Montag, 28. Mai, 18.30 Uhr – „Widerständiges Frauenleben: Hedwig Voegt 1903 – 1988“

17. Mai 2018

„Widerständiges Frauenleben: Hedwig Voegt 1903 – 1988“

Lesung mit Ursula Suhling

Wir wollen eine Frau vorstellen, deren Lebensweg von der Hamburger Deern, als Gefangene im Kola Fu bis hin zur späteren Literaturwissenschafterin geprägt ist.

Ort: Geschichtswerkstatt Eimsbüttel – Galerie Morgenland e. V.

Sillemstraße 79, Hamburg

Donnerstag, 31. Mai, 20.00 Uhr „Distomo – Unbeglichene Schuld(en)“

17. Mai 2018

„Distomo – Unbeglichene Schuld(en)“ – Dokumentarisches Theaterstück

Am 10. Juni 1944 überfällt eine deutsche SS-Einheit das griechische Dorf Distomo und ermordet 218 Dorfbewohner*innen. Die Täter werden strafrechtlich nie verfolgt, die umgerechnet 28 Millionen Euro an eingeklagten Entschädigungsansprüchen nie gezahlt. Das Stück spannt den Bogen von dem historischen Ereignis des Überfalls durch die SS, über die hartnäckigen Zahlungsverweigerungen seitens Deutschlands bis zu den juristischen Kämpfen der Überlebenden.

Veranstalter: AK Distomo und VVN-BdA Hamburg

Ort: Polittbüro, Steindamm 45, 20099 Hamburg

Dienstag, 5. Juni 2018, 17.00 Uhr Wer waren die 999er?

17. Mai 2018

Wer waren die 999er? Strafsoldaten in Wehrmachtsuniform – deportiert vom Hannoverschen Bahnhof – Lesung mit Ursula Suhling

Veranstalter: GEW Hamburg und VVN-BdA Hamburg

Ort: GEW im Curiohaus, Rothenbaumchaussee 15,

20148 Hamburg, Raum GBW

Sonntag, 17. Juni 2018, 14.00 Uhr Filmpremiere: „Wo der Himmel aufgeht“

17. Mai 2018

Esther Bejarano und Microphone Mafia in Kuba

Ein Film von Tobias Kriele

Eintritt frei

Dank der Musik hat Esther Bejarano Auschwitz überlebt. Mit 92 Jahren verwirklicht sich die Sängerin einen Traum und reist mit ihrem Sohn Joram und der Rap-Gruppe Microphone Mafia nach Kuba, um dort Konzerte zu geben.

Zugleich sucht Esther Bejarano eine Antwort auf die Frage, ob es auch auf der sozialistischen Insel Antisemitismus gibt. In der Begegnung mit der Jüdischen Gemeinde in Havanna wird sie fündig. Mit dem jungen Kubaner Jorgito Jerez verbindet die Sängerin eine tiefe Zuneigung. Mit ihm teilt sie ihre Erinnerungen an das Gestern und ihre Sorgen um das Morgen.

Veranstalter: Auschwitz Komitee und VVN-BdA Hamburg

Ort: Polittbüro Steindamm 45 in 20099 Hamburg (10 Min. Fußweg vom Hbf.)

Sonntag, 24. Juni, 17.00 Uhr „Herrenpartie“

17. Mai 2018

Film von Wolfgang Staudte, BRD 1964

Ort: Kommunales Kino METROPOLIS, Kleine Theaterstr. 10, 20354 Hamburg

Freitag, 23. März 2918, 17.00 – 18.00 Uhr

22. März 2018

,

Nächste Mahnwache Stadthaus: Freitag, 23. März 2918, 17.00 – 18.00 Uhr
Ort: Stadthausbrücke / Ecke Neuer Wall (gegenüber S-Bahn-Ausgang)

 

Liebe Mitstreiter*innen,

Kommt und unterstütz die Initiative Gedenkort Stadthaus!

 

Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes –

Bund der Antifaschisten Hamburg

Konsum statt Gedenken?

Niemals!

Das Stadthaus braucht einen angemessenen Ort der Erinnerung an den Widerstand und die Verfolgung in Hamburg

 

+++ Mahnwache am Stadthaus +++

+++ jeden Freitag +++ 17:00 – 18:00 Uhr +++

 

Wir fordern ein öffentliches und transparentes Verfahren zur Zukunft des Gedenkortes Stadthaus sowie eine Beteiligung der Verfolgten-­Organisationen. Unser gemeinsames Ziel ist eine Sichtbarmachung des Ortes als zentrale Stätte des Nazi-­Terrors und als würdiger Dokumentations-­ und Erinnerungsort an den antifaschistischen Widerstand in Hamburg

 

Save The Date: 2. Mai 2018

 

Am Vorabend des Jahrestags der Befreiung Hamburgs von Faschismus und Krieg am 3. Mai 1945 werden wir mit einer internationalen Kundgebung am Stadthaus an Widerstand und Verfolgung erinnern und deutlich machen:

Die Erinnerung an und Auseinandersetzung mit dem Faschismus ist eine gesellschaftliche Aufgabe und gehört in den öffentlichen Raum.

 

Initiative Gedenkort Stadthaus

Kommt zu den Ostermärschen 2018

22. März 2018

Hamburg:

Ostermontag, 2. April – 12.00 Uhr
St.-Georgs-Kirchhof, Hamburg
(Nähe U/S-Bahn Hauptbahnhof)
zuvor um 11.30 Uhr Osterandacht – Dreieinigkeitskirche
ab 13.30 Uhr Friedensfest:
Carl-von-Ossietzky-Platz
Veranstalter: Hamburger Forum für Völkerverständigung
und weltweite Abrüstung

… und anderswo

Karfreitag , 30. März – 11.57 Uhr („Drei vor Zwölf“)
Ostermarsch am Drohnenstandort Jagel
Bahnhof Schleswig, anschl. Demo zum Fliegerhorst Jagel
Veranstalter: DFG-VK Flensburg
Ostersonnabend: 31. März – 10.00 Uhr
Bahnhof Wedel – anschließen Demo zur „Batavia“
ab 12.00 Uhr Kulturprogramm
Veranstalter: Friedensnetzwerk Kreis Pinneberg, Friedenswerkstatt Wedel

Der Aufbau einer neuen Welt
des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel

(aus dem Schwur von Buchenwald)

Wir gehen zum Ostermarsch 2018
· weil Krieg keine Lösungen, sondern immer neue
Probleme schafft.
· weil Kriegführende Tod, Not und Elend von
unbeteiligten Menschen in Kauf nehmen
· weil Atomwaffen unser aller Leben gefährden
· weil das Geld, das für Rüstung ausgegeben wird, in
unseren Schulen, Krankenhäusern und Pflege-
Einrichtungen fehlt
Wir OstermarschiererInnen treten ein
für Abrüstung statt Aufrüstung
· für den Abzug der Bundeswehr aus allen
Auslandseinsätzen
· für den Beitritt Deutschlands zum
Atomwaffenverbotsvertrag
· für das Verbot von Rüstungsexporten
· für das Verbot von Kampfdrohnen und Killerrobotern
· für die Umwandlung von Rüstungsproduktion in zivile
Produktion
· für die Auflösung der Nato

Sonntag, 11. März 2018

5. März 2018

Rackewas ma pral!
Lass uns darüber sprechen!
Zur Erinnerung an die Deportation vom 11. März 1943

Am 11. März 1943 wurden über 300 Menschen, die letzten noch
in Hamburg und Norddeutschland verbliebenen sesshaften Sinti, verhaftet
und in einem mehrtätigen Transport direkt in das Vernichtungslager
Auschwitz Birkenau deportiert. Nur wenige überlebten.
15.30 Uhr
Gedenkworte und Kranzniederlegung am Denkmal Hannoverscher Bahnhof
(Lohsepark, Hamburg HafenCity)
16.15 Uhr
Ökumenisches Forum HafenCity e.V. (Shanghaiallee 12, 20457 Hamburg)
* Die Geschichte von Rigoletto Weiß
* Matthäuß Weiß und Arnold Weiß im Gespräch über die Auswirkungen des nationalsozialistischen
Völkermordes auf die Nachkriegsgenerationen der Sinti.
Eine Veranstaltung von:
Verband Deutscher Sinti und Roma e.V. – Landesverband Schleswig-Holstein, Landesverein der Sinti in Hamburg e.V., Ökumenisches
Forum HafenCity e.V. und der Kirchlichen Gedenkstättenarbeit an der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Konsum statt Gedenken? Niemals!

27. Februar 2018

+++ Mahnwache am Stadthaus +++
+++ jeden Freitag +++ 17:00 -­ 18:00 Uhr +++

Das Stadthaus braucht einen angemessenen Ort der Erinnerung an den Widerstand und die Verfolgung in Hamburg

Flyer_STADTHAUS_2._Auflage

Offener Brief

8. Februar 2018

 

 

Dieser  offene Brief wurde an die Bürgerschaft übergeben.

Weitere Unterschriften können gezeichnet werden.

Bitte wenden Sie sich per Mail an unser Landesbüro: vvn-bda.hh@t-online.de

 

Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.

Offener Brief von Kindern und Enkeln im Stadthaus misshandelter und gefolterter Widerstandskämpfer*innen

Wir wenden uns an die Öffentlichkeit als Nachkommen von Angehörigen des Hamburger antifaschistischen Widerstands, die zwischen 1933 und 1943 im Stadthaus – damals Sitz der Hamburger Polizei – von der GESTAPO misshandelt worden sind. Schon bald nach dem 30. Januar 1933 waren Misshandlung und schwerste Folter bis zum Mord regelmäßig Teil der dort erfolgten Vernehmungen.

In allen Erinnerungsberichten unserer Eltern und Großeltern und ihrer Freunde spielte das Stadthaus – ebenso wie das KoLaFu – eine ganz besondere Rolle als Ort des Schreckens.

Schon 1948 stellten „die politisch und rassisch Verfolgten in der Baubehörde“ einen Antrag auf Errichtung eines Erinnerungsmals im damals noch vorhandenen ehemaligen „Bereitschaftsraum“, in dem    die Verhafteten auf ihre Verhöre warten mussten.  Sie schrieben an Senator Dr. Nevermann: „Seit Menschengedenken sah kein anderer Raum in Hamburg soviel seelische Qual, soviel Verzweiflung, soviel unverschuldete Not wie dieser. Sorgen Sie, sehr geehrter Herr Senator, bitte dafür, dass dieser Raum, dieser Vorhof zur Hölle, nicht mehr dem nüchternen Alltag dient: Ein schlichtes Denkzeichen möge von den Kämpfern und den Opfern für Menschlichkeit und Recht und Freiheit zeugen. Eine schmiedeeiserner Gittertür trenne den Raum vom Flur, einen Blick gewährend auf das Mal“.  Der Antrag wurde von Dr. Nevermann im Senat eingebracht, wo aber „grundsätzliche Bedenken erhoben wurden“, so dass er letztlich im Sande verlief.[1]

1977 ergriffen Kolleginnen und Kollegen der ÖTV die Initiative für eine Erinnerungstafel am Eingang. Ältere Kollegen, die selbst in den Kellern gelitten hatten, hatten ihnen von der Geschichte des Hauses berichtet und die sollte nun öffentlich werden. Bis 1981 dauerte es, dass die Tafel endlich angebracht werden konnte.

Nun hat die Stadt Hamburg die ehemalige größte Folterkammer an der Stadthausbrücke an den privaten Investor Quantum verkauft. Immerhin gab es eine vertraglich festgelegte Forderung an den neuen Eigentümer, in dem Gebäude eine angemessene Gedenkstätte zu schaffen. Eine Gedenkstätte für all die Menschen, die dort während der Zeit des Nationalsozialismus gefoltert, gequält und ermordet wurden. Damit die Erinnerung an die wirklichen Helden jener Zeit nicht aus dem Gedächtnis der nachkommenden Generationen verschwindet. Die Erinnerung daran, dass es Menschen gegeben hat, die für eine Zukunft ohne Terror und Krieg bereit waren, ihr Leben zu geben.

Quantum hatte sich im Jahre 2009 verpflichtet, „in Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt und der KZ-Gedenkstätte Neuengamme einen Lernort … (Ausstellung, Seminare, Veranstaltungen, Inszenierungen, Dokumentationen) zur Nutzung des Stadthauses in den Jahren 1933 – 1943 (…) in geeigneten Räumen auf seine Kosten zu realisieren sowie dauerhaft den Betrieb und die öffentliche Zugänglichkeit sicher zu stellen.“ (Drs. 19/4555). Die KZ-Gedenkstätte Neuengamme wurde mit den inhaltlichen Vorarbeiten für die Einrichtung einer solchen Dokumentations- und Gedenkstätte in Erinnerung an die Opfer der Polizeigewalt in der Zeit des Nationalsozialismus beauftragt. Erste Zwischenergebnisse wurden im Jahre 2012 in einer Ausstellung im Rathaus präsentiert („Dokumentation Stadthaus. Die Hamburger Polizei im Nationalsozialismus“). Laut Antwort des Senats (Drs. 20/12554) sollte im Erd- und Untergeschoss eine Gedenkstätte realisiert werden, welche vom Betreiber zu konzeptionieren sei.

Jetzt erfahren wir, dass an der für die Gedenkstätte vorgesehenen Fläche eine Buchhandlung mit angeschlossenem Café entstehen soll. Oh ja, 70  Quadratmeter  Ausstellung soll es auch geben! Vielleicht notgedrungen mit einer Plakette an der Wand, die man leicht übersehen kann: „Hier wurden zahllose Menschen gefoltert und ermordet“?

Diese Entwicklung fordert unseren entschiedenen Widerspruch heraus. Wir sind empört!

Dieses Stadthaus ist ein Sinnbild für die Unmenschlichkeit des nationalsozialistischen Systems in Hamburg. Es ist so oft die Rede davon, dass unsere Jugend Vorbilder brauche. Richtig! Die politischen Häftlinge, ebenso wie aufrechte Christen und andere Gegner des Regimes haben sich für ein demokratisches Deutschland geopfert, das ist ein Geschenk an das deutsche Volk, das nicht  in Vergessenheit geraten darf. Ihre Namen, Bilder und Lebensgeschichten gehören an diesen Ort, nicht ein Café, in dem man sich zum gemütlichen Plaudern niederlässt!

Carl Burmester, der mit anderen den Widerstand der Hafen- und Seeleute organisierte, wurde die Treppe hinab zu Tode gestürzt.

Herbert Dau, der spätere Bürgerschaftspräsident, wurde wegen seiner Tätigkeit im sozialdemokratischen Widerstand im Gestapohauptquartier, dem Stadthaus, gefoltert.

Etkar André, kommunistisches Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, wurde hier gefoltert, bis er nur noch eine einzige blutige Masse war.

Adolph Schönfelder, vor 1933  Polizeisenator der Stadt Hamburg, wurde von seinen ehemaligen Untergebenen mit besonderer Infamie „behandelt“.

Der 17jährige Helmuth Hübener, der selbstverfasste Flugblätter mit seinen Freunden verteilt hatte, wurde hier gefoltert, bevor er zum Tode verurteilt wurde.

Wenn von Besitzern historischer Gebäude im Umfeld der Stadthausbrücke unter Androhung von finanziellen Konsequenzen verlangt wird, bestimmte Vorlagen zur Gestaltung der Außenfassade zu erfüllen, warum kann man die neuen Besitzer des Palais nicht zwingen, den unterschriebenen Vertrag zu erfüllen und für eine angemessene Gedenkstätte zu sorgen? Stattdessen antwortet der Senat auf Anfragen der CDU und der LINKEN, man habe keinen Einfluss mehr auf die Vertragserfüllung. „Kann nicht“ heißt doch im Klartext „Will nicht!“ und das darf nicht hingenommen werden.

Ralph Giordano, Hamburgs berühmter Sohn, Verfasser der “Bertinis“ und Stifter des Bertini-Preises, der dreimal den Foltermethoden der Gestapo ausgeliefert war, sagte Zusammenkünfte im Hotel gegenüber ab, wenn er dabei auf das Stadthaus blicken musste.

Elie Wiesel sagte einmal: „Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit.“

 

Norma van der Walde, Tochter von Kurt van der Walde

Ilse Jacob, Tochter von Franz und Katharina Jacob

Ursula Suhling, Tochter von Karl und Lucie Suhling

Peter Badekow, Sohn von Albert Badekow

Helga Buschmann, Tochter von Ludwig Levien

André und René Buschmann, Enkel von Ludwig Levien

Carola Kieras, Enkelin von Georg Kieras

Elisabeth Sukowski-Pfohlmann, Enkelin von Klara Dworznik

Prof. Dr. Ulrich Bauche, Sohn von A. W. Bauche

Christiane Meyn, Ehefrau von Hein Meyn

 

Als eine der wenigen noch lebenden ehemaligen Gefangenen der GESTAPO im Stadthaus unterstütze ich das Anliegen meiner Kameradinnen und Kameraden mit ganzem Herzen.

 

Ilse Budzyn, geb. Kantel

 

Hamburg, den 25. Januar 2018

[1]     Dokumentation Stadthaus in Hamburg, Hrsg. ÖTV-Bezirksverwaltung Hamburg, April 1981

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