Bund der Antifaschistinnen und AntifaschistenLandesvereinigung Hamburg
Freitag, 4. September 2026, 18 Uhr
Hamburger Rathaus
Am 4. September 2026 jährt sich zum 80. Mal ein bewegender Moment der Hamburger Nachkriegsgeschichte: 1946 wurden die Urnen von 26 ermordeten Hamburger Widerstandskämpfer im Rathaus aufgebahrt, bevor sie wenige Tage später auf dem Ehrenhain in Ohlsdorf beigesetzt wurden.
Aus diesem Anlass laden die Landesvereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschist (VVN-BdA) und die Arbeitsgemeinschaft ehemals verfolgter Sozialdemokrat (AvS) gemeinsam mit Abgeordneten von LINKE, SPD und Grünen zu einer interfraktionellen Gedenkveranstaltung ins Hamburger Rathaus ein.
Der Blick zurück auf den September 1946 zeigt, wie tief die Erfahrungen von Verfolgung, Widerstand und millionenfachem Mord die Überlebenden geprägt hatten. Die Antifaschist, die sich nach dem 30. Januar 1933 unter den Bedingungen der Illegalität, in Zuchthäusern und Konzentrationslagern zusammengefunden hatten, verstanden das Gedenken an die Ermordeten als Auftrag: Die Erinnerung an die Toten sollte mit dem entschlossenen Eintreten dafür verbunden werden, dass Faschismus und Menschenfeindlichkeit nie wieder politischen Einfluss gewinnen.
Im September 1946 wurde dieser Auftrag sichtbar. Auf Initiative des Komitees ehemaliger politischer Gefangener beschloss der Senat, die Urnen der Hamburger Widerstandskämpfer neben den Gräbern der Revolutionsgefallenen von 1918 bis 1920 beizusetzen und dort ein Ehrenmal zu errichten. Unter der Schirmherrschaft von Senat und Bürgerschaft fand eine ganze Gedenkwoche statt.
Am 4. September 1946 begleiteten mehr als 1.000 Menschen die Urnen vom Haus des Komitees in der Maria-Louisen-Straße zum Rathaus. Angeführt wurde der Zug von den Vorsitzenden von SPD und KPD, Karl Meitmann und Fiete Dettmann. Im Rathaus wurden die Urnen drei Tage lang aufgebahrt. Am 8. September folgten mehrere tausend Menschen der Beisetzung auf dem Ehrenhain an der Bergstraße in Ohlsdorf. Vertreter verschiedener demokratischer Parteien und der Verfolgtenverbände erinnerten dort an die Ermordeten.
In seiner damaligen Rede formulierte der Hamburger Sozialdemokrat Walter Schmedemann den Auftrag des Gedenkens mit eindringlichen Worten:
„Ihr seid es, die uns täglich zurufen: Seid wachsam, dass über Deutschland nie wieder die Nacht hereinbricht.“
80 Jahre später ist dieser Appell von ungebrochener Aktualität. Das Gedenken an die Hamburger Widerstandskämpfer bedeutet für uns deshalb mehr als die Erinnerung an ein vergangenes Kapitel der Geschichte. Es erinnert uns daran, welchen Preis Demokratie und Freiheit kosten können – und dass beides immer wieder verteidigt werden muss.
Wir wollen gemeinsam erinnern, würdigen und darüber sprechen, was der Widerstand gegen den Nationalsozialismus uns heute aufträgt.
Freitag, 4. September 2026, 18 Uhr
Hamburger Rathaus
Eine gemeinsame Veranstaltung von VVN-BdA und AvS mit Abgeordneten von LINKE, SPD und Grünen.
Eine offizielle Einladung mit weiteren Informationen und der Möglichkeit zur Anmeldung folgt Mitte August.