Sonntag, 30. Juli, 17.00 Uhr

2. Juli 2017

Uhr Das radikal Böse  von Stefan Ruzowitzky , D/A 2013

Wie werden aus ganz normalen jungen Männern Massenmörder? Warum töten ehrbare Familienväter Tag für Tag, jahrelang, Frauen, Kinder und Babys? Warum verweigerten so wenige den Befehl, obwohl es ihnen freigestellt war? Der Oscar Gewinner Stefan Ruzowitzky erzählt spannend und bewegend von den systematischen Erschießungen jüdischer Zivilisten durch deutsche Einsatzgruppen in Osteuropa und der Suche nach den Ursachen des Bösen. Wir hören die Gedanken der Täter aus Briefen, Tagebuchaufzeichnungen und Gerichtsprotokollen, sehen in junge Gesichter, Projektionsflächen für Assoziationen und Erkenntnisse. Ergänzt mit historischen Aufnahmen, den Aussagen renommierter Forscher, wie Père Desbois, Christopher Browning oder Robert Jay Lifton, und den überraschenden Ergebnissen psychologischer Experimente führt der Film hin zu „dem radikal Bösen“, einer Blaupause des Genozid.

(http://www.dasradikalboese.wfilm.de/Das_Radikal_Bose/Film.html)

Ort: Kommunalen Kino METROPOLIS Metropolishaus

Dammtorstraße / Ecke Kleine Theaterstraße

(Eingang Kleine Theaterstraße 10)

Das Foyer und der Kinosaal sind mit dem Rollstuhl erreichbar

Dienstag, 1. August, 18.00 Uhr

2. Juli 2017

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„Altonaer Blutsonntag“ – Erinnern an die ersten Justizmorde des Faschismus

Ort: Hinterhof des Amtsgerichts Altona (Zugang über Gerichtsstraße)

Flyer: Flyer2017.altona

Wir erinnern an den Altonaer Blutsonntag –

Wir erinnern an die Altona Vier

Bruno Tesch – August Lütgens – Karl Wolff – Walter Möller

Damals wie heute: Rechter Hetze entgegenstehen

17.Juli 1932

Tausende Nazis marschieren durch das rote Altona. Als die Faschisten protestierende AntifaschistInnen brutal angreifen, kommt es zu Auseinandersetzungen, zwei SA Männer werden tödlich verletzt. Daraufhin greift die Polizei ein und schießt wahllos in die Straßen von Altona-Altstadt. 16 AnwohnerInnen werden getötet. Der sozialdemokratische Polizeipräsident Eggerstedt, der den Aufmarsch genehmigt hat, verbreitet die Lüge von einem „wohlvorbereiteten Überfall der Antifaschistischen Aktion“ mit bewaffneten Dachschützen, um den Polizeieinsatz zu rechtfertigen. Später wird auch er von den Nazis im KZ ermordet.

1.August 1933

Vier Antifaschisten, die wegen der Ereignisse des „Blutsonntags“ angeklagt sind, werden als erste Justizopfer der Faschismus hinter dem Amtsgericht Altona mit dem Handbeil hingerichtet. Sie wurden von den Nazis ermordet, stellvertretend für die antifaschistische Bewegung, weil sie Kommunisten waren und weil sie für eine Arbeiterbewegung standen, die den Herrschenden und ihrer Politik von Verelendung und Krieg im Wege standen.

Heute

Europaweit sind faschistische Bewegungen und Parteien auf dem Vormarsch. Rechtes Gedankengut von Abwertung und Ausgrenzung und dem Wunsch nach einem starken Mann ist auch bei uns verbreitet wie lange nicht mehr. Wenn wir an die „Altona Vier“ erinnern, erinnern wir an Menschen, die versucht haben sich der Entwicklung einer Barbarei in den Weg zu stellen. Ihrer zu erinnern heißt ihr Vermächtnis weiter zu tragen: Wachsam zu bleiben und mutig den Traum von einer besseren Welt zu verteidigen.c

Freitag, 4. August 16.30 – 17.30 Uhr 16.30 – 17.30 Uhr

2. Juli 2017

Führung durch den „Ehrenhain Hamburger Widerstandskämpfer“

Treffpunkt: Friedhofsmuseum am Haupteingang Friedhof Ohlsdorf

Freitag, 4. August 18.00 – 19.30 Uhr

2. Juli 2017

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Widerständiges Frauenleben

Frauen streiten nach der Befreiung für eine Gesellschaft ohne Hunger, Krieg und Unterdrückung. Eine Lesung über kämpferisches Frauenleben nach 1945.

Ort: Ohlsdorfer Friedhof, (Bestattungs-)Forum, Fuhlsbüttler Straße 758

Sonnabend, 09. September 2017 14:30 Uhr

2. Juli 2017

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„Zeit für einen Aufschrei“
Unsere Alternative heißt Solidarität!

Antifaschistische Demonstration mit anschließendem Konzert vor der Flora
gegen den Einzug der AfD in den Bundestag & für eine solidarische
Gesellschaft

Demo-Start Hachmannplatz
Abschlusskundgebung & Konzertbeginn, Achidi-John-Platz, Rote Flora

Aufruf_Zeit fuer einen Aufschrei

Zwei Wochen vor der Bundestagswahl wollen wir ein sichtbares und
unüberhörbares Zeichen gegen Faschismus, Rechtspopulismus und
Fremdenhass setzen. Denn mit der Alternative für Deutschland (AfD)
besteht die Gefahr, dass eine Partei in den Bundestag einzieht, die
offen extrem rechte und in Teilen faschistische Positionen vertritt. Die
AfD steht für eine Politik, die Menschen nach ihrer Herkunft, Religion,
nach ihrem Geschlecht und ihrer sexuellen Identität bewertet. Mit
inszenierten Tabubrüchen sorgt sie gezielt dafür, dass rechtsradikale
Ideen wieder gesellschaftsfähig werden. Ein möglicher Einzug in den
Bundestag würde der AfD nicht nur massive finanzielle und strukturelle
Mittel einbringen und ihnen ein weiteres Forum für ihre
menschenverachtenden Positionen bieten, sondern diese auch als legitime
demokratische Meinung erscheinen lassen.

Bis jetzt konnte der Einzug extrem rechter Parteien in den Bundestag
durch das Engagement einer breiten und offenen Zivilgesellschaft
verhindert werden. Die Entschlossenheit von tausenden Menschen
verhinderte immer wieder, dass die AfD durch Hamburg ziehen oder
ungestört
ihre Veranstaltungen abhalten konnte. Mit der gleichen Entschlossenheit
wollen wir zeigen, dass die AfD im Bundestag nichts zu suchen hat.

Wir wollen eine solidarische Gesellschaft aller Menschen, ohne Grenzen,
ohne Konkurrenz und ohne Hetze. Kommt auf die Straße und tragt mit uns
diese Botschaft lautstark in die Stadt! Jetzt mal Butter bei die Fische
– unsere Alternative heißt Solidarität!

Hamburger Bündnis gegen Rechts, Aufstehen gegen Rassismus Hamburg,
Konzertgruppe 5001

Sonntag, 10. September, 11.00 Uhr

2. Juli 2017

Gedenkveranstaltung – „Menschen, wir hatten Euch lieb“

Einladung Internationalen Gedenktag 2017

Blumen für unsere Toten zum Internationalen Gedenktag für die Opfer von Faschismus und Krieg.

“…es gibt auch ein anderes Deutschland, […] vor allem das Deutschland der Kämpfer des deutschen antifaschistischen Widerstands.
Das ist mein Deutschland.” (Peter Gingold)

Es lesen Ilse Jacob und Georg Chodinski

Musik: Song-Gruppe Hamburg

Ort: Friedhof Ohlsdorf, Ehrenhain Hamburger Widerstandskämpfer

 

Montag, 11. September, 18.00 Uhr

2. Juli 2017

Täterprofile – Vortrag von Hans-Peter de Lorent

Kooperationsveranstaltung GEW Hamburg / VVN-BdA Hamburg

Ort: GEW im Curiohaus (Hinterhof) , Rothenbaumchaussee 15

Donnerstag, 21. September 1017 um 19.30 Uhr

2. Juli 2017

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David Rovics
Benefizkonzert für „Welcome to Barmbek“

Ort: Zinnschmelze,  Maurienstr.19, 22305 Hamburg

Rede von Traute Springer-Yakar auf der Kundgebung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten am 7. Mai 2017 anlässlich des 72. Jahrestages der Befreiung von Faschismus und Krieg

14. Mai 2017

Heute vor 72 Jahren minus einem Tag wurde Deutschland, Europa, die Welt durch die Streitkräfte der Anti-Hitler-Koalition vom Hitler-Faschismus befreit.

Heute, vor 72 Jahren und 18 Tagen legten befreite KZ-Häftlinge auf dem Appellplatz in Buchenwald die Grundlage dafür, dass wir heute hier stehen, sie legten den Schwur ab, den wir heute den Schwur von Buchenwald nennen.

Vor 70 Jahren wurde zu unterschiedlichen Zeitpunkten in den vier Besatzungszonen die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes von Überlebenden des Hitler-Faschismus gegründet

Die Befreiung im Mai 1945 hatte den meisten von ihnen das Leben gerettet, nur wenige von ihnen hätten die nächsten Monate überlebt. Der Schwur von Buchenwald wurde die Grundlage, der Konsens, auf der sich die aus den unterschiedlichsten politischen, religiösen und philosophischen Lagern stammenden Antifaschisten einigen konnten und auf der unsere VVN-BdA bis heute aufbaut, auf den wir uns als VVN bis heute beziehen.

Ich finde, wir sollten uns den Schwur von Buchenwald einmal in Langfassung anhören:

 

Ansprache in französischer, russischer, polnischer, englischer und deutscher Sprache auf der Trauerkundgebung des Lagers Buchenwald am 19. April 1945.

Kameraden! Wir Buchenwalder Antifaschisten sind heute angetreten zu Ehren der in Buchenwald und seinen Aussenkommandos von der Nazibestie und ihrer Helfershelfer ermordeten 51.000 Gefangene!

51.000 erschossen, gehenkt, zertrampelt, erschlagen, erstickt, ersäuft, verhungert, vergiftet, abgespitzt

51.000 Väter, Brüder, Söhne starben einen qualvollen Tod, weil sie Kämpfer gegen das faschistische System waren.

51.000 Mütter und Frauen und hunderttausende Kinder klagen an!

Wir lebend gebliebenen, wir Zeugen der nazistischen Bestialitäten sahen in ohnmächtiger Wut unsere Kameraden fallen. Wenn uns eins am Leben hielt, dann war es der Gedanke: Es kommt der Tag der Rache!

Heute sind wir frei!

Wir danken den verbündeten Armeen, der Amerikaner, Engländer, Sowjets und allen Freiheitsarmeen, die uns und der gesamten Welt Frieden und das Leben erkämpfen. Wir gedenken an dieser Stille des grossen Freundes der Antifaschisten aller Länder, eines Organisatoren und Initiatoren des Kampfes um eine neue demokratische, friedliche Welt. F. D. Roosevelt – Ehre seinem Andenken!

Wir Buchenwalder,

Russen, Franzosen, Polen, Tschechen, Slovaken und Deutsche, Spanier, Italiener und Österreicher, Belgier und Holländer, Engländer, Luxemburger, Rumänen, Jugoslaven und Ungarn

kämpften gemeinsam gegen die SS, gegen die nazistischen Verbrecher, für unsere eigene Befreiung.

Uns beseelte eine Idee: Unsere Sache ist gerecht – der Sieg muß unser sein!

Wir führten in vielen Sprachen den gleichen, harten, erbarmungslosen, opferreichen Kampf und dieser Kampf ist noch nicht zu Ende.

* Noch wehen Hitlerfahnen! * Noch leben die Mörder unserer Kameraden! * Noch laufen unsere sadistischen Peiniger frei herum!

Wir schwören deshalb vor aller Welt auf diesem Apellplatz, an dieser Stätte des faschistischen Grauens:

Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht!

Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung, der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir unseren gemordeten Kameraden, ihren Angehörigen schuldig.

Zum Zeichen Eurer Bereitschaft für diesen Kampf erhebt die Hand zum Schwur und sprecht mir nach:

WIR SCHWÖREN!

 

Ihr habt‘s gehört: Wir Buchenwalder Antifaschisten Es kümmerte sie damals, zumindest an diesem Tage nicht, ob sie Kommunisten waren oder Zeugen Jehovas, Sozialdemokraten oder Liberale, aus dem Widerstand der Kirchen stammten, ob sie den roten, lila, rosa, grünen, schwarzen oder den braunen Winkel der Sinti und Roma trugen, sie waren überlebende Verfolgte des NS-Regimes. Eugen Kogon zum Beispiel, Buchenwald-Häftling von 1936-1945 stammte aus dem katholischen Widerstand, schrieb noch 1945 das Buch „Der SS-Staat“, das bis heute eins der Standardwerke über die NS-Verbrechen ist. In den 60ern war er einer der ersten Leiter des ARD-Politmagazins Panorama.

 

Wir wissen, dass diese Einheit der Antifaschisten auf dem Appellplatz des KZ Buchenwald nicht hielt. Wir kämpfen immer noch gegen alte und neue Faschisten und nur die reichen Industrienationen sind vom Krieg auf ihrem eigenen Staatsgebiet befreit. Das entbindet uns aber nicht von der Pflicht, diese Einheit der Antifaschisten immer und überall anzustreben und einzufordern. Gerade durch die Vielfalt der Zugänge zum Antifaschismus können wir Argumente entwickeln in der Abwehr des Rechtspopulismus.

 

 

Wir brauchen alle Antifaschisten und wollen die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen, wonach lange Zeit viele NS-Opfergruppen ausgeblendet und vernachlässigt wurden.

Heute sind zum Glück fast alle sozialen Tabus der ersten Jahrzehnte nach dem Krieg durch die Weiterentwicklung der Demokratie und des   gesellschaftlichen Diskurses aufgehoben worden. Projekte wie die Projektgruppe für die vergessenen Opfer des NS-Regimes haben sich auf diesem Gebiet sehr große Verdienste erworben.

 

Wir sollten mit unseren Freunden und Bündnispartnern sorgsam und mit Respekt umgehen und gerade deshalb mit Bestimmtheit Bestrebungen begegnen, den Antifaschismus einseitig zu definieren. Mein persönlicher Zugang zum Antifaschismus ist ganz entschieden vom Antikapitalismus geprägt, jedoch würde ich mich immer dafür einsetzen, dass meine Organisation und die Bündnisse, zu denen ich Zugang habe, alle Antifaschisten willkommen heißt, denn für den Zugang zum Antifaschismus gibt es keinen Königsweg.

 

Es ist schlimm genug, dass   wir all diese Menschen an den Hitlerfaschismus verloren haben.

 

Wie oft habe ich mich damals als Jugendliche gefragt, wie es denn gewesen wäre, wenn all diese Opfer der faschistischen Diktatur, die ermordeten Widerstandskämpfer und Widerstandskämpferinnen, Jüdinnen und Juden, Roma und Sinti, überlebt hätten, so dass nicht nur der steinerne Druck der ewig Gestrigen meine Kindheit und Jugend in den 50er Jahren bestimmt hätten, sondern Mut und Geist, Freundschaft und Musik, Kreativität und Solidarität dieser Menschen, die ich allerhöchstens von Bildern und aus Büchern kenne. Sie fehlen mir, ich weiß, dass sie mir fehlen. Und ich finde, eigentlich müsste es jeder und jedem der nachfolgenden Generation genauso gehen, wenn sie auch nur ansatzweise darüber nachdenken und -fühlen.

 

Es mag schwächlich anmuten, dass ich hier keine Lösungen anbiete, sondern mich auf längst bekannte Paradigmen und Metaphern berufe. Der Schwur von Buchenwald aber ist zeitlos, er wird noch lange zentral für die Arbeit aller Antifaschisten sein. Denn die vor 72 Jahren und 18 Tagen auf dem Appellplatz in Buchenwald versammelten Antifaschisten haben erfahren und an uns weitergegeben:

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Hamburger antifa Seiten Mai/Juni 2017

7. Mai 2017

AntifaLS_2017_0506_HH_S. 8-9

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