Tausende Menschen waren erfolgreich aktiv gegen die Nazis

1. Juni 2012

Wie bekannt, hat das Umfeld, das den NSU unterstützt hat, heute zu einer Demonstration aufgerufen. Diese Demonstration wurde durch einen Beschluss des Verwaltungsgerichts in Hamburg-Wandsbek genehmigt.Dagegen hat sich breiter zivil-gesellschaftlicher Widerstand entwickelt. Ob über 220 unterstützende Organisationen des Hamburger Bündnis gegen Rechts (HBgR), ob die Hamburger Erklärung oder die Veranstaltung „Hamburg bekennt Farbe“ auf dem Rathausmarkt.

Es haben zwischen 6.000 und 7.000 Menschen an der Demonstration des Hamburger Bündnis gegen Rechts (HBgR) in der Hamburger Innenstadt teilgenommen. Der Rathausmarkt wurde von rund 10.000 Teilnehmern besucht, unter anderen von rd. 2.000 bis 3.000, die aus der Demonstration heraus auf den Rathausmarkt gingen. An den Massenblockaden in Wandsbek, zu dem das HBgR aufgerufen hat, haben insgesamt etwas über 6.000 Personen teilgenommen.

Olaf Harms, Sprecher des HBgR, fasste zusammen: „Tausende Menschen sind heute aktiv gegen den Nazi-Aufmarsch gewesen, haben Signale und Zeichen gesetzt. Die erfolgreichen Blockaden des HBgR führten zu einer erheblichen Verkürzung des Nazi-Aufmarsches, während auf dem Rathausmarkt Farbe bekannt wurde.“

Polizei: rücksichtslos und brutal

Der Aktionskonsens des HBgR wurde auf seinen Blockaden gelebt. Es war ziviler Ungehorsam, es waren Menschenblockaden und es ging keine Eskalation von ihnen aus. Die Polizei selber hatte sich nicht an ihre eigene Deeskalationsstrategie gehalten, im Gegenteil: Nachdem wenige Menschen von einer Sitzblockaden wegetragen wurde, verging die Lust: Nun wurden Pfefferspray und Wasserwerfer eingesetzt, und die Reiterstaffel ritt in die Sitzenden direkt hinein.

Nachdem die ursprüngliche Route der Nazis durch viele tausend Menschen erfolgreich blockiert wurde, hat die Polizei den Nazis eine Ersatzroute angeboten. Spätestens hier wäre es möglich gewesen, den braunen Spuk zu beenden. Stattdessen entschied sich die Einsatzleitung der Polizei zu einem harten Vorgehen gegen drei auf der Ersatzroute befindliche Blockaden und setzte den Nazi-Aufmarsch unter Einsatz von Pfefferspray, Wasserwerfer und Schlagstöcken durch. Darüberhinaus ist es der Polizei nicht gelungen, die Nazis im Griff zu behalten. So konnten freilaufende Nazis ungehindert demonstrierende Bürger angreifen, so z.B. am Jacobi-Park oder Hasselbrookstr./Hammer Steindamm.

„Die Polizei hat die Ersatzroute der Nazis durchgeknüppelt, statt rechtliche Möglichkeiten für ein Verbot der Nazi-Demo zu nutzen. Nazis konnten andere Menschen angreifen und für ihre menschenverachtende Politik werben“ äußerte Olaf Harms vom HBgR.

Menschenrechtsverletzung durch den Hamburger Kessel

Bereits am Vormittag hat die Polizei rd. 300 bis 400 Menschen, die gegen den Nazi-Aufmarsch aktiv werden wollten, bis zu 5 Stunden ohne Wasser eingekesselt. Die Menschen mussten ihre Notdurft in Plastiktüten verrichten. Damit lebte der Mitte der 80ger Jahre berühmt gewordene „Hamburger Kessel“ wieder auf. Doch dieses Mal hat sich die Polizei den Kessel durch einen Amtsrichter absegnen lassen, erst danach wurden Dixie-Klos in den Kessel verbracht.

„Unverständlich und völlig unfassbar ist es, dass Nazis marschieren dürfen, und andererseits Demonstrierende und Antifaschistinnen und Antifaschisten stundenlang unter menschenunwürdigen, und damit verfassungswidrigen Umständen, eingekesselt werden“ so Olaf Harms vom HBgR.

Nazi-Aufmarsch am 2. Juni Stoppen!

geschrieben von Der Landesvorstand der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten hamburg

30. Mai 2012

Liebe Kameradinnen und Kameraden, Sehr geehrte Damen und Herren,wie Ihr/Sie sicherlich der Presse und anderen Medien entnommen habt, ist den Nazis eine Demoroute in Wandsbek vom Verwaltungsgericht zugebilligt worden. Was wird nun aus unserer Demo und unseren Aktionen am 2.6.2012.:

Die vom Bündnis geplante Demonstration findet auf jeden Fall statt, d. h. pünktlich um 9:30 Uhr starten wir am Gerhard-Hauptman-Platz und endet um 11:00 Uhr mit einer Abschlusskundgebung auf dem Gänsemarkt.

Die VVN-BdA veranstaltet außerdem ab 9:30 Uhr vor dem Stadthaus (Ecke Neuer Wall/Stadthausbrücke) gemeinsam mit der AG Neuengamme ein Lesung mit Texten von und über Opfer, die die Schergen der Gestapo im Stadthaus mißhandelt und ermordet haben.

Die weitere Aktionen des 2.6.2012, insbesondere in Wandsbek, zeichnen sich schon ab, sind aber noch Aktualisierungen unterworfen. Deshalb informiert Euch über den jeweiligen Planungsstand beim Hamburger Bündnis gegen Rechts, dem auch die VVN-BdA angehört, unter http://www.keine-stimme-den-nazis.org/

Und noch eins: Die Mobilisierung kostet Geld und das Bündnis hat noch nicht genug um die entstehenden Kosten abzudecken.

Ihr könnt spenden! Wie? Schaut doch mal hier nach: http://www.keine-stimme-den-nazis.org/index.php?option=com_content&task=view&id=4972&Itemid=201

KEINE ZUKUNFT DEN FASCHISTEN!

Der Landesvorstand der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten hamburg

Nazi-Aufmarsch am 2. Juni Stoppen!

12. Mai 2012

Am 2. Juni wollen Nazis unter dem Motto „Tag der deutschen Zukunft – Unser Signal gegen Überfremdung“ durch Hamburgs Innenstadt marschieren.Das werden wir nicht zulassen. Wir rufen alle Menschen dazu auf, den Nazis nicht die Straße zu überlassen.Nachstehend findet Ihr den Aufruf des Hamburger Bündnis’ gegen Rechts, mit dem wir gegen diesen Naziaufmarsch mobilisieren.

AUFRUF

Den Naziaufmarsch stoppen! Internationale Solidarität statt völkischer Wahn!

Für Samstag, den 2. Juni 2012 planen Nazis einen überregionalen Aufmarsch durch Hamburgs Innenstadt unter dem volksverhetzenden Motto „Tag der deutschen Zukunft – Unser Signal gegen Überfremdung“. Sie wollen damit ihre menschenfeindliche, rassistische und auf Ausgrenzung basierende Politik öffentlich darstellen. Ihre neofaschistischen Positionen und Auftritte sollen zur Normalität werden. Am 27.Juni 2001 wurde der Kaufmann Süleyman Tasköprü in Hamburg-Bahrenfeld durch den „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) ermordet. Die Veranstalter_innen dieses Aufmarsches rekrutieren sich aus dem Teil der Faschistenszene, aus deren Reihen sich u.a. der NSU bildete und unterstützt wurde: Kameradschaften, autonome Nationalisten und NPD.

Keine Zukunft den Faschisten! Das Hamburger Bündnis gegen Rechts ruft deshalb für den 2. Juni 2012 zu einem breiten Widerstand gegen die Faschisten und jede rassistische Stimmungsmache auf. Wir werden es nicht zulassen, dass sie ihre Hetze ungestört verbreiten können. Wir rufen alle Menschen dazu auf, den Nazis nicht die Straße zu überlassen und sich mit vielfältigen Formen des Protestes z.B. Kundgebungen, Demonstrationen, Blockaden gegen diesen Aufmarsch zu beteiligen. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Aufmarsch zu verhindern. Am 1. Mai 2008 haben wir schon einmal erfolgreich den Nazis Paroli geboten.

20120513_1_hbgr-aufruf-small.pdf (397 KB)

Nazi-Aufmarsch am 2. Juni Stoppen!

12. Mai 2012

Für eine solidarische Gesellschaft – gegen Neonazis und Faschisten! Wir wollen eine offene, pluralistische, humane Gesellschaft, in der demokratische Grundwerte, politische Freiheit und soziale Rechte respektiert und gelebt werden. Das bedeutet auch, dass Menschen das Recht haben müssen, zu migrieren und Schutz vor Verfolgung zu finden.

Wir treten ein gegen die menschenverachtende und antidemokratische Programmatik extrem rechter, neonazistischer Gruppierungen und Parteien, die ihr Weltbild auf Rassismus und Antisemitismus, Sexismus und Homophobie gründen. In den letzten 20 Jahren haben sie mehr als 140 Menschen umgebracht – sie ermordeten MigrantInnen, Obdachlose, Menschen mit Behinderung, Punks und andere Menschen, die nicht in ihr Weltbild passten. Sie streben einen gewaltförmigen faschistischen Führer-Staat an, in dem Andersdenkende verfolgt und Freiheitsrechte brutal unterdrückt werden. Wir werden nicht zurückweichen vor den Einschüchterungsversuchen und Gewaltdrohungen von rechts, die wir auch in Hamburg auf vielen Ebenen deutlich erkennen. Die politische Diffamierung antifaschistischer Protestaktivitäten als Extremismus ist nicht hinnehmbar. Die Verbrechen und die politischen Bestrebungen der Neonazis haben ihre ideologischen Wurzeln in rassistischen und diskriminierenden Einstellungen, die auch in der Mitte der Gesellschaft vertreten sind. Rassismus und jede Art von Ausgrenzung zu bekämpfen heißt für uns daher auch, strukturelle und alltägliche Diskriminierung jeglicher Art aufzudecken und zurückzuweisen. Wir fordern staatliche und zivile Institutionen, Vereine, Kirchen und Wohlfahrtsverbände in Hamburg auf, sich mit uns politisch für eine solidarische, diskriminierungsfreie Gesellschaft einzusetzen und sich gegen die Umtriebe von Neonazis und Faschisten öffentlich zu positionieren. Wir rufen auf zur Teilnahme an der Demonstration gegen den Naziaufmarsch am 2.6.12.

Rede am Mahnmal Ohlsdorf

geschrieben von Antje Kosemund

5. Mai 2012

Liebe Freundinnen, liebe Freunde, liebe Mitstreiter/innen, „Die Vergangenheit ist nicht tot, sie ist nicht einmal vergangen“

Diese Worte hat uns der amerikanische Schriftsteller, William Faulkner, hinterlassen. Damit die Erinnerung nicht verloren geht, treffen wir uns hier, am Ehrenmal der Widerstandskämpfer gegen den Deutschen Faschismus, zum Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus. Weil wir an diesem Tag an die Frauen und Männer erinnern wollen, die mutig und beharrlich gegen das Naziregime gekämpft haben, mit dem Wissen, dass sie damit ihre Freiheit und sogar ihr Leben riskieren. Wir erinnern an alle Menschen die während der Jahre der Nazibarbarei der Willkür und Unmenschlichkeit zum Opfer gefallen sind. Wie werden die Verbrechen, die im Namen des Deutschen Volkes in unserem Land, und in den von deutschen Soldaten besetzten Ländern an unzähligen Menschen begangen worden sind, niemals vergessen. Die Antifaschisten, die KZ-und Zuchthausstrafen überlebten, die zu ihren Familien zurückkehren konnten, waren für uns, die damals „Jungen“ Vorbild in ihrem Eintreten für Frieden und Völkerverständigung, in ihren Kampf um eine bessere Welt, für eine Welt ohne Kriege, ohne Rassismus. Mittlerweile sind viele der Frauen und Männer des antifaschistischen Widerstands nicht mehr unter uns, ihr Leben und ihr Wirken bleibt unvergesslich. Die Erinnerungen der letzten Zeitzeugen, derjenigen die über ihre Erlebnisse noch berichten können, sind kostbar und für das historische Gedächtnis unersetzlich. Bald werden auch si an Gedenktagen wie diesen, nicht mehr dabei sein können. Der Tag der Befreiung steht in diesem Jahr unter dem Motto :

Das Vermächtnis weitertragen! : Das Vermächtnis weitertragen: Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus! wird an die nächsten Generationen weitergereicht. Diese Forderung wurde in der Öffentlichkeit allzu oft nicht gehört, oder ignoriert. Wer erinnert sich noch an den Neonazi Manfred Röder, der am 22. Mai 1980, zusammen mit einer Komplizin einen Brandanschlag auf ein Asylantenheim verübte. Dabei kamen zwei Vietnamesen ums Leben. Nur wenig später, am 26. September wurden bei einem Sprengstoffanschlag auf dem Münchener Oktoberfest 13 Menschen getötet, 213 Menschen wurden zum Teil schwerverletzt und kamen dabei zu Schaden. Der Täter Gundolf Köhler wurde von der Polizei als Einzeltäter dargestellt. Bis Ende 1980 wurden 20 Morde von Neonazis begangen. Wie notwendig der Widerstand gegen den Neofaschismus bleibt, zeigen die Mord- und Brandanschläge die seit Jahrzehnten von Neonazis verübt worden sind. Oft werden die Verbrechen als Taten verwirrter Einzeltäter verharmlost. Polizei, Justiz und ein Teil der Medien setzen anscheinend auf das kurze Gedächtnis der Bevölkerung. Wer erinnert sich heute noch an die schrecklichen Brandanschläge in Mölln, in Rostock und in Hoyerswerder und daran was dort geschehen ist. Die Mordliste der Neonazis umfasst seit der Zeit mehr als 200 Todesopfer. Viele von Ihnen waren Asylanten und Migrantinnen. Die Untaten der Nazis richteten sich aber auch gegen Menschen mit Behinderungen und gegen Obdachlose. Durch die Ereignisse der letzten Monate mussten wir erfahren, dass eine Bande von Neonazis völlig unbehindert über 13 Jahre mordend durch die Bundesrepublik reisen konnte. Die Mordopfer waren ausnahmslos Männer mit Migrationshintergrund. Da stellt sich die Frage, wie groß ist denn der Ermittlungseifer der zuständigen Beamten gewesen? Selbst nach 14 Banküberfällen kam die Polizei nicht auf die Spur dieser Bande. Die Einzelheiten der Skandale erspare ich uns, wir alle haben die Berichte über das unfassbare Versagen der Polizei und der Leute vom sogenannten Verfassungsschutz zur Kenntnis genommen. Seit voriger Woche soll in Berlin ein Untersuchungsausschuss die ungeheuerlichen Vorgänge aufklären. Dem Ausschuss gehört ein Mitglied der NPD an, da kann man gespannt sein, wie das Ergebnis eines Tages aussehen wird, das der Untersuchungsausschuss dem Parlament vorlegen wird. Es darf bezweifelt werden, ob wir dann die Wahrheit erfahren. Nach einem Bericht im Abendblatt vom 1. Mai diesen Jahres, sollen etwa 130 Spitzel für den Verfassungsschutz in der NPD aktiv sein—etwa 20 sogenannte Vertrauensleute in den Bundes- und Landesvorständen. Der Hamburger Verfassungsschutz soll seit Wochen den Abzug der V-Leute vollzogen und die Zahlungen an sie beendet haben. Jedoch genießen sie immer noch „die Fürsorge des Staates“ wie es im Verfassungsschutzrecht heißt. Was in Hamburg bedeutet, „dass es nach dem Abschalten der V-Leute, zur Überbrückung der Situation sinnvoll sein könnte, eine Art Abfindung zu zahlen“ wie Manfred Murck, der Chef des Hamburger Verfassungsschutzes dem Abendblatt sagte. Am 2. Juni planen Neonazis einen Marsch durch Hamburg, das Hamburger Bündnis gegen Rechts unterstützt von Gewerkschaften, Bürgerinitiativen, von Parteien, Schulen und Universitäten und den Fachschaften, von Jugend- und Sportverbänden und Kirchengemeinden, sie und unzählige weitere Gruppen werden den Aufmarsch der Nazis verhindern. In unserer Stadt wollen wir sie nicht, und auch sonst nirgendwo. Dieses sind die Forderungen des Aufrufs gegen Rechts: Die vollständige Auflösung der NPD und aller faschistischen Organisationen. Lückenlose Aufklärung der Mordserie des NSU und der staatlichen Verstrickung. Gegen jegliche Ausgrenzung und Diskriminierung—gleiche Rechte für alle Menschen. Lasst uns gemeinsam dieses Vermächtnis der Überlebenden des Widerstandes weitertragen: Es ist im Schwur von Buchenwald festgehalten, der bis heute nicht erfüllt werden konnte. Er lautet: Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht. Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel! Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!

Bundesverdienstkreuz für Esther Bejarano

geschrieben von hjm

29. April 2012

Am 26. April erhielt Esther Bejarano, Ehrenvorsitzende der VVN-BdA, in Hamburg das Große Bundesverdienstkreuz aus den Händen des Hamburger Bürgermeisters Olaf Scholz.

Esther Bejarano, geboren 1924 in Saarlouis, kam ins KZ Auschwitz und musste dort im „Mädchenorchester“ für die Neuankömmlinge singen, von denen viele gleich danach in den Gaskammern ermordet wurden. Sie hat Auschwitz und Ravensbrück überlebt und wohnt seit 52 Jahren in Hamburg. Olaf Scholz zitierte aus der Ordensbegründung: „Im Sinne einer wahren Lebensleistung hat sie sich – als Künstlerin und als Friedensaktivistin – unermüdlich der Warnung vor Diskriminierung, Ausgrenzung und Verfolgung gewidmet.“ Vor dem Hintergrund der rechtsradikalen Mordtaten der Zwickauer Terrorzelle könne ihr Engagement gar nicht hoch genug gewürdigt werden. Esther Bejarano verband ihren Dank mit den Aufruf, gerade in Deutschland dürfe es keine Nazis mehr geben. Sie erinnerte an den Schwur von Buchenwald, in dem es heißt: „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“. Sie sagte: „Hamburg muss nazifrei sein. Dafür setzen wir uns ein und hoffen auf die Hilfe des Senats gegen den Naziaufmarsch am 2. Juni.“

Antifaschistische Demonstration:

geschrieben von Carola Kieras

20. April 2012

Im Folgenden dokumentieren wir den Beitrag der VVN BdA auf der Abschlusskundgebung

Lieber Antifaschistinnen und Antifaschisten, liebe Bergedorferinnen und Bergedorfer,

Vielen Dank, dass ich hier heute für die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten zu Euch sprechen darf. Wenn sich auch die Bergedorfer Gruppe erst vor wenigen Monaten erneut zusammengefunden hat, so ist doch die VVN- BdA insgesamt einer der ältesten Antifa- Organisationen. Die Frauen und Männer des antifaschistischen Widerstandes, die Überlebenden der nazistischen Konzentrationslager gründeten kurz nach Ende des Krieges die VVN. Unmittelbar nach der Befreiung entstandenen Häftlingskomitees und Ausschüsse der „Opfer des Faschismus, zunächst auf regionaler Ebene, “ Im März 1947 schlossen sie sich in Frankfurt am Main zum gesamtdeutschen „Rat der die „Vereinigungen der Verfolgten des Naziregimes“ zusammen.

Der Schwur von Buchenwald mit den Satz, der auch über unserer heutigen Demonstration steht, ist unser unverändert gültiges Leitmotiv! „Die Vernichtung des Faschismus mit seinen Wurzeln, der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

Dafür lohnt es sich zu kämpfen denn „Das sind wir unseren gemordeten Kameraden, ihren Angehörigen schuldig.“

Dafür müssen wir auch heute aufstehen, denn das Ziel ist noch nicht erreicht. Im November letzten Jahres taten die Medien in ganz Deutschland erschüttert, über die Entdeckung, dass auch die heutigen Nazis, in Gestalt der Terrorgruppe namens NSU, morden. Ich frage mich, warum erschienen alle so überrascht? Wir haben es doch gewusst, dass die menschenverachtende Ideologie noch die gleiche ist wie bei den historischen Vorbildern, wir haben es doch gewusst, dass Nazis gewalttätig sind. Die Ausstellung mit den Bildern der Opfer der Faschisten ist doch nicht nur hier in Bergedorf gezeigt worden! Wir haben es doch gewusst, dass immer mal wieder größere Mengen am Waffen und Munition bei Neo-Faschisten gefunden werden. Die haben damit nicht nur Wände verziert -was genug Anlass zu Sorgen wäre, nein, die haben sich die Waffen besorgt, um sie auch einzusetzen. Sorgen wir also dafür, dass das nicht wieder vergessen wird!

Sorgen wir auch dafür, dass der legale Arm der Faschisten, die NPD endlich verboten wird. Bereits 2007 hat die VVN 175.445 Unterschriften für ein sofortiges NPD-Verbot gesammelt. Zwei Jahr später habe wir die Leute gebeten nicht nur zu unterschreiben, sondern selber eine Stellungnahme, eine eigene Begründung warum die NPD verboten gehört, aufzuschreiben. 5.000 Stellungnahmen konnten wir sammeln. Und heute? Heute sammeln wir natürlich wieder Unterschriften, damit die Sonntagsreden von Politikern aller Couleur diesmal keine Sonntagsreden bleiben, sondern endlich Taten folgen und die NPD verboten wird.

Natürlich wissen wir, dass ein formales Verbot nur der erste Schritt sein kann, aber entscheidend ist, dass damit die staatliche Finanzierung der Volksverhetzenden und rassistischeren Ideologie endlich aufhört.

Sofort beendet werden muss auch die Unterstützung der Faschisten durch den Verfassungsschutz. Denn was ist ein V-Mann? Das ist kein Demokrat, der schweren Herzens „mit den Wölfen“ heult. Nein! Ein V-Mann ist ein überzeugter Nazi, der sich von Verfassungsschutz bezahlen lässt und mit Hilfe dieses Geldes noch mehr neofaschistische Organisationen aufbaut. Dieser Irrsinn gehört sofort gestoppt!

Die Beobachtung der rechten Umtriebe durch den Verfassungsschutz hat bekanntlich keine Ergebnisse gebracht, keinen der Morde an friedlichen Menschen verhindert, nur weil sie nicht in das rassistische Menschenbild der Nazis passten. Eingestellt werden muss auch und umgehend die Bespitzlung, Verfolgung und Kriminalisierung von Antifa-Gruppen und- Organisationen, darunter auch die der VVN-BdA.

Die Überwachung von Antifaschisten ist überflüssig, die Überwachung der Nazis Wirkungslos, also brauchen wir auch keinen so genannten Verfassungsschutz, der kann aufgelöst werden!

Die frei werdenden Gelder, und das sind nicht wenige, müssen dann der freien Jungendarbeit zur Verfügung gestellt werden, denn dort wird die eigentliche Präventivarbeit geleitstet, die verhindern kann, das weitere Jugendliche durch Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit und Ausgrenzung in die Fänger der Neo-Nazis geraten können. Und natürlich muss das Geld ohne die Spitzelklause aus dem Familienministerium verteilt werden.

Aufgelöst gehören auch die Umzüge der Neo-Nazis. Wenn die NPD endlich verboten wäre, dann könnten sie ihre Aufzüge nicht mehr als Meinungsfreiheit tarnen, sondern müssten ebenfalls endlich verboten werde. Ihr wisst es ja bestimmt: Am 2. Juni wollen die Faschos in Hamburg ihre perverse Form von „deutscher Zukunft“ mit einem mehrstündigen Aufmarsch feiern.

Das werden wir nicht zulassen. Hamburger und Hamburgerinnen können und werden die Nazis genauso stoppen, wie die Freunde in Dresden. Wir rufen alle Menschen dazu auf, den Nazis nicht die Straße zu überlassen.

Beteiligen euch an den Aktivitäten des Hamburger Bündnis gegen Rechts! Faschismus ist Keine Meinung – Faschismus ist ein Verbrechen

Enthüllung eines Modells für einen Gedenkstein (Mahnmal) für ehemalige ZwangsarbeiterInnen in Bergedorf

geschrieben von Ilse Jacob

14. April 2012

Im Folgenden dokumentieren wir den Beitrag von Ilse Jacob

Wenn ich auch heute in Alsterdorf wohne, so habe ich doch in meiner Biografie eine kleine Beziehung zu Bergedorf. Als meine Eltern, beide waren Kommunisten, im Juli 1944 verhaftet wurden, holte mich meine Großmutter nach Bergedorf. In ihren guten Händen blieb ich ein Jahr, bis meine Mutter aus dem KZ Ravensbrück zurückkam. Mein Vater, Franz Jacob, war 1940 nach siebenjähriger Haft entlassen worden und baute zusammen mit anderen Genossen, zu denen auch meine Mutter gehörte, in Hamburg eine Widerstandsgruppe auf, die später als Bästlein-Jacob-Abshagen-Organisation bekannt wurde. In dieser Gruppe arbeiteten auch ausländische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene mit. Drei von ihnen möchte ich näher vorstellen.

Von Sinaida Strelzowa weiß man nur wenig, nicht einmal ihr Geburtsjahr ist bekannt. Sie kam aus der Sowjetunion, wahrscheinlich aus der Ukraine, und war Zwangsarbeiterin auf der Stülckenwerft. Sie gehörte der illegalen Betriebszelle der Bästlein-Jacob-Abshagen-Organisation an und organisierte vor allem unter den Ostarbeitern des Betriebes den Widerstand. Sie gehört zu den Menschen, die wie ihre Kollegen Ernst Fiering und Franz Reetz am 21. und 23. April 1945 im KZ Neuengamme ermordet wurden.

Roger Fridman war seit 1940 französischer Kriegsgefangener. Unter welchen Bedingungen er nach Deutschland gebracht wurde? Zu Fuß und mit der Bahn, fast ohne Nahrung, Ankunft in Sandbostel, von dort in ein Lager nach Hamburg-Lokstedt und von dort in die Vereinigten Deutschen Metallwerke (VDM) in Groß Borstel. Dort wurden Flugzeugteile hergestellt. Untergebracht waren sie in einem Tanzlokal und einer Baracke gegenüber der Fabrik. Roger Fridman arbeitete bei VDM als Elektriker; später als Dolmetscher, das erlaubte ihm, alle Abteilungen kennen zu lernen und Nazis von Antifaschisten unterscheiden zu können. Roger Fridman berichtete später: „Nachdem sich unsere Gruppe von französischen Kommunisten und Antifaschisten organisiert hatte, beschlossen wir folgende Aktion und führten sie durch: Da es oft geschah, dass diejenigen, welche die Gefangenen in ihre Werkstatt begleiten sollten, einige Minuten zu spät kamen und andererseits die Fabrikdirektion von unseren Wachen forderte, dass wir pünktlich waren, gelang es uns, dass wir nach drei Minuten Warten auf die Zivilpersonen in unsere Baracke zurückkehrten. Das rief einen Sturm hervor! Die Direktion und der Chef unserer Wachen stritten sich, wer dafür verantwortlich gewesen sei. Die Folge war, dass 250 Gefangene eine Arbeitsstunde verloren. Was aber noch größeren Wert für unsere politische Arbeit hatte: Von diesem Tage an konnten die Gefangenen allein in die Werkstatt gehen, zum WC und in die Kantine. Das gestattete ein freies Umhergehen der Gefangenen in der Fabrik.“ In diesem Betrieb gab es eine illegale Widerstandsgruppe, die zur Bästlein-Jacob-Abshagen-Organisation gehörte und deren Arbeit von Robert Abshagen angeleitet wurde. Ende 1941 wurde Roger Fridman von Erwin Ebhardt, einem Deutschen in der Uniform des NS-Fliegercorps auf die Französische Kommunistische Partei angesprochen. Roger Fridman war zunächst wegen der Uniform skeptisch, aber ein anderer deutscher Kollege beruhigte ihn, und sagte, der Erwin sei in Ordnung. Nachdem ihre Unterkunft durch einen Bombenangriff zerstört worden war und sie in der Kantine des Betriebes untergebracht worden waren, forderte Roger Fridman im Namen der Franzosen von der Direktion eine bessere Unterbringung. Die Direktion hatte taube Ohren. Erwin Ebhardt informierte Roger Fridman, dass am Lattenkamp eine Unterkunft für 300 Zwangsarbeiter mit einem Bombenunterstand eingerichtet worden und noch nicht belegt war. Dieses Quartier forderten die Gefangenen jetzt für sich. Der Chef der Wachen unterstützte sie bei dieser Forderung. Er musste nämlich bei Bombenangriffen mit den Gefangenen in der ungeschützten Kantine bleiben. Die Kriegsgefangenen versammelten sich auf dem Fabrikhof und erklärten, dass sie nicht mehr in der Kriegsfabrik arbeiten würden, wenn nicht für ihre Unterkunft gesorgt würde. „Ich berief mich auf die Statuten des Roten Kreuzes. Die Direktion rief den Generalkommandanten des Bezirkes an, der geruhte, sich in die Fabrik zu begeben. Mit ihm verhandelte ich. Meine Kameraden wichen unterdessen nicht vom Hof. Ihr könnt euch den Eindruck vorstellen, den das in der Fabrik machte. Ein Streik! Seit Beginn des Hitlerismus hatte sich eine solche Sache nicht im Betrieb ereignet. Wir erreichten: 1. Die Unterbringung im Lager Lattenkamp, das einen Bombenunterstand hatte, 2. dass wir uns von einem Kommando zum anderen versetzen lassen konnten, 3. Verbesserung unserer Verpflegung, 4. die Beihilfe der Fabrik zur Einrichtung einer Theaterbühne, 5. für mich persönlich die Bevollmächtigung zum freien Verkehr von Lattenkamp in die Fabrik, ohne Bewachung, und jederzeit, wann ich wollte. Als Erwin Ebhardt im Oktober 1942 verhaftet wurde, wurde auch Roger Fridman festgenommen. Nach den schweren Bombenangriffen im Juli 1943 erhielt Erwin Ebhardt für zwei Monate Hafturlaub. Er stellte sich nicht wieder und ging in die Illegalität. Im März 1944 gelang der Gestapo die Festnahme von Erwin Ebhardt. Der Prozess gegen ihn fand nicht mehr statt. Er erlebte das Ende des Krieges unter verschärften Haftbedingungen im Hamburger Untersuchungsgefängnis. Roger Fridmans Sache wurde dem Kriegsgericht übergeben. Er wurde dann ständig von einem Lager ins andere verlegt. Im Lager der Stadt Wesermünde erkrankte er und wurde in das Stalag 10B gebracht. Dort erlebte er im Frühjahr 1945 mit Hilfe von Freunden die Befreiung.

Michal Pozywilek war polnischer Kriegsgefangener. Er wurde 1941 als 24-Jähriger zusammen mit anderen zur Arbeit auf die Werft von Blohm & Voss gebracht. Er beschreibt in seinen Erinnerungen, wie er und seine Freunde Kontakt zu deutschen Kollegen gefunden haben. „Unter ihnen befand sich ein alter polnischer Emigrant von vor 1914. Mit seiner Hilfe konnten sich die deutschen Arbeiter leichter mit uns verständigen und dank ihm erfuhren wir, wer Faschist und wer Antifaschist war. Dieser alte Emigrant machte uns mit einem deutschen Arbeiter Bruno näher bekannt. Bruno lernte die russische Sprache, er bat meinen Kollegen Karpiennik, der die russische Sprache ziemlich gut beherrschte, um Hilfe. Nach einer gewissen Zeit bat Bruno den Lagerkommandanten um die Erlaubnis, uns nach der Arbeit oder am Sonntag für die Arbeit in seinem Garten mitnehmen zu dürfen. In der Wohnung in Barmbek, lasen wir eine verbotenen Zeitung… Bruno war kein Mitglied der KPD, sondern ein mit den Kommunisten Sympathisierender.“ Ich habe hier so ausführlich zitiert, weil es ein Beispiel dafür ist, wie es auch unter sehr schwierigen Bedingungen für einen deutschen Arbeiter möglich war, Kriegsgefangene oder Zwangsarbeiter zu unterstützen. Später lernte Michal Pozywilek den Kommunisten Hans Hornberger kennen und bekam durch ihn Verbindung zur illegalen Betriebszelle bei Blohm & Voss. Diese Kollegen halfen ihnen durch Beschaffung von Lebensmitteln und Bekleidung. Wichtig war den polnischen Arbeitern aber auch, dass sie die Möglichkeit bekamen, in den Wohnungen der deutschen Kollegen den Moskauer Sender zu hören und sich ein Bild von der Lage an der Front zu machen.1964 berichtet Michal Pozywilek: „Mit großer Überzeugungskraft sprach der Kollege Hans mit uns über den Widerstandskampf der deutschen Arbeiter gegen Naziregime und Krieg. Und es dauerte nicht lange, bis wir polnischen Kriegsgefangenen beschlossen, uns diesem Kampf anzuschließen. Wir erhielten wichtige Informationen und gaben sie weiter an unsere Kameraden im Wohnlager Jungiusstraße und viele andere Lager. Gemeinsam mit den deutschen Kollegen haben wir den sowjetischen Kriegsgefangenen, denen es besonders schlecht ging, geholfen, so viel wir nur konnten.“ Es gelang, Verbindungen zu französischen, holländischen, italienischen, polnischen, russischen und serbischen Kriegsgefangenenlagern in und um Hamburg herzustellen. Als ihre wichtigste Arbeit sahen die ausländischen Arbeiter die Organisierung von Sabotageakten in kriegswichtigen Betrieben an. Beabsichtigt war vor allem, die Zerstörung der zur Herstellung von Kriegsschiffen bestimmten Maschinen, Werkzeuge und Rohstoffe. Jeder zerstörte auf seinem Posten, was er konnte. Man zerbrach zum Beispiel massenhaft Glühbirnen, verursachte Kurzschlüsse, die Schweißer schweißten absichtlich fehlerhaft…

Im Oktober 1942 wurden viele Mitglieder der Bästlein-Jacob-Abshagen-Organisarion verhaftet, unter ihnen auch Hans Hornberger. Michal Pozywilek gelang es, Verbindungen zu anderen deutschen Antifaschisten herzustellen, z. B. zu Ernst Fiering auf der Stülckenwerft. Bei den schweren Bombenangriffen im Juli 1943 wurden auch viele Kriegsgefangenenlager zerstört, viele Gefangene flüchteten aus Hamburg. Michal Poziwilek blieb mit neun seiner Kameraden in Hamburg und versuchte, abgerissene Verbindungen zu deutschen Widerstandskämpfern wieder herzustellen. Als im Juli 1943 viele Gefangenen für zwei Monate Hafturlaub erhielten, beschlossen einige von ihnen, darunter Hans Hornberger, sich nach Ablauf der Frist nicht wieder zu stellen, sondern unterzutauchen. Michal Pozywilek besorgte ihm gemeinsam mit einem anderen polnischen Kameraden, ein illegales Quartier. Anfang Januar 1944 gelang es der Gestapo mit Hilfe eines Spitzels Hans Hornberger festzunehmen. In den Verhören wurden die Verhafteten immer wieder nach einem „Mischka“ befragt, der der Gestapo aber unbekannt blieb. Hans Hornberger wurde am 14. Februar gemeinsam mit seinen Genossen Gustav und Lisbeth Bruhn und Kurt Schill ohne gerichtliches Verfahren auf Anweisung Himmlers im KZ Neuengamme gehängt.

Im Herbst 1944 erschien den Behörden die Konzentration von feindlichen Ausländern in Hamburg zu groß. Viele von Ihnen wurden deshalb in Lager in der Gegend von Lübeck gebracht. Zu ihnen gehörte auch Michal Pozywilek. Im Winter 1944/45 gelang es ihm, gemeinsam mit anderen in die Wälder zu flüchten. Sie zogen Richtung Hamburg und versuchten, Kontakte zu Hamburger Genossen herzustellen. Als dies nicht gelang, versteckten sie sich bis zur Befreiung durch englische Truppen im Sachsenwald. Ich habe Roger Fridman und Michal Pozywilek in den 60er Jahren noch persönlich kennen gelernt und war von ihrer Persönlichkeit, ihrer Menschlichkeit und ihrem Humor beeindruckt. Hier, wo heute das Modell eines Mahnmals für ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter enthüllt wird, war es mir wichtig, daran zu erinnern, dass sie Furchtbares erlitten haben, aber auch dass viele von ihnen am antifaschistischen Widerstand beteiligt waren.

Frühjahrsputz in Bergedorf

geschrieben von Gruppe Bergedorf

8. April 2012

In Hamburg-Bergedorf sind 21 Stolpersteine verlegt worden, die vor dem an den letzten selbstgewählten Wohnort an Verfolgte der Nazi-Regimes erinnern. Viele diese Steine sind in Laufe der Zeit dunkel und stumpf geworden, so dass sie sich kaum noch von umgebenden Pflastersteinen abhoben.

Wir, die VVN- BdA Gruppe Bergedorf, haben uns an einem Freitagnachmittag getroffen, ausgerüstet mit Putzmitteln, Schwämmen und Tüchern um den Steinen wieder zu neuem Glanz zu verhelfen. Dabei haben wir natürlich auch „Flagge gezeigt“ und uns als VVN-BdA zu erkennen gegeben.

Anlass war auch, dass in diesem Jahr in Bergedorf, das 850 jährige Stadtjubiläum gefeiert wird. In diesem Rahmen gibt es auch eine Woche des Gedenkens mit einem umfangreichen Programm von Vorträgen, Ausstellungen, Lesungen, Stadtrundgänge Konzerten, Theater, Film und Diskussion in einen Woche des Gedenkens. Das war für uns auch ein Grund, jetzt die Stolpersteine zu reinigen. In der Gruppe hat es richtig Freunde gemacht und wir hatten am Ende das schöne Gefühl etwas Gutes getan zu haben. Zuvor hatte eine Kameradin einen Weg von Stein zu Stein ausgearbeitet und die Biographien recherchiert, so dass wir beim Reinigen gleichzeitig ein Gedenken veranstalten konnten. Zur Nachahmung empfohlen.

Woche des Gedenkens Bergedorf

geschrieben von Carola Kieras

7. April 2012

In Bergedorf haben sich 23 Initiativen und Vereine zusammengeschlossen und gemeinsam ein umfangreiches Programm erstellt.

Vom 13. bis 29. April 2012 wird in Vorträgen, Ausstellungen, Lesungen, Stadtrundgängen Konzerten, Theater, Film und Diskussion an Verfolgung, Widerstand und Zwangsarbeit zur Zeit des Faschismus erinnert. Ein wichtiger Programmpunkt ist die Enthüllung eines Models für einen Gedenkstein (Mahnmal) für ehemalige ZwangsarbeiterInnen in Bergedorf am Sonntag, den 15. April. Weitere Höhepunkte werden die Podiumsdiskussion „Strategien gegen Neonazismus“ am Montag, den 16. April, die Antifaschistische Demonstration am Sonnabend, den 21. April und das gemeinsame Konzert der Bejaranos und Microphone Mafia am 27. April sein. Das vollständige Programm am Ende des Artikels.

20120408_1_programmheft_woche_des_gedenkens.pdf (1288 KB)

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