Initiative Gedenkort Stadthaus: Der Protest geht weiter!!!!! Nächster Termin: Fr., 21.08.2020, 17-18 Uhr

21. Juli 2020

save the date

GERADE JETZT: Erinnern für Gegenwart und Zukunft 

Presseerklärung der Initiative Gedenkort Stadthaus zum Koalitionsvertrag zwischen SPD und Grünen

18. Juni 2020

Erinnerungspolitische Bagatellisierung wird zum Programm

Die spärlichen Aussagen des neuen Koalitionsvertrags zur Erinnerungskultur in Hamburg dokumentieren den fortgesetzten Unwillen, sich mit der NS-Geschichte dort zu konfrontieren, wo sich das Zentrum des Nazi-Terrors in Hamburg befand: im und am Stadthaus. Weiterhin soll es dabei bleiben, dass eine privat betriebene Buchhandlung mit Café und einer kleinen, kompakten Info-Ecke von 50 qm als Geschichtsort fungiert, kaum sichtbar und eingequetscht zwischen großen Luxus-Geschäften. So bleiben „die dunklen Seiten unserer Stadtgeschichte“, wie sie von der Koalition genannt werden, auch weiterhin im Dunkeln. Und Schulklassen, die sich mit der Bedeutung der Nazi-Terror-Zentrale auseinandersetzen wollen, haben keine Chance auf dieser kleinen Fläche. Der nach wie vor wichtige Bildungsauftrag wird hier ad absurdum geführt.

 

Wie Hohn klingt die Behauptung, dass „Impulse von zivilgesellschaftlichen Gruppen einbezogen werden“ sollen angesichts der Tatsache, dass sich fast alle in der Erinnerungskultur aktiven Gruppen klar ablehnend gegenüber dem Konzept einer Lesesaal-Geschichtsecke geäußert haben und in dieser Kritik von zahlreichen Wissenschaftler*innen unterstützt werden. Deren Forderung, die Wagenhalle oder eine ähnliche große Fläche im Stadthauskomplex durch die Stadt anzumieten, wird einfach ignoriert.

 

Zahlreiche Berichte von Akteuren des Widerstands, die im Stadthaus unter Folter verhört wurden und miterleben mussten, dass dort auch Kameraden ermordet wurden, sowie deren Angehörige bezeugen, dass sich hier im Zentrum Hamburgs auch die Zentrale ihrer Verfolgung befand. Darum kann auch nur hier am historischen Ort die zentrale Gedenkstätte des Widerstands eingerichtet werden, wie es von den Verfolgtenverbänden VVN (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes– Hamburg) und AvS (Arbeitskreis ehemals verfolgter und inhaftierter Sozialdemokraten) gefordert wird. Es zeugt von großer Respektlosigkeit, wenn die Koalition die Dokumentation und Würdigung des Hamburger Widerstands jetzt in die JVA Fuhlsbüttel nach Ohlsdorf verschieben will, an den Ort, wo diejenigen, die Widerstand leisteten, zu Opfern wurden, der aber weit entfernt von dem Zentrum von Terror und Unterdrückung (nicht nur in Hamburg, sondern in Norddeutschland) in der inneren Stadt liegt.

Diese Missachtung des Widerstands und das Verstecken der historischen Erinnerung an die zentrale Rolle des Stadthauses als Zentrum von Terror und Unterdrückung in einer privaten Buchhandlung mit angeschlossenem Café wird der Bedeutung der Erinnerung in Zeiten, in denen faschistische Ideologie erneut gesellschaftliche Akzeptanz gewinnt und die historischen Verbrechen immer wieder bagatellisiert werden, in keiner Weise gerecht.  Statt dem entgegenzutreten, gibt die Koalition von SPD und Grünen an diesem zentralen Ort der kommerziellen Nutzung, dem luxuriösen Schein und großen Investoren den Vorzug.

 

Im grünen Wahlprogramm stand noch, dass die Grünen für den Fall ihrer Regierungsbeteiligung „Flächen für einen tatsächlich geeigneten Lernort schaffen“ wollen. Und auch die SPD war der Meinung, dass die wichtigste Aufgabe des Gedenkortes, nämlich auch Lernort zu sein, bisher nicht erfüllt ist. Außerdem braucht die neu geschaffene Stelle (Historikerin, bzw. Historiker) auch den ausreichenden Raum für entsprechende Aktivitäten. Ist das alles schon vergessen?

 

Auch die von Hamburg aus besonders geforderte und geförderte deutsche Kolonialpolitik war eng mit Ideologie und Propaganda von Rassismus und völkischem Nationalismus verbunden und schuf damit eine der Voraussetzungen für den Aufstieg der NSDAP. Der Koalition ist das nur eine allgemeine Bemerkung wert, es findet sich kein Wort zur anhaltenden Hamburger Kolonialverklärung in Straßennamen und Denkmälern. Da wundert es dann auch nicht, dass die Koalitionäre die enge Verbindung der Kolonialpolitik vor dem Ersten Weltkrieg, mit den Plänen und der teilweisen Umsetzung durch die Nazis in den besetzten Gebieten nach 1939, z.B. dem „Generalplan Ost“ (unter aktiver Beteiligung Hamburger Polizeieinheiten), erkennbar nicht im Blick haben.  

 

Das Desinteresse der Koalition an einer angemessenen Erinnerungspolitik wird auch in der folgenlosen Behauptung, dass „der 8. Mai … als Tag der Befreiung und als Mahnung an die Gesellschaft, im Kampf gegen rechte Gewalt nicht nachzulassen, (für uns) eine große Bedeutung“ habe, deutlich. Die inzwischen breit unterstützte Forderung der VVN und Esther Bejaranos, den 8. Mai zum staatlichen Feiertag zu machen, wird schlichtweg ignoriert.

 

Es ist anstrengend, bleibt aber notwendig: Wie schon in den vergangenen Jahrzehnten muss das Erinnern an die NS-Vergangenheit Hamburgs und des Hamburger Widerstandes gegen Senat und Bürgerschaftsmehrheit erkämpft werden. Und solange diese einen Ort der Erinnerung an Terror und an Widerstand im Stadtzentrum verweigern, werden wir unsere Forderungen aufrechterhalten,

vor Ort aktiv bleiben und in aller Öffentlichkeit an die Verbrechen des NS-Regimes im Stadthaus erinnern.

 

Kontakt:

Cornelia Kerth (VVN-BdA)

Wolfgang Kopitzsch (AvS)

 

Hamburg, 18.06.2020

Unbedingt anschauen: Hamburger SchülerInnen für den Erhalt der Gemeinnützigkeit der VVN-BdA

4. Juni 2020

Hamburger Schülerinnen und Schüler haben dieses tolle Video produziert

Das müsst ihr gesehen haben!!!!!!

VVN-BdA in Zeiten der Corona-Einschränkungen

7. April 2020

Unser Büro ist weiterhin nur sporadisch besetzt,  die Mitglieder des Geschäftsführenden Landsvorstandes, Christiane, Georg, Ilse und Traute arbeiten von zu Hause aus. Aber Ihr könnt uns eine E-Mail schicken – vvn-bda.hh@t-online.de – , denn der Anrufbeantworter wird nur einmal pro Woche abgehört und beantwortet. Wir freuen uns darauf, euch möglichst bald wieder zu sehen.

Die VVN-BdA muss gemeinnützig bleiben!

28. Januar 2020

Die Berliner Finanzbehörden haben der Vereinigung der Nazi-Verfolgten den Status der Gemeinnützigkeit aberkannt. Wir fordern, der VVN-BdA diesen Status wieder anzuerkennen.

Die Erinnerung an die Verbrecher und Opfer des Nationalsozialismus ist gerade in der heutigen Zeit wichtig für die Gesellschaft, da dadurch ein weiteres Erstarken des Faschismus gestoppt werden kann.

Nur eine von 17 Verfassungsschutzbehörden in Deutschland stuft die VVN-BdA als „linksextremistisch beeinflusst“ ein. Der bayerische Verfassungsschutz tut dies seit Jahren in seinen Berichten fast nach dem Copy-und-Paste-Verfahren.

Quelle: www.tagesschau.de/inland/verfolgte-naziregime-gemeinnuetzigkeit-101.html

Des Weiteren hat das Finanzamt Oberhausen aufgrund derselben Sachlage und Eingabe der VVN-BdA  NRW die Gemeinnützigkeit zuerkannt. Von daher ist die Entscheidung des Berliner Finanzamts nicht nachvollziehbar.

Wer seine Solidarität auch mit Taten ausdrücken will, kann hier die Petition unterzeichen:

https://www.openpetition.de/petition/online/die-vvn-bda-muss-gemeinnuetzig-bleiben#petition-main

oder auch Mitglied der VVN-BdA werden:

vvn-bda.de/mitglied-werden/

Pressemitteilung:

Droht die Zerschlagung der VVN-BdA Bundesvereinigung durch die Finanzämter? 

Am 6. Januar 2020 wurde der thüringischen Landesvereinigung (TVdN-BdA e.V.) der VVN-BdA vom Finanzamt Erfurt die Gemeinnützigkeit erneut bescheinigt. Allerdings macht das Erfurter Finanzamt zur Auflage, dass der Thüringer Landesverband an die Bundesvereinigung keine Mittel mehr abführen darf. Damit sind die der Bundesvereinigung zustehenden Anteile am Beitragsaufkommen gemeint. Darüber hinaus fordert das Finanzamt Erfurt nun „aus gemeinnützlichkeitsrechtlicher Sicht“, dass der Thüringer Verband „bei der nächsten Mitgliederversammlung“seine Satzung zu ändern habe – was offenbar bedeutet, dass der Mittelfluss sogar satzungsmäßig unterbunden werden soll. Sollte der Thüringer Verband dieser Auflage nicht folgen, wird ihm mit Aberkennung der Gemeinnützigkeit gedroht, denn – so die Begründung – gemeinnützige Vereinedürfen nur an andere „steuerbegünstigte Körperschaften“ Mittel weitergeben. Hintergrund ist, dass der Bundesvereinigung am 4.11.2019 vom Berliner Finanzamt für Körperschaften 1 die Gemeinnützigkeit entzogen worden ist, wogegen diese Widerspruch  eingelegt hat. Am 16. Januar forderte das Finanzamt Saarbrücken die Landesvereinigung im Saarland auf, binnen drei Wochen zu erklären, wie sie künftig mit der Mittelweitergabe an die nunmehr  nicht mehr gemeinnützige Bundesvereinigung verfahre. Sollte die Aberkennung der Gemeinnützigkeit Rechtskraft erlangen ist also mit ähnlichen Auflagen wie in Thüringen in anderen Bundesländern zu rechnen. Dies würde den Verlust der Haupteinnahmen der Bundesvereinigung und damit das Aus für den Verband bedeuten. Unser Landesverband Thüringen wird gegen diese Auflage Einspruch einlegen und beantragen, die Angelegenheit bis zur Entscheidung über den Einspruch der Bundesvereinigung gegen den Berliner Bescheid ruhen zu lassen. Der Anwalt wird auch zur Anfrage im Saarland entsprechend Stellung nehmen.

Es bleibt dabei: Antifaschismus muss gemeinnützig bleiben! 

Cornelia Kerth, Dr. Axel Holz, Bundesvorsitzende 

Elke Pudszuhn Vorsitzende TVdN-BdA  

22.01.20

Pressekontakt: Bundesgeschäftsführer Thomas Willms, 0176-22638719–

Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes -Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten(VVN-BdA) e.v., Bundesvereinigung

Magdalenenstr. 19, 10365 Berlin

Tel.: +49 (0)30 5557 9083 2Fax: +49 (0) 5557 9083 9

Spendenkonto  IBAN: DE94 1005 0000 0190 0372 70   BIC: BELADEBEXXX

Initiative Gedenkort Stadthaus: Der Protest geht weiter!!!!!

24. Januar 2020

Der nächste Termin: Bis auf Weiteres jeden Freitag von 17-18 Uhr

Mahnwache findet wieder statt!!

 

Rede der Vertreterin der Universität Hamburg, Frau Dr. Claudine Hartau auf der Kundgebung zum 81. Jahrestag der Pogromnacht am 10. November 2019 auf dem Josef-Carlebach-Platz

19. November 2019

Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Die Universität Hamburg ist in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass haben wir gerne Formulierungen benutzt wie: „Seit 100 Jahren ist die Universität …“, um dann häufig genug innezuhalten und zu denken: Nein, sie ist nicht 100 Jahre lang ein Ort kritischer Reflexion gewesen, ein Ort der Bildung und Vielfalt.

„Frei soll die Lehre sein und frei das Lernen“ – mit diesen Worten hatte der Sozialdemokrat Emil Krause im März 1919 den Beschluss der ersten demokratisch gewählten Bürgerschaft zur Gründung einer Universität euphorisch zusammengefasst – im November 1938 war die Hamburger Universität bereits sehr weit davon entfernt.

Schon am 1. Mai 1933 bekannte sie sich in einem Festakt zur „Nationalen Revolution“. Jüdische Wissenschaftler wurden aus dem Dienst entlassen, aufgrund des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“, das im April erlassenen worden war. Bereitwillig und widerstandslos nahm die Universität die Vertreibung vieler ihrer besten Persönlichkeiten hin. Schon Ende des Jahres war auch eine neue Hochschulreform abgeschlossen; die auf Selbstverwaltung basierende Universitätsverfassung wurde zugunsten des „Führerprinzips“ abgeschafft und der Rektor Adolf Rein präsentierte die in „Hansische“ umbenannte Universität stolz als „erste nationalsozialistische Hochschule in Deutschland“.

Antisemitismus an der Universität begann jedoch schon sehr viel früher. Der Psychologe William Stern musste sich schon im Gründungsjahr gegen ein studentisches Flugblatt zur Wehr setzen, das zum Boykott von Vorlesungen jüdischer Professoren aufrief.
Der Geograph Siegfried Passarge hetzte in den 20er Jahren offen gegen Juden und Marxisten. Seine antisemitischen Einstellungen verbreitete er ungehindert auch in seinen Vorlesungen – alles unter dem Deckmantel der Wissenschaftlichkeit. Im Jahre 1957 – ja, tatsächlich: 1957 – verlieh die Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät dieser Universität ihm die Ehrendoktorwürde.

Aber es waren vor allem jüdische Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gewesen, die der jungen Universität zu einer Blüte und internationalem Ansehen verholfen hatten: der
Philosoph Ernst Cassirer etwa – der 1929 sogar Rektor der Universität wurde; der bereits erwähnte Psychologe William Stern, Erfinder des Intelligenzquotienten; Erwin Panofsky, einer der wegweisenden Kunstwissenschaftler des 20. Jahrhunderts; die Philologin Agathe Lasch, die erste Frau auf einem Hamburger Lehrstuhl; der Jurist und Friedensforscher Albrecht Mendelssohn Bartholdy, dessen Institut für Auswärtige Politik eines der ersten Friedensforschungsinstitute der Welt war; der Physiker Otto Stern, späterer Nobelpreisträger – alles Namen, mit denen wir uns heute gerne schmücken. Kein Widerstand regte sich gegen ihre Vertreibung.
Sicher gab es auch Beispiele persönlichen Mutes und risikobereiten Widerspruchs.
Tragisch der Fall von Martha Muchow, Mitarbeiterin William Sterns, die, obwohl sie selbst nicht bedroht war, aus Erschütterung über die Ereignisse im September 1933 Selbstmord beging. Magdalene Schoch, die 1932 die erste Frau war, die an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät habilitierte und im selben Jahr die Leitung der Rechtsabteilung des Mendelssohn-Instituts wie auch der Amerika-Bibliothek übernahm, war die einzige, die 1936 zur Beerdigung Mendelssohns nach England fuhr, trotz der Drohung, sie riskiere mit dieser Reise ihre Stellung. Als Reaktion auf die zunehmende Nazifizierung kündigte Schoch im folgenden Jahr selbst und emigrierte in die USA. Rainer Nicolaysen hat es neulich sehr gut formuliert: Ihre Entscheidung war nicht freiwillig, aber autonom.

Zu den wenigen Regimegegnern im Hamburger Lehrkörper gehörten der Anglist Emil Wolff, der später der erste Nachkriegsrektor wurde, der Altphilologie Bruno Snell, der Mediziner Rudolf Degkwitz und der Pädagoge Wilhelm Flitner, die offen oder mehr oder weniger unmissverständlich ihre Regimekritik zum Ausdruck brachten. Der einzige überindividuelle Widerstand an der Hamburger Universität aber kam von Studierenden der „Hamburger Weißen Rose“, von denen vier dafür ihr Leben einbüßten: Hans Leipelt, Reinhold Meyer, Margaretha Rothe und Friedrich Geussenhainer. An sie erinnert seit 1971 eine Gedenktafel im Audimax.

Insgesamt wurden mehr als 90 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, knapp 20 Prozent des Lehrkörpers, entlassen. Fast alle der als „nichtarisch“ von der Universität Vertriebenen flohen in ein schwieriges Exil in die USA, nach England oder andere Länder. Der Professorin für Niederdeutsche Philologie Agathe Lasch gelang die Flucht nicht mehr. Sie wurde 1942 nach Riga deportiert und dort bereits im August ermordet.  Sechs Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen (Ernst Delbanco, Hedwig Klein, Agathe Lasch, Gerhard Lassar, Martha Muchow und Kurt Perels) und die vier Studierenden der „Hamburger Weißen Rose“ verloren durch das Naziregime ihr Leben: ermordet im KZ, durch die Folgen einer unmenschlichen Haft oder durch Freitod. Im April 2010 wurden für sie 10 Stolpersteine vor dem Hauptgebäude der Universität verlegt.

Für uns heute schwer nachvollziehbar waren es gerade die Studenten – und ich bleibe hier mal bewusst in der männlichen Form -, die eine führende Rolle bei der Gleichschaltung übernahmen. Schon 1930/31 erreichte der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund (NSDStB) bei den AStA-Wahlen an fast allen Universitäten die Führung, auch in Hamburg, das als „Hochburg der linksgerichteten Studentengruppen“ galt. Im April 1933 wurden alle kommunistischen, sozialdemokratischen und pazifistischen Studentenverbände verboten, drei Monate später auch die jüdischen. Eine Schlüsselrolle nahm Wolff Heinrichsdorff ein, der zum „Führer der Hamburger Studentenschaft“ wurde. Unter ihm beteiligte sich der NS-Studentenbund aktiv an der Vertreibung „unliebsamer“ Hochschullehrer, attackierte Professoren als „Reaktionäre“ und „Liberale“ (man sieht, wie relativ solche Etiketten sind …) und mischte sich erfolgreich in die Hochschulpolitik ein. Schon im April 1933 übermittelte er dem Senat eine Liste von sechs jüdischen Professoren, deren Entlassung den NaziStudenten besonders dringlich erschien (Eduard Heimann, Theodor Plaut, Richard Salomon, William Stern, Erwin Panofsky und Walter A. Berendsohn) – und fand bei der Behördenspitze ein offenes Ohr.
Heinrichsdorff stieg übrigens später zum persönlichen Assistenten von Goebbels auf, leitete das „Institut zum Studium der Judenfrage“ und wurde im August 1945 durch ein Sowjetisches Militärtribunal zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Der Ausschluss vom Studium drohte zunächst vor allem aus politischen Gründen – bis Anfang 1934 wurden mindestens 549 Studierende wegen „kommunistischer“ oder anderer Betätigung von der Universität verwiesen. Die Vertreibung der jüdischen Studenten verlief dagegen schrittweise. Mit dem „Gesetz gegen die Überfüllung der deutschen Hochschulen und Schulen“ vom 25.4.1933 wurde zunächst die Immatrikulation jüdischer Studienanfänger verhindert. Die bereits Eingeschriebenen konnten theoretisch weiterstudieren, doch wurde sie durch eine Flut von stetig schärfer werdenden Erlassen und Gesetzen, aber auch durch das antisemitische Klima in der Studentenschaft immer stärker eingeschränkt. Die Hamburgerin Ingrid Warburg-Spinelli berichtet in ihren Erinnerungen, wie ein Kommilitone zu ihr kam und ihr sagte, sie möge es ihm nicht übelnehmen, dass er sie nicht mehr grüßen werde, aber er liefe sonst Gefahr, sein Stipendium zu verlieren. Als sie in der Bibliothek von einer Leiter fiel und sich den Arm brach, war keiner der Umstehenden bereit, ihr zu helfen.

Drei Tage nach der Pogromnacht, am 12. November 1938, teilte ein maschinenschriftlicher Anschlag des Rektors mit: „Inländischen jüdischen Studierenden ist bis auf weiteres die Teilnahme an Vorlesungen und Übungen sowie das Betreten des Universitätsgebäudes, der Kliniken, Institute und Seminare verboten“. In Hamburg waren davon noch 9 Studenten betroffen.

Nach dem Zusammenbruch von 1945 wurde die Universität nach einem halben Jahr zum WS 1945 wiedereröffnet, unter dem heutigen Namen „Universität Hamburg“. Zwar wurde noch im Mai 45 ein Entnazifizierungsverfahren in Gang gesetzt (anfänglich sogar in Eigenregie durch die Universität), doch von den 125 als belastet relegierten Hochschullehrern wurden in den kommenden Jahren 94 wiedereingestellt. Eine Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Zeit fand nicht statt. In der Festschrift zum 50jährigen Bestehen der Universität 1969 findet dieser Teil der Geschichte kaum Erwähnung oder nur in Wendungen wie „besonders schwere Jahre der Fakultät“ oder „die menschlich schwersten Jahre in der bisherigen Geschichte der Fakultät“; bei der Auflistung der Professuren steht bei den von der Universität Vertriebenen lediglich die Bemerkung „Ruhestand“ oder „entlassen“.
Von den Emigranten kehrten nur sehr wenige zurück, und wenn, wurden sie meist nicht mit offenen Armen wieder aufgenommen. So etwa im Fall von Siegfried Landshut, der 1951 schließlich doch den ersten Hamburger politikwissenschaftlichen Lehrstuhl erhielt – aber gegen die Mehrheit der Fakultät.
Man wollte verdrängen, und die Remigranten waren dabei Störfaktoren.

In den 1970er Jahren waren es zunächst einzelne Anlässe, die der damalige Präsident Peter Fischer-Appelt aufgriff, um an die Geschichte im Nationalsozialismus zu erinnern. Eine systematische Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit begann 1983 zum 50. Jahrestag der Machtergreifung. Das wichtigste Ergebnis daraus ist das dreibändigen Werk Hochschulalltag im ›Dritten Reich‹. Die Hamburger Universität 1933–1945, das 1991 erschien und an dem fast alle Fächer und Disziplinen waren beteiligt waren. So, wie die Hamburger Universität die erste gleichgeschaltete gewesen war, war sie nun zumindest die erste deutsche Hochschule, die sich diesem Teil ihrer Geschichte stellte.

Dem Wachhalten der Erinnerung dient auch die Benennung von Hörsälen im Hauptgebäude der Universität nach vertriebenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern – nach Ernst Cassirer, Agathe Lasch, Erwin Panofsky, Emil Artin, Magdalene Schoch, Mendelssohn Bartholdy und Eduard Heimann.1) Die Bibliothek der Erziehungswissenschaft heißt 2007 nach Martha Muchow. Und ganz aktuell wird auch im zum Jubiläum neu eröffneten Universitätsmuseum im Hauptgebäude an die jüdischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und die Zeit des Nationalsozialismus erinnert.

Diese Elemente der Erinnerungskultur sind nur kleine, wenn auch wichtige Schritte, das kollektive Gedächtnis wachzuhalten – aber damit kann es nicht getan sein. Erinnern muss Impulse zum Nachdenken, zum Dialog, zum Miteinander Reden geben. Erinnern muss eine Brücke zur Gegenwart schlagen.
Jeder Blick in die Zeitung zeigt uns, wie weit entfernt wir ganz aktuell sind von einer Welt des friedlichen Miteinanders, des Verständnisses, der Verständigung über die Grenzen verschiedener Kulturen und verschiedener Religionen hinweg. Aber Gewalt und Krieg sind keine Naturgewalt, die unversehens über uns hereinbricht, Gewalt und Krieg haben Ursachen, gesellschaftliche Ursachen, und deshalb ist gerade die Universität gefordert, sich damit auseinanderzusetzen.

Der Universität, als ein Ort kritischer Reflexion, trägt eine besondere Verantwortung für Wissenschaft, Gesellschaft, Frieden und Humanität. Sie will, so hat sich unsere Universität in ihrem Leitbild 1998 als Aufgabe gesetzt, „zur Entwicklung einer humanen, demokratischen und gerechten Gesellschaft beitragen“.

Die studentischen Mitglieder des Akademischen Senats hatten für die letzte Sitzung einen Aufruf zum 9. November eingebracht, die Sitzung wurde aufgrund der aktuellen Ereignisse um Herrn Lucke aber leider abgesagt. Ich möchte deshalb trotzdem mit dem letzten Absatz aus diesem Aufruf schließen:

„Wir sehen uns mit neuer Entschlossenheit herausgefordert, für eine Gesellschaft einzutreten, in der jeder Mensch sich in solidarischer Gemeinschaft frei entfalten kann. Solidarität und Freiheit erfordern ein wachsendes Maß sozialer Gerechtigkeit. Sie erfordern unsere gemeinsame Sorge für Frieden und den Erhalt unserer Lebensgrundlagen. Das sind globale Herausforderungen, die uns alle betreffen und denen unsere Arbeit, unser Lernen, unsere Kreativität und unser Engagement gelten. Wir streben nach einer Welt ohne Gewalt, denn die Menschenwürde ist unteilbar.“

1 Die Hörsaalbenennungen wurden 1999 zum 80. Jahrestag der Gründung dieser Universität begonnen und 2011 zum 100. Jahrestag der Errichtung des Hauptgebäudes abgeschlossen.

Initiative Gedenkort Stadthaus: Der Protest geht weiter!

30. Juni 2019

Mahnwache: jeden Freitag von 17.00 – 18.00 Uhr Stadthausbrücke / Ecke Neuer Wall

GERADE JETZT: Erinnern für Gegenwart und Zukunft 

WIR FORDERN:

 

  • Lern-, Dokumentations- und Gedenkort, der diese
    Geschichte des Stadthauses, die zur Geschichte Hamburgs
    gehört, ins öffentliche Bewusstsein bringt
  • Einen Raum für die Darstellung des antifaschistischen
    Widerstandes und die Würdigung der Widerstandskämpferinnen
    und Widerstandskämpfer
  • Für diesen Lernort Stadthaus eine Fläche, in der zumindest
    die schon vorhandenen Ausstellungen und Inhalte
    angemessen präsentiert werden können
  • Als einen Schritt dazu die Durchsetzung des zwischen
    der Stadt und dem Investor Quantum geschlossenen
    Vertrages über 750 Quadratmeter

 

 

Unterstützerinnen und Unterstützer:

Amicale Internationale de Neuengamme; Arbeitsgemeinschaft Neuengamme e.V.; Arbeitskreis ehemals verfolgter und inhaftierter Sozialdemokraten (AvS); Auschwitz- Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e.V. ; Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler e.V.; City-Hof e.V. – Für gelebte und bebaute Kultur; Denkmalverein Hamburg; Förderkreis Gedenkstätte und Lernort Stadthaus; Freundeskreis KZ-Gedenkstätte Neuengamme e.V.; Gängeviertel; Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.; Geschichtswerkstatt St. Georg; Hamburger Bündnis gegen Rechts; Initiative Gedenktafel Stadthaus 1981; Landesjugendring Hamburg e.V.; Lelka & Mania; Netzwerk Recht auf Stadt Hamburg; Stolperstein-Initiative Hamburg; Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der AntifaschistInnen; ver.di: AK Antirassismus, FG Sozial-, Kinderund Jugendhilfe, OV Hamburg des FB Medien, Kunst, Industrie; Verlag Assoziation A; Willi-Bredel-Gesellschaft Geschichtswerkstatt e.V.; Dr. Sigrid Curth, Geschichtswerkstatt Wandsbek; Dr. Stephan Linck, Evangelische Akademie der Nordkirche; Hein Pfohlmann, 1. Vorsitzender des Kuratoriums der Gedenkstätte Ernst Thälmann Hamburg; Ibrahim Arslan; Detlef Baade; Prof. Dr. Ulrich Bauche; Rolf Becker; Esther Bejarano; Christine Ebeling; Bernhard Esser; Norbert Hackbusch; Hannes Heer; Ulrich Hentschel, Pastor i.R.; Barbara Hüsing; Michael Joho; Siri Keil; Bernhard Nette; Peggy Parnass; Bernhard Stietz- Leipnitz; Sönke Wandschneider, Pastor; Sylvia Wempner

 

V.i.S.d.P.: I. Jacob | Hein-Hoyer-Str. 41 | 20359 Hamburg

 

Rede von Carola Kieras auf dem Ostermarsch 2019 am 22.04.2019

23. April 2019

Liebe Friedensfreunde und Friedensfreudinnen,

In der VVN organisierten sich nach der Befreiung die Überlebenden der faschistischen Haftstätten und Konzentrationslager und die Frauen und Männer aus dem antifaschistischen Widerstand.

Die aus dem KZ Buchenwald nach Hause zurückkehrenden Häftlinge brachten das Vermächtnis des Schwurs von Buchenwald mit, deren zentrale Aussage lautet: „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel!“

Der Schwur von Buchenwald ist nach wie vor die Richtschnur unseres Handels. Hier werden die beiden zentralen Felder unseres Engagement genannt: Antifaschismus und Frieden. Beides gehört für uns untrennbar zusammen.

Wir fühlen uns nicht nur der Friedenbewegung verbunden, wir sind ein aktiver Teil davon. Schon bei dem ersten Ostermarsch von Hamburg nach

Bergen-Hohne waren Mitgliedern der VVN in der Planung und natürlich etliche auf dem Marsch selber dabei.

Viele Kammeraden und Kameradinnen arbeiten aktiv sowohl in verschiedenen lokalen Friedensgruppen als auch in größeren Zusammenschlüssen wie den Bundeszuschuss Friedensratschlag oder der Koordination für den Frieden mit.

Wir wollen die gefährliche Politik der Kriegsvorbereitungen stoppen.

Wir wollen dazu beitragen die Friedenbewegung zu stärken, um die weiter Militarisierung der deutschen, der europäischen und der internationalen Politik aufzuhalten.

Wir beteiligen uns an der Kampagne „Abrüsten statt Aufrüsten“.

Wir unterstützen das UN-Atomwaffenverbot.

Wir setzen auf eine friedliche Zukunft, auf Kooperation statt Aufrüstung und Konfrontation in Europa und weltweit.

Hier in Hamburg haben wir einen kleinen, internen Arbeitskreis gebildet, der sich 1 Mal im Monat, genauer: am dritten Donnerstag in unserem Landesbüro trifft.

Wir diskutieren untereinander über aktuelle oder vertiefende Themen, meist nach einer gemeinsamen Lektüre. Keiner, keine muss Vorwissen mitbringen, die Fortbildung ist quasi inbegriffen. Wir entwickeln darauf hin auch Vorschläge für den Landesverband oder die Kreisvereinigungen, bieten auch mal Referate an.

Mitglieder der VVN-BdA, oder Menschen die es werden wollen, sind herzlich eingeladen sich uns anzuschließen.

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

(Foto: Lotte Meimberg)

Die nächsten Treffen unseres Arbeitskreises sind am 16.05.2019 und am 20.06.2019 im Landesbüro der VVN-BdA, Hein-Hoyer-Str. 41

Initiative Gedenkort Stadthaus: Der Protest geht weiter – Jeden Freitag, 17.00 – 18:00 Uhr

29. März 2019

Mahnwache Stadthausbrücke / Ecke Neuer Wall

Presseerklärung der VVN-BdA anlässlich der Angriffe auf das Kollegium und die Schüler der Ida-Ehre-Schule in Presse und Öffentlichkeit

22. März 2019

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten ist erschrocken, wie sehr die Hetze der AfD  in die Mitte der Gesellschaft wirkt.

Die 1934 eröffnete Jahn-Schule war eine NS-Vorzeigeanstalt. Bereits ab 1935 wurden die jüdischen Schüler_innen von der Schule vertrieben. Eine davon war unsere Freundin Steffi Wittenberg.

Mit vielen anderen Akteuren hat sie sich dafür eingesetzt, dass die Schule sich mit der im Jahr 2000 erfolgten Umbenennung vom Namensgeber Jahn trennte, der mit Fug und Recht als wichtiger Propagandist  des völkischen Nationalismus und damit auch als Wegbereiter des verbrecherischen Naziregimes gilt.

Ida Ehre, deren Namen die Schule seitdem trägt, hat sich als Überlebende der Shoah  stets im Sinne des „Nie wieder!“ gesellschaftlich positioniert. Unvergessen ihr „Sag NEIN“  beim Festival  „Künstler für den Frieden“ 1983.

Die Ida Ehre Schule hat sich inzwischen einen guten Ruf  als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“  erworben. Der »Arbeitskreis Erinnerung an der Ida Ehre Schule« führt die konsequente Aufarbeitung und Erinnerung an die NS-Vergangenheit fort, die Schüler_innen und Lehrer_innen in den letzten Jahrzehnten in verdienstvoller Arbeit begonnen haben. Auch daran hat Steffi Wittenberg als Zeitzeugin aktiv mitgewirkt.

Dass Schülerinnen und Schüler dieser Schule sich heute antifaschistisch engagieren, ist erfreulich und notwendig. Dass die AfD eine Sammlung von Meinungen und Anliegen, die der Unterrichtsvorbereitung einer Klasse dienen, in ihr Denunziationsportal stellt, ist so schäbig wie das ganze Projekt dieser neuen völkisch-nationalistischen Partei.

Dass der Inlandsgeheimdienst Jugendliche der Antifa Altona-Ost in seinem „Verfassungsschutz-Bericht“ als linksextremistisch stigmatisiert, weil ihr Ziel die „Verteidigung des multikulturellen Anspruchs Altonas gegen alle Aktivitäten, die aus ihrer Perspektive heraus als ‚Rechts‘ definiert werden“ sei, wirft erneut ein Schlaglicht auf die Problemlage bei diesem Dienst.

Dass Senat und Schulaufsicht die Schule nicht vor den Attacken der AfD schützen, ist bitter und dass die Medien der Stadt den „Schulpranger“ durch ihre Berichterstattung verallgemeinern, bestürzend.

Wenn das Bündnis „Billstedt ist bunt“ für eine Diskussionsveranstaltung vor der Europawahl keine Räume in einer Schule nutzen darf, weil die AfD keinen Platz auf dem Podium hat, zeigt, wie wichtig es ist, dem Druck von Rechts Zivilcourage entgegenzusetzen.

„Der Skandal  sind nicht ein paar antifaschistische Schüler-Sticker an einer  „Meinungswand“. Der Skandal  ist, dass Senat, Schulaufsicht und Medien dem AfD-Schulpranger den Anschein von Seriosität verleihen“, sagt  die Bundesvorsitzende der VVN-BdA Cornelia Kerth.

Unsere Sympathie und Solidarität gehören der Ida-Ehre-Schule, und den  Schüler_innen und Lehrer_innen, die Ziele dieses Angriffs sind.

Hamburg, den 21. März 2019

 

Georg Chodinski, Landessprecher

für die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten

Rede von Heike von Borstel auf der Kundgebung zum 76. Jahrestag der Mitglieder der Weißen Rose am 23.02.2019

1. März 2019

Liebe Anwesende
Ich begrüße Euch und Sie im Namen der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ Bund der Antifaschisten zu unserem Gedenken an die ermordeten Mitglieder der Weißen Rose in München und Hamburg. Gestern jährte sich die grausame Hinrichtung der jungen Widerstands-kämpferin Sophie Scholl, ihres Bruders Hans Scholl und ihres gemeinsamen Freundes Christoph Probst am 22.2.1943 in München zum 76. Mal. Ihnen folgten ihre Kommilitonen Alexander Schmorell und Willi Graf und Professor Kurt Huber. Sie überschrieben ihre ersten 4 Flugblätter mit „Flugblatt der Weißen Rose“.
Insgesamt waren es 6 Flugblätter gegen das Naziregime die diese mutigen jungen Menschen geschrieben und mit Hilfe vieler anderer mutiger Menschen im ganzen Reich verbreitet haben. So kamen die Flugblätter u.a. durch die Studentin Traute Laferentz und nach der Ermordung der 3 durch den Hamburger Chemiestudenten Hans Leipelt und seiner Freundin Marie Luise Jahn nach Hamburg. Im Haus seiner Mutter Katharina Leipelt hatten sich schon früh regelmäßig Menschen getroffen, um sich über ihre Kritik am Regime auszutauschen. Auch im Keller der Buchhandlung „Agentur im Rauhen Haus“ am Jungfernstieg 50, trafen sich immer wieder und mit der Zeit immer mehr Menschen, um über Hitler und das unmenschliche System der faschistischen Regierung zu sprechen und zu überlegen, wen sie noch in ihren Widerstand einbeziehen könnten.
Hans Leipelt, Katharina Leipelt, Margaretha Rothe, Dr. Kurt Ledien, Margarethe Mrosek, Elisabeth Lange, Frederick Geussenhainer und Reinhold Meyer. Sie alle gehörten zu diesen Kreisen. Sie alle wurden auf grausamste Weise gequält und ermordet. Nach dem Krieg nannte man sie den „ Hamburger Zweig der Weißen Rose“, weil es vielfältige Verbindungen gab und sie die Flugblätter auch hier verbreiteten.

Erinnern – Gedenken – Mahnen – Gegen das Vergessen – gegen das Verschweigen und Verdrängen – die Lebens- und Leidensgeschichten der Ermordeten erzählen – ihnen Gesichter geben – durch Stadtteil- und Stolpersteinrundgänge, Veranstaltungen, Filme, Mahnwachen – Mahnmale – wie dieses hier.
Dass das Ortszentrum von Volksdorf seit über 40 Jahren ihren Namen trägt und hier ein Mahnmal in Form einer stilisierten Rose des Bildhauers Franz Reckert steht, – und nach ihrem Verschwinden wieder steht – eine Gedenk-platte mit den Namen, eine Hinweistafel, einen Informationsraum in der Bücherhalle – und dass es inzwischen viele Stolpersteine in den Walddörfern gibt, ist vielen sehr engagierten, nicht aufgebenden Menschen in Volksdorf zu verdanken. Da ist der Arbeitskreis Weiße Rose, der Geschichtsraum Walddörfer, die Begegnungsstätte Bergstedt, die Schüler des Walddörfer Gymnasiums und der unermüdliche Herr Stockhecke… um nur einige zu nennen.
Und doch denke ich manchmal, wenn ich hier beim Einkaufen vorbeigehe, wer von den vielen inzwischen nach Volksdorf gezogenen jungen Eltern ihren Kindern und die vielen Großeltern, die hier mit ihren Enkelkindern zum Eisessen auf der Mauer sitzen, könnte denn die Geschichte von Frederick Geussenhainer oder Elisabeth Lange erzählen, wenn sie von ihren Kindern und Enkelkindern gefragt werden, „was das da ist“ und wenn sie Lesen gelernt haben und fragen: „Margaretha Rothe – wer ist das?“
Kennen sie die Flugblätter? Wissen Sie, was diese Menschen, deren Namen sie hier sehen durchgemacht haben? Was ihnen geschehen ist?
Lasst uns weitermachen – mit dem Erinnern an all die Menschen, die es gewagt haben, dem verbrecherischen faschistischen Regime die Stirn zu bieten.

Sie wollten Freiheit und kein alles erstickende Gängelnde. Sie schrieben es nachts an die Wände – in München, Hamburg und anderswo. Freiheit war das letzte Wort von Hans Scholl. Sie wollten offen ihre Meinung sagen, offen politische Diskussionen führen dürfen. Sie wollten die verbotenen Bücher lesen, die sogenannte „entartete Kunst“ kennen lernen. Swingmusik hören und tanzen.
Sie wollten es für sich und alle Menschen.
Sie wollten, dass die massenhafte Ermordung der jüdischen Menschen, die unbeschreiblichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in den besetzten Gebieten aufhört.
Sie wollten Frieden. Wollten, dass das sinnlose Abschlachten so vieler Menschen aufhört. Einige von ihnen waren als Soldaten im Krieg oder als Medizinstudenten im Kriegseinsatz und erlebten die Grausamkeiten des Krieges und der Verbrechen gegen die Zivilgesellschaft.

Sie forderten in ihren Flugblättern zur Sabotage in den kriegswichtigen Fabriken auf, zur Verweigerung aller Aktivitäten des faschistischen Regimes.

Und sie hofften auf viele mutige Menschen, die es ihnen gleichtaten, baten um die Vervielfältigung und Weitergabe ihrer Flugblätter, suchten unter Lebensgefahr weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter in ihrem Kampf. Sie versuchten, sich mit anderen politischen Widerstandsgruppen zu „vernetzen“.
Sie führten ihren Kampf unter barbarischen Verhältnissen, immer unter Einsatz ihres Lebens.
Sie wurden denunziert, verraten, gequält und ermordet.

Lasst uns ihr Vermächtnis auch nach so vielen Jahren aufrechterhalten! Sie wollten informieren, aufrütteln, handeln. Lasst uns das weiter tun!
Und heute?
Wir dürfen noch laut sagen, was ist und mahnen, was daraus werden könnte. Können demonstrieren, Veranstaltungen machen, Flugblätter und andere Publikationen verteilen….
Aber können wir das wirklich alle ohne gefährdet zu sein?
In den letzten Jahren wurden viele Menschen in ihrem Kampf gegen Rechtsextremismus, gegen Rassismus und gegen Antisemitismus beschimpft und ganz persönlich angegriffen, ihre Kinder bedroht, werden Journalisten in den sogenannten sozialen Netzwerken auf übelste Weise verunglimpft und ihnen ganz offen gedroht, werden Menschen auf der Straße gejagt, darf das verbrecherische System und Tun der Nazis als „Vogelschiss der Geschichte“ bezeichnet werden – ungestraft!
Menschen auf der Straße zeigen wieder unverhohlen den Hitlergruß!
Stolpersteine werden herausgerissen.
Hier bei uns in Hamburg darf die AfD ungestraft zur Denunziation von Lehrerinnen und Lehrern aufrufen! In Magdeburg wird einem jungen Mann von der AfD gedroht, weil er an einer Auschwitzveranstaltung mit Esther Bejerano in Hamburg teilnimmt. Da beschmutzt diese Partei das Andenken von Sophie Scholl, indem sie ein Plakat rausbringt: Sophie Scholl würde die AfD wählen.
Da werden rechtsextreme Strukturen in der Polizei und der Bundeswehr bekannt, die u.a. offensichtlich schon für den Fall der Möglichkeit Todeslisten mit Namen von zu ermordenden Politikerinnen und Politikern, Journalisten und anderen engagierten Menschen angelegt haben. Da werden Daten über die Familie einer der Anwältinnen der Nebenklage im NSU-Prozess von Polizisten in Frankfurt weitergegeben. Und da wird so lange verschwiegen und verdrängt bis es nicht mehr geht.
Lasst uns den Wunsch und das Vermächtnis der Weißen Rose und aller anderen Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer, der Überlebenden von Buchenwald und Ausschwitz weitertragen.
Lest die Flugblätter der Weißen Rose, verbreitet sie weiter und erzählt von ihren Autorinnen und Autoren! Erzählt den jungen Menschen heute von ihrem Mut. Sie waren keine Helden, keine Märtyrer oder Heilige. Sie waren Menschen, die für ihre tiefe Überzeugung einstanden und handelten, wo andere schwiegen.
Ich möchte mit einem Zitat unserer Esther Bejerano, eine der wenigen noch lebenden Überlebenden von Auschwitz und einem etwas abgewandelten Appell von Julius Fucik, einem tschechischen Widerstandskämpfer kurz vor seiner Hinrichtung enden:
Esthers Worte: „Nie mehr schweigen, wegsehen, wie und wo auch immer Antisemitismus, Antiziganismus, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit hervortreten. Erinnern heißt Handeln!“
Menschen seid wachsam – Wir hatten euch lieb!

Rede von Esther Bejarano zum „Tag X“ nach dem NSU-Urteil am 14.07.2018 in Hamburg

20. Juli 2018

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

liebe Freundinnen und Freunde,

am Mittwoch wurden die Urteile im NSU-Prozess gesprochen. Die Ergebnisse sind bekannt.

Nur 4 weitere Nazis saßen mit Beate Zschäpe auf der Anklagebank. Sie wurden nur als „Helfer“ zu kurzen Strafen verurteilt, nicht als Mitglieder des Terrornetzwerks, das es gab und vermutlich noch immer gibt. Dem wollte das Gericht nicht nachgehen.

Es fehlten auf der Anklagebank all‘ jene, nach denen gar nicht erst gesucht wurde, die es aber gegeben haben muss: wer hat die Opfer ausgesucht und ihre Tagesabläufe ausgespäht, Fluchtwege vorbereitet?

Es fehlten die V-Leute aus dem Umfeld der Mördertruppe, militante Nazis, die der Verfassungsschutz aus Steuergeldern bezahlt. Es fehlten auch die V-Mann-Führer, die den Schutz ihrer „Quellen“ vor Aufklärung und Strafanspruch stellen, die Akten schredderten, damit die Wahrheit nicht ans Licht kommt.

Was ist die Wahrheit? Sicher nicht, dass der VS-Mitarbeiter Temme in Kassel nur zufällig in dem Internet-Café war, als Halit Yozgat dort ermordet wurde und sicher nicht, dass er davon nichts bemerkt hat. Auch dem ist das Gericht nicht nachgegangen.

So viele Fragen sind offen geblieben. Rassistische Morde, rassistische Ermittlungen, in denen die Opfer und ihre Familien kriminalisiert wurden, rassistische Medienberichte über angebliche „Döner-Morde“ und im Fall des Mordes an Michele Kiesewetter wurde eine Roma-Familie beschuldigt, nur weil sie zufällig in der Nähe des Tatorts war.

Meine Gedanken sind in diesen Tagen bei den Angehörigen der Opfer. Ich verstehe ihren Zorn und ihre Verzweiflung. Nach Jahren, in denen sie – die Leidtragenden – verdächtigt und beleidigt worden waren, hatte die Bundeskanzlerin ihnen 2011 die „vollständige Aufklärung“ des NSU-Komplexes versprochen. Davon kann keine Rede sein.

Meine Familie, sowie Millionen von Menschen, sind einer kranken und hasserfüllten Ideologie zum Opfer gefallen. Wir haben das gleiche Leid erleben müssen, wir mussten erfahren, dass geliebte Menschen AUS UNSEREM UND IHREM Leben gerissen wurden und unsere Welt ein Ort von Dunkelheit und Trauer wurde.

Es ist dieselbe Gesinnung, derselbe Hass und dieselbe Niedertracht, die uns unsere geliebten Mütter, Väter, Kinder, Schwestern und Brüder entrissen und uns ins Unglück gestürzt hat. Es ist der Rassismus, der so viele Menschen getötet hat und der auch heute noch tötet. Die gleiche Kälte und Ohnmacht, die wir spüren mussten und müssen, die gleiche Verzweiflung, allein und machtlos zu sein.

Ja, machtlos zu sein, denn es ist auch die Ignoranz und Akzeptanz der Politik, der Behörden, der Medien und leider auch der Gesellschaft, die uns, den Opfern, den Familien und unseren Freundinnen und Freunden das Gefühl gibt, machtlos und allein zu sein.

Ich musste zusehen, wie rassistische Richter, Ärzte, Beamte, Massenmörderinnen und Massenmörder unbehelligt weiterleben konnten, ohne für ihre grausamen Taten zur Rechenschaft gezogen zu werden. Sie besetzten ihre gewohnten Positionen und Ämter und konnten unbehelligt ihren Nazismus und ihren Hass aufrechterhalten. Das war für uns unerträglich und hat dafür gesorgt, dass die Ideologie weiter leben konnte.

Der Nazismus und Rassismus wurde in diesem Land auch nach 1945 weder politisch noch gesellschaftlich so konsequent bekämpft, wie er hätte bekämpft werden müssen und können. Er konnte sich auch weiterhin in staatlichen Strukturen festhalten, vor allem im Verfassungsschutz und der Justiz, und ja sogar noch mehr, er konnte sich wieder ausbreiten.

Um es klar auszusprechen, ohne das Wegschauen und das Decken nach 1945 hätte es das Oktoberfestattentat, Rostock-Lichtenhagen, Hoyerswerda, Solingen und Mölln und den NSU so nicht geben können. Es hätten aus den Erfahrungen und Ereignissen des Nationalsozialismus die richtigen Konsequenzen gegen den Hass gezogen werden müssen.

Es gab jedoch eine Toleranz gegen Täterinnen und Täter, und Nazis wurden und werden in diesem Land direkt und indirekt, durch politische Kampagnen und das Schweigen und Wegschauen ermutigt, weiter Hass und Leid zu verbreiten.

Und es gibt bis heute einen großen Unwillen, sich mit dem Nazi-Terror öffentlich zu beschäftigen. Ich denke hier an das Hamburger Stadthaus, in dem alle Menschheitsverbrechen der Nazis für Hamburg und Teile Norddeutschlands organisiert wurden: die Deportationen von Jüdinnen und Juden und Sinti und Roma in die Vernichtungslager, die Aufstellung der Polizeibataillone für den Vernichtungskrieg im Osten, die mörderische Behandlung der Zwangsarbeiterinnen und die grausame Verfolgung des Widerstands gegen das Nazi-Regime.

Dass dort, wo tausende gefoltert wurden, jetzt ein luxuriöses Einkaufszentrum entsteht, in dem die blutige Geschichte des Ortes in eine Ecke einer Buchhandlung verbannt wird, ist für uns alle wie ein Schlag ins Gesicht.

Das ist der rote Faden von damals zu heute. Es ist auch hier die gleiche Ignoranz und Akzeptanz – ja eine traurige und leidvolle Tradition, die wir zu verschiedenen Zeiten im gleichen Land erleben mussten!

Mit unseren Demonstrationen, die überall in der Bundesrepublik am Mittwoch stattgefunden haben und heute stattfinden, wollen wir auch deutlich machen, dass die Angehörigen der Ermordeten, dass die überlebenden Opfer der Bombenanschläge nicht allein sind. Ihnen wollen wir heute sagen:

Schauen wir uns um: so viele Menschen, die mit Euch und uns gedenken und Euch stärken und damit den Widerstand gegen den Rassismus und Nazismus aufrechterhalten.

Denn dies ist auch eine Tradition und meiner Meinung nach die wichtigste Tradition, die es auch schon im Nationalsozialismus gegeben hat: – der antirassistische und antifaschistische Widerstand!

Ich verstehe Euren Schmerz, Ihr den meinen und die Menschen hier und viele auf den Straßen unseren gemeinsamen Schmerz. Wir leben, leiden und vor allem kämpfen wir gemeinsam.

Ja, wir sind nicht nur Opfer, nein wir sind Kämpferinnen und Kämpfer für ein gerechtes Gedenken, gegen das Vergessen und gegen Hass und Rassismus!

Ich sage immer, dass ich heute in Schulen gehe, mit Schülerinnen und Schülern rede, aufkläre, Konzerte gebe, schreibe, lese und diskutiere – das ist meine späte Rache an den Nazis! Lasst uns gemeinsam kämpfen und ab heute bin ich ein Teil Eurer Rache und Ihr ein Teil meiner Rache – für alle Opfer des NSU und für alle Oper des faschistischen Terrors.

Denn Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Wir können das nie vergessen.

Ehrenamtliches Engagement für NS-Verfolgte in Hamburg

28. Mai 2015

Ein neues Projekt des Vereins „Psychosoziale Arbeit mit Verfolgten“ bietet interessierten Hamburgerinnen und Hamburgern die Möglichkeit, sich ehrenamtlich in einem Besuchs- und Begleitdienst zu engagieren, der als Zielgruppe in Hamburg lebende ehemals NS-Verfolgte hat. Ziel ist es, die Lebenssituation der Betroffenen nachhaltig und konkret zu verbessern. Gespräche, Begleitung bei Einkäufen und zu Veranstaltungen, gelegentliche Hilfe im Haushalt oder im Garten, gemeinsam Spazierengehen, Vorlesen – angeboten wird alles, was den Aktionsradius der alten Menschen vergrößert und ihre Möglichkeit der Teilhabe am öffentlichen Leben steigert. Das Angebot ist kostenlos.   In den kommenden Monaten möchte das Projekt „Ehrenamtliches Engagement für NS-Verfolgte in Hamburg“ seinen Aktionsradius weiter ausdehnen. Gesucht werden deshalb:

  • Kontakte zu weiteren ehemals Verfolgten oder deren engen Angehörigen in Hamburg und im Hamburger Umland, die Begleitung und Unterstützung im Alltag wünschen. Auch Angehörige und Freunde können sich mit Hinweisen und Fragen gerne an den Verein „Psychosoziale Arbeit mit Verfolgten“ wenden.

 

  • Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. Die Ehrenamtstätigkeit kann flexibel vereinbart werden; die Einsätze finden einmal pro Monat oder wöchentlich statt, in der Regel tagsüber. Die Ehrenamtlichen erhalten eine Aufwandsentschädigung und sind über den Verein versichert. Sie sollten Interesse für die besondere Situation ehemals NS-Ver­folg­ter und Einfühlungsvermögen mitbringen. Der Verein „Psychosoziale Arbeit mit Verfolgten“ bietet eine Einführung in die Tätigkeit sowie regelmäßige Treffen zum Austausch mit anderen Ehrenamtlichen und Fortbildungen.
  • Spenden. Geldspenden ermöglichen die Ausweitung des Projektes und garantieren seinen Fortbestand. Sie ermöglichen außerdem, Ausflüge mit den ehemals Verfolgten zu organisieren oder gemeinsam mit ihnen Veranstaltungen zu besuchen. Bankverbindung: Psychosoziale Arbeit mit Verfolgten e.V., IBAN: DE89 2019 0003 0012 2136 08, BIC: GENODEF1HH2

(Hamburger Volksbank, Kontonr. 12213608, BLZ 201 900 03)

Kontakt für alle Interessierten sowie für weitere Auskünfte:

Petra Schondey (1. Vorsitzende)

Katja Hertz-Eichenrode (Projektkoordination)

Lagerstraße 30-32

20357 Hamburg

Telefon: 040-38 68 66 -12

ehrenamt@psychosoz-arbeit.org www.psychosoz-arbeit.org

Das Projekt wird unterstützt von der VVN-BdA, Hamburg und dem Freundeskreis KZ-Gedenkstätte Neuengamme; gefördert von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“, Berlin.

Ehrenamt-Projekt_Info für VVN_2

Sa, den 25.07.2020 – Sommerfest der Begegnung in Heideruh

21. Juli 2020

Busabfahrt ab Shell-Tankstelle gegenüber dem Dammtorbahnhof um 13:00 Uhr

Wir laden zum Wiedertreffen, Essen, Diskutieren, Informieren.

Viele Sitz- und Liegegelegenheiten laden zum Verweilen und bieten die Möglichkeit Abstand als auch Kontakt zu haben. Die Diskussionsrunden finden in offenen Zelten statt. Die Kantine ist den Kaltgetränken vorbehalten. Die Kinderbetreuung nutzt den Raum im Wald. Wir bieten Tischservice, so dass die Schlangen an den Ständen stark reduziert sind. Alle haben Übung sich mit 1,5 Meter Abstand selbst verantwortlich zu begegnen und so schaffen wir ein Wiedersehen. Vieles ist neu, das wir Euch zeigen wollen.

Am Vorabend findet um 19 Uhr die Lesung mit Ulli Sander „Mörderisches Finale“ statt.

Anreise mit der VVN-BdA – Es sind noch Busplätze frei:

13.00 Uhr: Abfahrt – Hamburger Bus: S-Bhf. Dammtor Tankstelle Moorweide

Anmeldung: VVN-BdA  040-314254 (Anrufbeantworter) oder

vvn-bda.hh@t-online.deFahrpreis: 6,00 Euro

20.30 Uhr: Rückfahrt nach Hamburg

Sonntag, 26. Juli, 17.00 Uhr – Das Massaker von Lidice

21. Juli 2020

Ein Film von Michaël Prazan, 2015  F

In einer Nacht im Juni 1942 kommt es zu einer der größten Tragödien der tschechischen Geschichte, einem der bekanntesten Verbrechen des Zweiten Weltkrieges. Das böhmische Dorf Lidice hört auf zu existieren, wird vollkommen zerstört, als „Vergeltungsmaßnahme“ für das Attentat auf den stellvertretenden Reichsprotektor Reinhard Heydrich. Die Hauptfiguren dieses Filmes beruhen auf Charakteren des realen Geschehens von damals. František Šíma, der im Streit seinen älteren Sohn ungewollt tötet landet für diese Tat im Gefängnis und rettet dadurch paradoxerweise als einziger Mann des Dorfes sein Leben. Dann gibt es noch den jungen Mann, der versucht seine Untreue mit einer Lüge zu tarnen, einen Brief schreibt und dadurch den Nazis unbewusst den vermeintlichen Vorwand liefert, um Lidice dem Erdboden gleich zu machen. Das Dorf wird geplündert, brutal zerstört und niedergebrannt; sogar der Bach wird umgeleitet, um jegliche Erinnerung zu vernichten. Alle männlichen Bewohner werden hingerichtet, Frauen und Kinder in Konzentrationslager transportiert. Als František Šíma vollkommen ahnungslos aus dem Gefängnis zurückkehrt, findet er den Landstrich, wo einst das malerische Lidice, seine Heimat, stand, bis zu Unkenntnis verändert vor. (Filmmit)

 Ort: Kommunales Kino METROPOLIS, Kleine Theaterstraße 10, Hamburg

Ohlsdorfer Friedensfest 2020

21. Juli 2020

Bitte beachten Sie die Corona-Hygieneregeln

9. August 2020ver.di Hamburg auf demOhlsdorfer Friedensfest 2020

75 Jahre ist der unsägliche Weltkrieg vorbei. Die Alliierten befreiten letztlich Europa und Deutschland aus den Fängen der Nazi-Terror-Herrschaft . Für Deutschland war es eine Chance, neu zu beginnen, sich aus den faschistischen und erzreaktionären Strukturen grundlegend zu lösen, um eine freiheitliche Demokratie zu gestalten. Jedoch eine Stunde Null wurde es schließlich nicht. Rechtsextremes, völkisches und rassistisches Gedankengut und Handeln belasten bis heute – und insbesondere heute – das gesellschaftliche Leben und die politische Debatte.

Anlässlich dieses Jahrestages hätt e das Ohlsdorfer Friedensfest 2020 sich mit diesem Thema gut leiten lassen. Jedoch wegen der Corona-Pandemie konnten die diesjährigen Gedenkwochen (vom 25. Juli bis 9. August) nicht in der üblichen Weise vorbereitet werden.

Dennoch lassen einzelne Bündnispartner*innen an einigen Tagen ggf. kleinere Veranstaltungen am Mahnmal für die Bombenopfer stattfinden. So wird auch dieses Jahr der nationalsozialistischen Opfer von Verfolgung, Unterdrückung, Krieg und Vernichtung gedacht.

Für ver.di Hamburg wird der Arbeitskreis Antirassismus am 9. August 2020 von 11:00 Uhr bis ca. 15:00 Uhr zum Abschluss der Gedenkzeit aktiv Wache am Mahnmal halten. Dazu wurde ein kleines Programm zusammengestellt, zu dem alle eingeladen sind, die sich an die gebotenen Abstandsregeln halten werden.

9. August 2020

11:00 Uhr „ZEHN TAGE IM JULI – WIE ICH

DEN BOMBENKRIEG AUF HAMBURG ÜBERLEBTE“

Vorstellung des neuesten Buchs von Günter Lucks (autobiografisch) und Harald Stutte. Günter Lucks beschreibt wie er als 14-Jähriger die Bombennächte der„Operation Gomorrha“ überlebte, aber seinen Bruder verlor.

Vorstellung und Würdigung: Armin Peter (verdi-Senior*innen)

Lesungen: Jutta Beckmann, Ruth Sanio-Metafi des, Monika Roloff

(ver.di Arbeitskreis Antirassismus)

12:00 Uhr

Offene Lesung gegen Krieg und Faschismus. Bringt lesenswerte Bücher mit!

14:00 Uhr „RASSISMUS IN DEUTSCHLAND“

Diskussion zur aktuellen Situation und zu gegenwärtigen Vorfällen im politischen Leben.

Podium und Moderation: Jutta Beckmann und Monika Roloff

(ver.di Arbeitskreis Antirassismus)

unter: https://www.friedhof-hamburg.de/besucher/veranstaltungen/

Sa, 1. August 2020, 14.00 Uhr – Altonaer Blutsonntag – Gedenkkundgebung

21. Juli 2020

Hinter dem Amtsgericht Altona, Max-Brauer-Allee 89, Zugang über Gerichtsstraße

Es gibt so vieles, was wir von den „Altona Vier“ lernen können, die am 1.
August 1933 in Folge der Ereignisse des Altonaer Blutsonntags
stellvertretend für das antifaschistische, solidarische Altona
hingerichtet wurden.

Kampf gegen die Armut, nicht gegen die Armen, Kampf gegen die
Arbeitslosigkeit nicht gegen die Arbeitslosen, Kampf gegen die
Krankheit, nicht die Kranken.

Der gemeinsame Streit für eine Gesellschaft, in der wir Menschen sein
können, ohne Faschismus und Krieg.

Wir erinnern an die Altona Vier! Wir erinnern an die Kraft der Solidarität.

Veranstalter: VVN-BdA Hamburg-Altona

Sonntag, 26. Juli, 17.00 Uhr – Das Massaker von Lidice

21. Juli 2020

Ein Film von Michaël Prazan, F 2015

In einer Nacht im Juni 1942 kommt es zu einer der größten Tragödien der tschechischen Geschichte, einem der bekanntesten Verbrechen des Zweiten Weltkrieges. Das böhmische Dorf Lidice hört auf zu existieren, wird vollkommen zerstört, als „Vergeltungsmaßnahme“ für das Attentat auf den stellvertretenden Reichsprotektor Reinhard Heydrich. Die Hauptfiguren dieses Filmes beruhen auf Charakteren des realen Geschehens von damals. František Šíma, der im Streit seinen älteren Sohn ungewollt tötet landet für diese Tat im Gefängnis und rettet dadurch paradoxerweise als einziger Mann des Dorfes sein Leben. Dann gibt es noch den jungen Mann, der versucht seine Untreue mit einer Lüge zu tarnen, einen Brief schreibt und dadurch den Nazis unbewusst den vermeintlichen Vorwand liefert, um Lidice dem Erdboden gleich zu machen. Das Dorf wird geplündert, brutal zerstört und niedergebrannt; sogar der Bach wird umgeleitet, um jegliche Erinnerung zu vernichten. Alle männlichen Bewohner werden hingerichtet, Frauen und Kinder in Konzentrationslager transportiert. Als František Šíma vollkommen ahnungslos aus dem Gefängnis zurückkehrt, findet er den Landstrich, wo einst das malerische Lidice, seine Heimat, stand, bis zu Unkenntnis verändert vor. (Filmmit)

Aus der Reihe „Täter – Opfer – Widerstand“  – Gemeinsames Projekt der VVN-BdA und des Metropolis Kommunales Kino, jeweils Kleine Theaterstrasse 10, 20354 Hamburg

Initiative Gedenkort Stadthaus: Der Protest geht weiter!!!!!

21. Juli 2020


Der nächste Termin: Bis auf Weiteres jeden Freitag von 17-18 Uhr

Mahnwache findet wieder statt!!

Sonnabend, 25. Juli 2020 – Sommerfest der Begegnung in Heideruh

21. Juli 2020

Sonnabend, 25. Juli, 13.00 Uhr (Abfahrt Bus in Hamburg)

Wir laden zum Wiedertreffen, Essen, Diskutieren, Informieren.

Viele Sitz- und Liegegelegenheiten laden zum Verweilen und bieten die Möglichkeit Abstand als auch Kontakt zu haben. Die Diskussionsrunden finden in offenen Zelten statt. Die Kantine ist den Kaltgetränken vorbehalten. Die Kinderbetreuung nutzt den Raum im Wald. Wir bieten Tischservice, so dass die Schlangen an den Ständen stark reduziert sind. Alle haben Übung sich mit 1,5 Meter Abstand selbst verantwortlich zu begegnen und so schaffen wir ein Wiedersehen. Vieles ist neu, das wir Euch zeigen wollen.

 

Am Vorabend findet um 19 Uhr die Lesung mit Ulli Sander „Mörderisches Finale“ statt.

Anreise mit der VVN-BdA – Es sind noch Busplätze frei:

13.00 Uhr: Abfahrt – Hamburger Bus: S-Bhf. Dammtor Tankstelle Moorweide

Anmeldung: VVN-BdA  040-314254 (Anrufbeantworter) oder

vvn-bda.hh@t-online.de – Fahrpreis: 6,00 Euro

20.30 Uhr: Rückfahrt nach Hamburg

Sonntag, 26. Juli, 17.00 Uhr Das Massaker von Lidice

21. Juli 2020

Ein Film von Michaël Prazan, F 2015

In einer Nacht im Juni 1942 kommt es zu einer der größten Tragödien der tschechischen Geschichte, einem der bekanntesten Verbrechen des Zweiten Weltkrieges. Das böhmische Dorf Lidice hört auf zu existieren, wird vollkommen zerstört, als „Vergeltungsmaßnahme“ für das Attentat auf den stellvertretenden Reichsprotektor Reinhard Heydrich. Die Hauptfiguren dieses Filmes beruhen auf Charakteren des realen Geschehens von damals. František Šíma, der im Streit seinen älteren Sohn ungewollt tötet landet für diese Tat im Gefängnis und rettet dadurch paradoxerweise als einziger Mann des Dorfes sein Leben. Dann gibt es noch den jungen Mann, der versucht seine Untreue mit einer Lüge zu tarnen, einen Brief schreibt und dadurch den Nazis unbewusst den vermeintlichen Vorwand liefert um Lidice dem Erdboden gleich zu machen. Das Dorf wird geplündert, brutal zerstört und niedergebrannt; sogar der Bach wird umgeleitet um jegliche Erinnerung zu vernichten. Alle männlichen Bewohner werden hingerichtet, Frauen und Kinder in Konzentrationslager transportiert. Als František Šíma vollkommen ahnungslos aus dem Gefängnis zurück kehrt, findet er den Landstrich wo einst das malerische Lidice, seine Heimat, stand, bis zu Unkenntnis verändert vor. (Filmmit)

Ort: Kommunales Kino METROPOLIS, Kleine Theaterstraße 10, Hamburg

1. August, 14.00 Uhr – Altonaer Blutsonntag – Gedenkkundgebung

21. Juli 2020

Amtsgericht Altona, Max-Brauer-Allee 89, Hamburg-Altona

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