamburg\, Auschwitz-Komitee\, DFG/VK\nHamburg\, AK Distomo\, Hamburger Bündnis gegen Rechts\, Freundeskreis Neuengamme\, Netzwerk Erinnerungsarbeit\n(Netz E )\, Tanja Chawla (DGB-Vorsitzende Hamburg)\, Stefan Romey (Hamburger S@Uung Hilfe für NS-Verfolgte)\,\nWolfgang Kopitzsch (Arbeits-gemeinschaU ehemals verfolgter Sozialdemokraten)\, Arbeitskreis gegen\nRechtsextremismus der SPD Hamburg\, Jenny Jasberg (Abgeordnete Hamburgische BürgerschaU\, Grüne)\, Canzu\nÖzdemir\, Bundestagsabgeordnete (Die Linke)\, VOLT Hamburg\, Detlef Garbe\, Oliver von Wrochem (Vorstand S@Uung\nHamburger Gedenkstä]en und Lernorte)
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