„Erinnerungen“ heißt das neue Buch von Esther Bejarano, Ehrenvorsitzende der VVN-BdA und Leiterin des Auschwitz-Komitees. Es beinhaltet ihren gesamten Lebensweg, der sie auch ins Vernichtungslager Auschwitz geführt hat. Das Vorwort schrieb Kultursenatorin Barbara Kisseler. Auch die Autorin Peggy Parnass hat einen Beitrag beigesteuert. Das Buch ist im Laika-Verlag erschienen, hat 208 Seiten und kostet 21 Euro. Esther hat das Buch selbst am 24. Oktober im Haus der Patriotischen Gesellschaft vorgestellt. hjm
3500 Schüler demonstrierten für das Bleiberecht der Lampedusa-Flüchtlinge
19. Januar 2014
Rund 3500 Schülerinnen und Schüler demonstrierten am 12. Dezember in der Hamburger Innenstadt während des Unterrichts für das Bleiberecht der Lampedusa-Flüchtlinge. Diese Zahl ist umso erstaunlicher, als dass es nur ein sehr kleines Organisationsteam gab. Auf den Transparenten las man Losungen wie „Welcome Lampedusa“ und „Kein Mensch ist illegal“. Einer der Demonstranten sagte laut „Morgenpost“: „Wir verkaufen Waffen in die Krisengebiete und tragen damit auch eine Schuld an der Situation der Flüchtlinge.“ Sanktionen befürchten die Schüler nicht. Viele Lehrer(innen) und die Gewerkschaft GEW hatten die Demonstration unterstützt.
Leider ist die Solidarität der rund 300 Flüchtlinge untereinander am Bröckeln. Etwa ein Viertel von ihnen hat inzwischen bei der Ausländerbehörde vorgesprochen, ihre Identität angegeben und Duldung beantragt. Hans-Joachim Meyer
„Das Entsetzen ist mir weiterhin Ansporn“
19. Januar 2014
Unser Mitglied Anke Schulz mit dem Luruper Kulturpreis ausgezeichnet
Seit 2009 verleiht das Lichtwark-Forum Lurup den Luruper Kulturpreis an Menschen, die sich um den Stadtteil Lurup verdient gemacht haben. In diesem Jahr erhielt ihn unser Mitglied Anke Schulz.
Eigentlich ist sie Lehrerin, aber sie hat sich als Autorin, Literatur- und Sozialwissenschaftlerin einen Namen gemacht. In ihrem bekanntesten Werk „Fischkistendorf Lurup“ (2002, z.Zt. leider vergriffen) erzählt sie die Geschichte des proletarischen Stadtteils Lurup zwischen 1920 und 1950, wo viele Arbeitslose in aus Fisch- und Seifenkisten selbst gezimmerten Notunterkünften zu überleben versuchten.
Anke Schulz packt nicht nur die „Fischkisten“ an, sondern auch „heiße Eisen“, die mit der NS-Zeit auch in Lurup und den angrenzenden Stadtteilen Einzug hielten. Sie forschte zu Zwangsarbeiterlagern in der Gegend und insbesondere zu dem Lager für Sinti und Roma, das ab 1938 in der Lederstraße in Stellingen bestand. Nach 1940 wurde es mit bis zu 2000 Gefangenen zu einem der größten Zwangsarbeiterlager Hamburgs. Auf Initiative von Anke Schulz wurde 2010 eine Gedenktafel für das Lager in der Lederstraße im Eingangsbereich des Bahnhofs Stellingen angebracht.
Anfang dieses Jahres veröffentlichte Anke Schulz außerdem eine Untersuchung über die Zwangsenteignung der jüdischen Luruper Familie Bondy. Gegenwärtig recherchiert sie für ein Buchprojekt die Lebensläufe von Luruper Gewerkschaftern, Sozialdemokraten und Kommunisten, die wegen ihres Widerstandes gegen die NS-Diktatur nach Amerika auswandern mussten.
Anke Schulz übergibt die Früchte ihrer Recherchen nicht nur in Buchform der Öffentlichkeit, sondern bietet auch Stadtteilrundgänge zu einschlägigen Themen in Lurup und Umgebung an.
In ihrer Dankesrede nach der Verleihung des Luruper Kulturpreises sagte sie:
„Wenn ich hier heute diesen Preis bekomme, möchte ich es als Ermutigung für uns alle verstehen, für einander einzustehen, für eine Politik, die ihre Lehren aus der NS-Zeit gezogen hat, die Andersdenkende und Menschen, die nicht der eigenen gewohnten Herkunft entsprechen oder zu entsprechen scheinen, mit Respekt und Toleranz begegnet, die für menschliche Lösungen eintritt. Angesichts der breiten Solidarität in der Hamburger Bevölkerung für die Lampedusa-Flüchtlinge habe ich die Hoffnung auf einen tiefgehenden Wandel in unserer Gesellschaft, an dem auch wir hier in Lurup mit zahlreichen Initiativen und Engagements beteiligt sind.“ Tsy
Filmreihe
18. Januar 2014
19. Januar 2014 – 17.00 Uhr (zwei Filme)
Erster Film Frankreichs fremde Patrioten – Deutsche in der Résistance
Frank Gutermuth, Wolfgang Schoen, D 2006
Die beiden Filmemacher portraitieren fünf der damals 3.000 deutschen Résistancekämpfer und -kämpferinnen. Sie erzählen von ihren Erfahrungen während der Flucht und Emigration und schildern ihre Motive, den deutschen Faschismus zu bekämpfen. Sie beschreiben die Aktionen, die Verfolgung, die Haft und die Folter in den Gestapogefängnissen und ihre Rolle beim Aufstand zur Befreiung von Paris.
Nach ihrer Rückkehr in die Bundesrepublik galten sie aufgrund ihres Widerstandes vielen Deutschen als Vaterlandsverräter. So engagierten sich viele gegen den neuen und alten Nationalismus und für eine freie und gerechte Gesellschaft.
Zweiter Film Das Widerstandsnest – Ein Dorf hilft den Juden
Anja Klabunde, D 2000
In Chambon sur Lignon, einem kleinen Dorf in der südlichen Auvergne, befand sich im Zweiten Weltkrieg eine Oase der Menschlichkeit. Wer immer in dem von den Nazis besetzten nördlichen Teil Frankreichs oder in dem von Pétain regierten Süden auf der Flucht war und auf irgendwelchen Wegen Chambon erreichte, konnte auf Hilfe zählen.
Ort: Kommunales Kino METROPOLIS, Kleine Theaterstr. 10
Die VVN-BdA Hamburg informiert: Veränderungen am Bramfelder „Ehrenmal“
13. November 2013
Der AK Denk-mal ruft Sie zu einer Kundgebung am Volkstrauertag auf!
Sonntag, 17. Nov. 2013
von 14 bis 15.30 Uhr
Am Ehrenmal auf dem Platz vor dem
Ehrenmal am Kleinen Bramfelder See
Wir fordern die Bramfelder und Steilshooper
Bevölkerung zur Teilnahme auf.
Liebe Flüchtlinge, willkommen in Hamburg!
3. November 2013
Flüchtlinge aufnehmen und willkommen heißen,
sollte eine Selbstverständlichkeit sein
Steffi Wittenberg geb. Hammerschlag wurde 1926 in
Hamburg geboren. Schon am 30. Januar 1933, nach der
Machtübertragung an Hitler, sagte ihre Mutter: „Wir
Juden müssen Deutschland verlassen, sonst werden wir
alle von den Nazis umgebracht.“ Sie hatte die Hetzparolen
in den öffentlichen Aushängen der Nazi-Zeitungen
jahrelang mit wachsender Sorge verfolgt.
Aber die Emigration nach Uruguay gelang der Familie
Hammerschlag erst 1938/39; vorher wurden sie
von Erwerbsleben und Besuch öffentlicher Schulen
ausgeschlossen, erlebten die Geschäftsboykotte, die
Bücherverbrennung, die Nürnberger Rassengesetze, die
Reichspogromnacht, und mussten sich zahllose Male
solch menschenfeindliche Parolen und Lied-Fetzen wie
„wenn das Judenblut vom Messer spritzt, dann geht’ s
noch mal so gut“ anhören.
Steffi sagt heute dazu:
„Als Jüdin, die ihr Leben dem Asyl in Uruguay verdankt, ist es für mich selbstverständlich,
dass gerade Deutschland die Vergangenheit nicht nur mit Gedenken aufarbeiten muss,
sondern auch durch Handeln nach dem ursprünglichen Artikel 16 a des Grundgesetzes
„Politisch Verfolgte genießen Asylrecht“.
Deshalb empört mich die Behandlung der Zuwanderer, die nach Deutschland kommen. Sie
kommen zu uns, nachdem sie in ihren Herkunftsländern verfolgt und bedrängt wurden oder
flüchten vor Kriegen, die auch mit deutschen Waffen und zunehmend auch mit deutschen
Soldaten geführt werden. Wir schicken sie in enge Unterkünfte, verbieten ihnen zu arbeiten
und schieben sie schließlich ab.
Da das Visum für meine Mutter und mich kurz vor unserer geplanten Ausreise 1938 von der
uruguayischen Regierung plötzlich gesperrt wurde, erinnere ich mich noch genau an die Verzweiflung,
die wir ein Jahr lang durchlebten, bis mein Vater, der bereits mit meinem Bruder in
Uruguay war, endlich neue Visa für uns besorgen konnte und so unsere Ausreise noch nach
dem deutschen Überfall auf Polen ermöglichte.
Diese Erfahrung hat mein Leben geprägt und lehrte mich, dass in Not geratene Menschen,
die in Deutschland Zuflucht suchen, hier unter menschenwürdigen Bedingungen
Aufnahme finden müssen.“
Nacht der Jugend
27. Oktober 2013
Die VVN-BdA beteiligt sich an in diesem Jahr an der Nacht der Jugend der Hamburger Bürgerschaft.
Am 8.11.2013 19 – 23 Uhr im Hamburger Rathaus. Der Eintritt ist frei.
Mehr Infos :
Um unserer Kinder willen ja und ja zum Leben!
25. Oktober 2013
Nachruf auf Hilde Benthien.
Am 30. Juli ist unsere Kameradin, Genossin und Freundin Hilde Benthien verstorben.
Hilde wurde am 13. Mai 1921 geboren und wuchs in einem kommunistischen Elternhaus auf. Während des Faschismus war die Familie Teil des Widerstands, sie versteckten Wehrmachtsdeserteure, sammelten Lebensmittelmarken und Geld für die Rote Hilfe.
Nachdem Hildes Familie 1943 ausgebombt wurde, nahmen Rosa und Irma sie in die thälmannsche Wohnung auf, Ernst war da schon lange verhaftet. Hilde erzählte oft von dieser Situation, vor der ausgebombten Wohnung und dem Nichts zu stehen und dem Aufgefangenwerden durch die anderen, die auch nichts hatten. Diese Solidarität war es, die den Widerstand gegen den Terror der Nazis überhaupt möglich machte.
Am 8. Mai 1945 musste die faschistische Regierung kapitulieren, und nach und nach kehrten die Gefangenen aus den KZs und Zuchthäusern zurück. Die Hamburger Antifaschisten organisierten Willkommensdemonstrationen, doch diese wurden von britischen Panzern auseinandergejagt. Hilde erzählte immer wieder von den Worten ihres Vaters, Otto Engler, der angesichts dieser Tatsache sagte „Wir haben noch nicht gewonnen, das geht weiter wie vorher.“
Hilde war 12 gewesen, als die Faschisten die Macht übernahmen und 24 Jahre als sie endlich besiegt werden konnten, sie hatte nur die Gelegenheit, die Volksschule zu besuchen, und mit 15 musste sie bereits arbeiten. Sie liebte große Literatur und erzählte immer wieder begeistert von den ersten Romanen, die sie nach Ende des Faschismus endlich in die Hände bekam und las: Anna Seghers, Egon Erwin Kisch, Bredel, Feuchtwanger, Brecht, Arnold Zweig, Tolstoi, Makarenko, um nur einige zu nennen.
Wie Hildes Vater gesagt hatte, ging der Streit für eine andere Gesellschaft nach 1945 weiter. Hilde war in der Freien Deutschen Jugend aktiv, die 1952 von der Adenauer-Regierung verboten wurde, und ihr Engagement gegen Krieg und Wiederaufrüstung in der BRD brachte Hilde einen Haftbefehl wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens und Rädelsführerschaft ein. Im März 1953 wurde sie mit ihrem Sohn, der erst 6 Wochen alt war, verhaftet, musste jedoch aufgrund auch internationaler Proteste nach 6 Wochen wieder entlassen werden.
In einem Brief aus der Haft schreibt sie: „Die Solidaritätsbeweise der Frauen am Mittwoch haben mich erfreut und wieder das Gefühl gestärkt, ich bin doch nicht allein! Alles ist letzten Endes doch die Frage: Werden die Menschen ein neues Völkermorden verhindern können? Um unserer Kinder willen ja und ja zum Leben. Dieses geht vorrüber, wenn man mich auch wie einen Verbrecher isoliert. Recht hat immer der, der für das Recht ist.“
Hilde war ihr ganzes Leben aktiv gegen Faschismus und Krieg. Sie war und ist Teil der Arbeiterbewegung in diesem Land, Teil der Menschen, die dafür kämpfen, den Kapitalismus zu Grabe zu tragen und eine Gesellschaft aufzubauen, die nicht geprägt ist von dem Krieg eines jeden gegen jeden, eine Gesellschaft, die frei ist von Ausbeutung, Krieg und Faschismus. Für dieses Ziel hat sie beharrlich und unbeirrt gearbeitet. Sie hat sich ihrer Arbeit nie gerühmt, sie sah es einfach als selbstverständlich an. Wir sind froh und stolz, einen Teil des Weges mit ihr geteilt zu haben.
Hilde, wir werden Dich nicht vergessen und den Streit in Deinem Sinne weiterführen!
Nicole Drücker
Demonstration
24. Oktober 2013
Lampedusa in Hamburg
Bleiberecht für Lampedusa in Hamburg!
Sonnabend 2. November 14 Uhr ab Hauptbahnhof/ Hachmannplatz
Benefizkonzert
24. Oktober 2013
zu Gunsten von Lampedusa in Hamburg bei uns im AGDAZ in Steilshoop statt.
1. November ab 19:30 Uhr
Musiker geben sich die Ehre: Abi Wallenstein, Essim Kofman (Akkordeon), Trio Gutzeit,
OneStepAhead (Rapper) und das Duo & Sascha Koratkewitsch & Klaus Rohls (Singer-Songwriter).
Der Eintritt ist frei – es werden Spenden gesammelt, die Musiker treten ohne Gage auf.
Stadtteiltreff A.G.D.A.Z. in Steilshoop e.V.
Fehlinghöhe 16
22309 Hamburg







