80 Jahre Curiohaus-Prozesse

26. Februar 2026

Im Frühjahr 2026 erinnert die Veranstaltungsreihe „80 Jahre Curiohaus-Prozesse“ an die britischen Militärgerichtsverfahren, die zwischen 1945 und 1949 im Hamburger Curiohaus stattfanden. Im Gebäude der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft wurden damals in 188 Verfahren insgesamt 504 Angeklagte wegen nationalsozialistischer Verbrechen vor Gericht gestellt – insbesondere im Zusammenhang mit dem KZ Neuengamme und seinen zahlreichen Außenlagern.

Gemeinsam mit der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen, der GEW Hamburg und weiteren Partner*innen beteiligen wir uns an dieser Reihe. Sie nimmt die historische Bedeutung der Curiohaus-Prozesse in den Blick und fragt zugleich nach ihrer Gegenwartsrelevanz: Wie wurde nach 1945 Recht gesprochen? Welche Rolle spielten Überlebende als Zeug*innen? Wer wurde zur Verantwortung gezogen – und wer entging der Strafverfolgung? Und was folgt daraus für unseren antifaschistischen Auftrag heute?

Für uns als VVN-BdA Hamburg ist die Auseinandersetzung mit den Curiohaus-Prozessen untrennbar mit dem Schwur der befreiten Häftlinge von Buchenwald verbunden: „Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht.“ Angesichts zunehmender Geschichtsrevisionismen und rechter Ideologien bleibt dieser Anspruch aktuell.

Wir beteiligen uns mit eigenen Beiträgen an der Reihe und laden herzlich zur Teilnahme ein.
Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei, teilweise ist eine Anmeldung erforderlich.

Das vollständige Programm mit allen Terminen und Informationen findet ihr hier

Das Dokumentationszentrum denk.mal Hannoverscher Bahnhof darf nicht scheitern!

27. Januar 2026

APPELL: In Sorge um den Stillstand in der Realisierung des Dokumentationszentrums denk.mal Hannoverscher Bahnhof haben 44 Personen, die seit Jahrzehnten an der Verwirklichung dieses wichtigen Gedenkortes arbeiten, einen Appell an den Hamburger Senat und den privaten Investor gerichtet.

Sehr geehrter Herr Erster Bürgermeister Dr. Tschentscher,
sehr geehrter Herr Müller-Spreer!

Als Personen, die sich seit über zwei Jahrzehnten für ein Dokumentationszentrum in der HafenCity zur Erinnerung an die von 1940 bis 1945 erfolgten Deportationen vom ehemaligen Hannoverschen Bahnhof einsetzen, sind wir tief besorgt über Nachrichten, wonach die Realisierung dieses Projekts gefährdet ist. Nichts weniger als die Glaubwürdigkeit der Stadt und die Vertragstreue des Investors stehen hier auf dem Spiel.

Ein kurzer Rückblick: Vor über 20 Jahren begann ein mehrjähriger Beteiligungsprozesses mit Kolloquien und Werkstattgesprächen. Mit dem Wettbewerb 2009 über die Gestaltung des Lohseparks, der Erarbeitung eines Grundkonzeptes und einer Modifikation des Masterplans HafenCity wurden im Doppelhaushalt 2011/2012 die Mittel für die Errichtung der Gedenk­stätte Hannoverscher Bahnhof bereitgestellt. Die HafenCity Hamburg GmbH verkündete, dass „die Fertigstellung des Dokumentationszentrums […] nach Sicherung der Finanzierung für 2012/2013 vorgesehen“ sei. Probleme bei der Grundstücksverfügbarkeit und der Realisierungsträgerschaft verzögerten das von einem Beirat begleitete Vorhaben um Jahre.

Im Zuge der Fertigstellung des Lohseparks entstand immerhin mit der Fuge entlang der Gleise und den Überresten des ehemaligen Bahnsteigs 2 ein Gedenkort mit Namenstafeln der über 8000 aus Hamburg deportierten Jüdinnen und Juden, Sintizze und Sinti, Romnja und Roma. Die Einweihung am 10. Mai 2017 fand bundesweit große Beachtung.

Auch erfolgte 2017 der Vertragsabschluss über das für das Dokumentationszentrum vorge­sehene Grundstück und dessen Bebauung mit einem Bürogebäude. Für die im Erdgeschoss geplante ca. 1000qm große Ausstellungsfläche wurde zwischen dem Käufer/Investor Harm Müller-Spreer und der Stadt ein Vertrag über ein 200 Jahre währendes mietfreies Dauernut­zungsrecht geschlossen. Der Bund sagte im Dezember 2018 eine 50-prozentige Förderung der Ausstellungserarbeitung zu.

Im Februar 2020 begann der Bau mit einem gemeinsamen Spatenstich. Sie, Herr Müller-Spreer, hoben in der anschließenden Veranstaltung hervor, dass dieses Bauvorhaben für Sie eine große Ehre und angesichts Ihrer eigenen Familiengeschichte auch eine innere Verpflichtung sei. Als Anfang 2021 die Medien über die geplante Vermietung der Büroflächen an die Firma Wintershall Dea AG berichteten, führte dies angesichts deren NS-belasteter Vergangenheit zu öffentlicher Kritik und Protesten. In dem daraufhin einge­leiteten Mediationsverfahren führte das Angebot des Investors, an einem eigenständigen Standort ein Ausstellungsgebäude im Rohbau auf seine Kosten zu errichten, zu einer Einigung. Sie, Herr Müller-Spreer, erklärten gegenüber dem Hamburger Abendblatt: „Es war mir ein Herzens­wunsch, das Dokumentationszentrum von der Seite ins Zentrum des Parks zu rücken und einen Lernort für künftige Generationen zu schaffen“.

Nachdem im April 2022 der Schenkungsvertrag abgeschlossen, das Dauernutzungsrecht aufgehoben und im März 2023 der Wettbewerb für das Solitärgebäude entschieden war, hätte nach Abschluss der erforderlichen Vergabeverfahren und plane­rischen Anpassungen der Bauantrag vorbereitet und gestellt werden können. Am 30. September 2025 teilte der Senat jedoch mit, dass derzeit die Planungsarbeiten ruhen, „da der Schenker diese bis zur Klärung steuerrechtlicher Fragen zur Absetzbarkeit seiner Aufwendungen unterbrochen hat“ (Drs. 23/1557).

Durch den bisher entstandenen Zeitverzug ist das noch überall genannte Eröffnungsdatum 2026/2027 inzwischen völlig illusionär. Wegen des Ablaufs der bereits bis 2026 verlängerten Frist für die Förderung des Ausstellungsvorhabens droht eine Rückzahlungsaufforderung des Bundes. Ein weiteres Problem: Der Schenkungsvertrag räumt für den Fall einer bis zum 28. Februar 2028 nicht vorliegenden Baugenehmigung beiden Seiten den Ausstieg aus dem Vertrag ein.

Das geplante Dokumentationszentrum Hannoverscher Bahnhof ist der bislang einzige Gedenkort in Norddeutschland, der Shoah und Porajmos  gemeinsam in den Blick nimmt und die Einbettung der rassistischen Ausgrenzung und der Deportationen in die national­sozialistische Gesellschaft zeigt. Trotz aller Fortschritte in der Gedenkstättenarbeit und Erinnerungskultur, von denen das im September 2023 vom Senat in die Bürgerschaft eingebrachte Gedenkstättenkonzept zu berichten weiß (Drs. 22/13023), droht Hamburg im Falle eines Scheiterns des Dokumentationszentrums in der HafenCity ein schwerer Schaden. Dass auch die allerletzten der wenigen Überlebenden der Deportationen den von ihnen erstrittenen Informationsort nicht mehr erleben werden, wäre schon tragisch und schwer hinnehmbar. Wenn aber in einer Zeit, in der vor dem Hintergrund des Anstiegs des Rechts­extremismus bei jungen Menschen die fehlenden Zeitgeschichtskenntnisse beklagt werden und zugleich die Forderungen nach einem Schlussstrich unter das Erinnern immer lauter werden, ein den Betroffenenverbänden und der Öffentlichkeit vielfach versprochenes Dokumentationszentrum ad acta gelegt würde, wäre dies für die Hamburger Erinnerungs­kultur eine Bankrotterklärung.

Der Hamburger Senat hat sich für den Wiederaufbau der infolge des Novemberpogroms von 1938 zerstörten Bornplatzsynagoge und für die Prüfung der Errichtung eines Jüdischen Museums als Orte für die Repräsentanz jüdischer Gegenwart und Geschichte ausgesprochen. Gerade weil es sich hierbei um „kein Holocaust-Museum“ handeln soll, gilt es, das Scheitern des Dokumentationszentrums zu verhindern. Ansonsten hätte die Vermittlung der Verfolgungs- und Deportationsgeschichte in Hamburg keinen Ort.

Die Hamburger Regierungsparteien haben in ihrem Koalitionsvertrag 2025 unter der Überschrift „Erinnern für die Zukunft“ erklärt: „Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir uns darum kümmern, das Bewußtsein für unsere historische Verant­wortung hochzuhalten. Unsere Erinnerungskultur ist eine wesentliche Grundlage unserer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft. Deshalb werden wir das Gedenkstätten­konzept systematisch umsetzen und insbesondere […] das Dokumentationszentrum Hanno­verscher Bahnhof realisieren.“ (Koalitionsvertrag SPD-GRÜNE vom 24. April 2025, S. 120)

Wir fordern deshalb Sie, Herr Dr. Tschentscher, und den Senat dazu auf, nicht wortbrüchig zu werden. Zugleich appellieren wir an Sie, Herr Müller-Spreer: Beenden Sie den Planungsstopp, stehen Sie zu Ihren im Schenkungsvertrag abgegebenen Versprechen und fügen Sie der Erinnerungskultur in Ihrer Heimatstadt Hamburg keinen weiteren Schaden zu!

Wenn auch Sie den Appell unterstützen möchten, bitte hier klicken!

Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus: Gegen jeden Antisemitismus, Antiziganismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit!

27. Januar 2026

Vor 81 Jahren, am 27. Januar 1945, befreiten sowjetische Truppen das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz, das zum Symbol des Holocaust und der Mordmaschinerie des deutschen Faschismus wurde.

Allein in Auschwitz wurden 1,5 Millionen Menschen ermordet, darunter mindestens 1,1 Millionen europäische Jüdinnen und Juden.  Zu den Ermordeten gehörten auch Sinti und Roma, sowjetische Kriegsgefangene, politische Gegner*innen, als „asozial“ Diffamierte und Homosexuelle. Millionen weitere wurden in anderen Vernichtungslagern und Ghettos, durch Erschießungskommandos, Aushungern und Todesmärsche ermordet.

Die beispiellose industrielle Vernichtung von Millionen Menschen ist historisch einzigartig. Auch daran haben Konzerne verdient, so wie die IG Farben mit dem Betrieb des Komplexes Monowitz und der Herstellung des Giftgases Zyklon B.

Wir gedenken heute aller Opfer des deutschen Faschismus.  Es ist eine unserer zentralen Aufgaben, das Gedenken an die Ermordeten wach zu halten – besonders jetzt, wo die Erinnerung an sie zu verblassen droht und nur noch wenige Zeitzeug*innen von den Gräueln berichten können.

Wir erneuern unseren Dank an die Rote Armee, die dem Morden in Auschwitz ein Ende bereitete. Erst durch den gemeinsamen Kampf alliierter Soldat*innen, Widerstandskämpfer*innen und Partisan*innen aus vielen Ländern konnte der deutsche Raub- und Vernichtungsfeldzug erst beendet werden. 

Das Gedenken an die Opfer des deutschen Faschismus ist für uns stets Mahnung und Auftrag, das historische Wissen der folgenden Generationen zu stärken und Fälschungen entgegenzutreten. Wenn Unrecht und Ausgrenzung zur Normalität werden, gegen Geflüchtete gehetzt wird, Menschen ihrer Rechte und ihrer Würde beraubt und die Verbrechen der Nazis relativiert oder gar verherrlicht werden, müssen sich alle demokratischen Kräfte diesen Tendenzen widersetzen. Denn: Es fing nicht mit den Gaskammern an, sondern mit Ausgrenzung und politischer Repression, mit Berufsverboten, medialer Hetze und rassistischen Gesetzen. Was geschehen ist, konnte nur geschehen, weil ein großer Teil der Deutschen sich direkt oder indirekt am Morden beteiligte und noch viel mehr wegsahen und Nazi-Terror, Vernichtungskrieg und Völkermord hinnahmen. Nie wieder! darf nicht Phrase bleiben, sondern muss die gesellschaftlichen Debatten und das Handeln leiten.

Nie wieder! heißt, aktiv zu werden, wenn Menschen aufgrund äußerer Merkmale, Herkunft, sexueller Orientierung, ihres Glaubens oder ihrer politischen Orientierung diskriminiert werden. Wir stehen fest an der Seite derer, die von Antisemitismus, Antiziganismus, Rassismus, Queerfeindlichkeit oder Behindertenfeindlichkeit betroffen sind.

Nie wieder! heißt, die Kriminalisierung und Repression gegen Antifaschist*innen zurückzuweisen.

Nie wieder! heißt, sich dafür einzusetzen, dass die AfD verboten wird!

Bundesausschuss der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten.

VVN-BdA verurteilt völkerrechtswidrigen US-Angriff auf Venezuela

3. Januar 2026

3. Januar 2026

Frieden, Krieg, Lateinamerika, USA

Mit Entsetzen nimmt die VVN-BdA zur Kenntnis, dass auf die völkerrechtswidrigen US-Militäreinsätze gegen venezolanische Schiffe und Boote nun ein großangelegter Militäreinsatz im Landesinnern gefolgt ist. Strategie und Taktik der USA orientieren sich dabei ganz offensichtlich an der US-Politik der 70er und 80er Jahre in Lateinamerika. Handlungsleitend ist dabei weiterhin die sogenannte Monroe-Doktrin nach der die USA die unabänderliche Vormachtstellung in Mittel- und Südamerika haben sollten. Die Botschaft an die anderen lateinamerikanischen Staaten ist klar: die USA nehmen ihren „Hinterhof“ wieder in Besitz und wer sich den US-amerikanischen Interessen nicht beugt, muss mit härtesten Konsequenzen rechnen.

Unabhängig davon, wie die Regierung Maduro politisch einzuschätzen ist, führt das Vorgehen der Trump-Administration zu einer weiteren Implosion regelbasierten Vorgehens in der Weltpolitik. Mit Donald Trump und seiner Administration sind eine regelbasierte Ordnung und Rechtsstaatlichkeit nicht möglich und Frieden unerreichbar.

Wir fordern die Bundesregierung auf, diesen Angriff zu verurteilen und der Erosion des Völkerrechts mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln entgegenzutreten.

USA raus aus Venezuela – Lateinamerika ist kein „Hinterhof“!

Zum 100. Geburtstag von Steffi Wittenberg

15. Dezember 2025

Am 15. Februar 2026 wäre Steffi Wittenberg, geb. Hammerschlag 100 Jahre alt geworden. Viele Kameradinnen und Kameraden der VVN-BdA erinnern sie gut, ebenso Kurt, ihren Ehemann und Wegbegleiter. Sie wissen, dass Steffi diesen sehr runden Geburtstag bestimmt gerne erreicht hätte. Doch es hat nicht geklappt. 2015 ist sie im Alter von 89 Jahren in Hamburg gestorben.

Steffi entstammte einer dem liberalen Judentum verbundenen Hamburger Familie. Als Hindenburg Hitler zum Reichskanzler ernannte, war sie knapp sieben Jahre alt. Nachdem sie 1935 als „artfremdes Kind“ die Jahnschule, die heutige Ida Ehre Schule, hatte verlassen müssen, wechselte sie in Hamburg auf die Israelitische Töchterschule, die jüdische Mädchenschule.

Steffis Mutter begann sehr frühzeitig, nach einer Ausreisemöglichkeit für die Familie zu suchen. Die Entwicklung verlief wechselhaft und dramatisch, war jedoch im Dezember 1939 gerade noch rechtzeitig erfolgreich. Das kleine Land Uruguay hatte ihr, wie man es heute nennen würde, im Wege des Familiennachzugs Asyl gewährt.

In Uruguay lernte Steffi ihren späteren Ehemann Kurt Wittenberg kennen, einen aus Ostpreußen geflohenen Juden, der in seinem Exilland im Deutschen Antifaschistischen Komitee aktiv war. 1948 folgte sie Kurt nach Texas. Hier engagierten sich beide in der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Das führte zu einem Verfahren gegen sie und schließlich dazu, dass sie die USA 1951 verlassen mussten. So kehrte Steffi mit Kurt 1951 in ihre Heimatstadt Hamburg zurück. 

Mit dem Tag ihrer Rückkehr aus den USA fanden sie Kontakt zur VVN und zu den hier organisierten Verfolgten und Überlebenden der Konzentrationslager und Zuchthäuser. Es folgte ein mehr als sechzigjähriges politisches Leben, gemeinsam mit ihrem Ehemann Kurt, bis zu dessen Tod 2012. Steffi war bis an ihr Lebensende eine aktive und immer wieder gefragte Zeitzeugin. Jedwedes Gedenken muss mit einer Konsequenz verbunden sei, war dabei ihr Leitsatz.

Pünktlich zu Steffis 100. Geburtstag erscheint im Hentrich& Hentrich Verlag eine Biografie über sie. Das Buch ist verfasst von Erika Hirsch, der früheren Leiterin der Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule in Hamburg. Grundlage sind neben einer Fülle von spannenden Originaldokumenten, die Steffi und Kurt hinterlassen haben, mehrere aufgezeichnete lange Zeitzeugeninterviews, die sie in den 1990er-Jahren gegeben haben.

An Steffis Geburtstag lädt die Familie gemeinsam mit der VVN-BdA und dem Auschwitz-Komitee zu einer Erinnerungsveranstaltung ein, und zwar am

Sonntag, 15. Februar 2026. 13:00 Uhr
im Metropolis-Kino
Kleine Theaterstraße 10, 20354 Hamburg,

Willkommen sind all diejenigen, die Steffi gekannt haben, aber auch all jene, die sie noch kennen lernen möchten.

Andreas Wittenberg

AfD-Jugend stoppen!

30. September 2025

Am 29./30.11. will die AfD in Gießen ihre neue Jugendorganisation gründen. Ein Sammelbecken für Faschist*innen, Burschenschaftler, Hooligans und Neonazis. Eine Gefahr für uns alle.
Deswegen: Zehntausende werden nach Gießen fahren, um diesen Kongress zu verhindern – auch aus Hamburg. Um die Busse zu finanzieren und möglichst vielen Menschen eine Anreise zu ermöglichen, sind wir auf Spenden angewiesen.

Hier kannst du unsere Busfahrt finanziell unterstützen

Du möchtest auf dem Laufenden bleiben?
Dann folge uns unter widersetzen.hamburg auf Instagram.

Du möchtest bei mitmachen?
Dann komm zum offenen Treffen gegen Rechts am 4. Donnerstag im Monat im Centro Sociale.
Auch, wenn du nicht mitfahren kannst, gibt es genug vor Ort zu tun, um die Proteste zu ermöglichen!

Positionspapier zu den Opernplänen in Hamburg

3. September 2025

Im Februar stellten Senat, Kühne-Stiftung und Kühne Holding AG ihre Pläne für ein neues Opernhaus auf dem Baakenhöft in der HafenCity vor.
Seitdem gibt es viel Kritik an diesem Vorhaben – und am undemokratischen Verfahren. Trotzdem ist zu erwarten, dass die Pläne bald unverändert der Bürgerschaft zur Abstimmung vorgelegt werden.
Dieses Positionspapier bündelt die Kritikpunkte.
Wir laden alle ein, es zu unterschreiben und damit Einfluss auf das weitere Vorgehen von Senat und Bürgerschaft zu nehmen.

Unterstütze unsere Petition und mach mit!
Zur Petition


Unsere Kritikpunkte

1. Für eine transparente Öffentlichkeitsbeteiligung!

Ob Hamburg eine neue Oper braucht und wie das letzte freie, für öffentliche Nutzung vorgesehene Grundstück in der HafenCity gestaltet wird, darf nicht allein von Milliardären und Regierenden entschieden werden.
Es braucht ein offenes Beteiligungsverfahren.

2. Erinnerung und Aufarbeitung sind keine Worthülsen!

Kühne + Nagel profitierte im Nationalsozialismus massiv von „Arisierungen“.
Das Raubgut wurde am Baakenhafen zwischengelagert.
Mit einer Oper würde Klaus-Michael Kühne sich ein Denkmal setzen – ohne dass die Beteiligung an NS-Verbrechen wirklich aufgearbeitet ist.

3. Für die Bewahrung von Erinnerungsorten!

Der Baakenhafen war Umschlagplatz für Soldaten und Waffen für deutsche Kolonien – und für den Völkermord an den Herero und Nama.
Ein Opernbau würde diesen zentralen Erinnerungsort überschreiben.

4. Für eine Oper in der Innenstadt!

Die denkmalgeschützte Staatsoper an der Dammtorstraße ist gut angebunden und belebt die Innenstadt.
Eine Sanierung für ca. 150 Mio. Euro ist möglich und sinnvoll.

5. Für klimafreundliches Bauen im Bestand!

Ein Neubau verursacht enorme CO₂-Emissionen.
Sanieren ist klimafreundlicher – und hält das Baakenhöft für andere Nutzungen frei.

6. Die neue Oper ist kein selbstloses Geschenk!

Die Stadt müsste über 250 Mio. Euro für Grundstück, Hochwasserschutz, Freiflächen und Infrastruktur tragen – zusätzlich zu laufenden Kosten für Betrieb und Instandhaltung.

7. Nicht noch ein „Leuchtturm“-Projekt!

Mit Elbphilharmonie und Elbtower gibt es bereits teure Prestigeprojekte.
Ein weiteres Symbolbauwerk ist keine Lösung für Hamburg.

8. Für eine lebendige Kultur und breite Kulturförderung!

Kultur ist keine Leistungsschau der „Weltspitze“, sondern lebt von Vielfalt und Vielstimmigkeit.


Unterzeichner*innen

Eine breite Allianz aus Initiativen, Vereinen, Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen und Einzelpersonen unterstützt dieses Positionspapier.

Solidarität mit der Bevölkerung in Gaza und mit der israelischen Friedensbewegung: Den Druck auf die israelische Regierung erhöhen

28. August 2025

Erklärung des Bundessprecher*innenkreises der VVN-BdA vom 22.08.2025

  • Stopp der Offensive zur völkerrechtswidrigen Besetzung Gazas
  • Beendigung der illegalen Landnahme im Westjordanland
  • Waffenstillstand und Verhandlungen für die Freilassung der Geiseln und eine dauerhafte Friedensregelung sofort
  • Umfassende Versorgung der Bevölkerung in Gaza durch die Vereinten Nationen

Hunderttausende Menschen in Israel haben seit Sonntag mit Demonstrationen und Streiks ein Ende des Krieges in Gaza und dem Westjordanland und die Freilassung der verbleibenden Geiseln der Hamas und ihrer Verbündeten gefordert. Das ist ein beachtlicher (Mobilisierungs-) Erfolg der israelischen Demokratie- und Friedensbewegung, der den innenpolitischen Druck auf die Regierung Netanjahu erhöht hat. Jetzt gilt es im Sinne und zusammen mit unseren befreundeten israelischen und palästinensischen Organisationen diesen Druck aufrechtzuerhalten und zu verstärken.

Wir fordern von der deutschen Bundesregierung den sofortigen Stopp aller Waffenlieferungen an Israel.

Die geplante Ausweitung des Krieges, die Wiederbesetzung des Gazastreifens durch israelische Streitkräfte und die Siedlergewalt im Westjordanland sowie die damit einhergehende illegale Landnahme sind nicht durch das Völkerrecht gedeckt. Diese konstanten Brüche des Völkerrechts müssen im Sinne einer ehrlichen und offenen Partnerschaft zwischen der BRD und Israel Konsequenzen haben. Die Menschen in Gaza dürfen nicht auf dem Altar der Interessen der deutschen Rüstungslobby geopfert werden. Wie unsere Freund*innen in Israel sind wir der Überzeugung, dass das derzeitige Vorgehen der israelischen Regierung den Menschen in Israel und Palästina keinen Frieden bringen wird. Der Kampf gegen eine Kultur des Hasses, wie sie beispielsweise die Hamas verkörpert, und die Stärkung demokratischer Strukturen kann nicht mit Waffengewalt erreicht werden.

Weiterhin fordern wir von der Bundesregierung sich an der Lieferung und direkten Verteilung von Nahrungsmitteln, Medikamenten und weiteren überlebenswichtigen Gütern an die hungernde Bevölkerung in Gaza zu beteiligen.

Es muss dabei sichergestellt werden, dass die Verteilung der Lieferungen nicht durch Abwurf von Paketen aus der Luft, sondern direkt durch die Vereinten Nationen als unabhängige internationale Organisation erfolgt. Falls nötig, müssen die Lieferungen und Verteilstationen von Soldaten unter einem UN-Mandat vor Angriffen geschützt werden. Die Bundesrepublik muss im Sinne einer Beendigung der humanitären Katastrophe im Gazastreifen mit einer auskömmlichen Finanzierung dieser UN-Mission zu einem Gelingen beitragen. 

Wir wünschen unseren Freund*innen in Israel und Palästina weiterhin viel Kraft und Mut. Wir stehen in dem Kampf für Demokratie, Frieden und Menschlichkeit weiterhin an eurer Seite!

Aufruf zur 333. Mahnwache am Stadthaus

19. August 2025

Am Freitag, den 22. August 2025 laden wir, gemeinsam mit der Initiative Gedenkort Stadthaus, zur 333. Mahnwache ein. Seit 2018 stehen wir Woche für Woche an der Stadthausbrücke, um an die Opfer des NS-Terrors zu erinnern und einen würdigen Gedenkort einzufordern.

Das Stadthaus war während der NS-Zeit die Zentrale von Gestapo und Kriminalpolizei in Hamburg und Norddeutschland. Hier wurden Widerstandskämpfer:innen verhört, gefoltert und in den Tod getrieben. Dieser Ort des Schreckens wurde später zu einem Luxusquartier umgebaut – Hotels, Gastronomie und teure Wohnungen prägen heute das Ensemble. Der versprochene 750 Quadratmeter große Gedenkort schrumpfte auf einen viel zu kleinen Raum zusammen. Themen wie Widerstand fehlen weitgehend, die Verantwortung für das Erinnern wurde privatisiert.

Mit unseren Mahnwachen machen wir sichtbar, dass Hamburg dieser Verantwortung nicht entkommen darf. Wir fordern: Ein würdiger Gedenkort für den Widerstand gehört ins Zentrum der Stadt!

Die 333. Mahnwache findet statt am:
📍 Stadthausbrücke / Ecke Neuer Wall
🕔 Freitag, 22.08.2025, 17–18 Uhr

Wir rufen alle Hamburger:innen auf, sich uns anzuschließen – gegen das Vergessen, für ein würdiges Gedenken und für eine Stadt, die sich ihrer Geschichte stellt.

Noch Plätze frei: Bildungsreise zur Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau im September 2025

4. August 2025

Das Auschwitz-Komitee organisiert im September 2025 wieder eine einwöchige Bildungsreise zur Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Die Fahrt richtet sich an Menschen, die sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus und ihren Auswirkungen bis in die Gegenwart auseinandersetzen möchten.

Die Reise findet vom 5. bis 12. September 2025 statt. Sie beginnt mit zwei Tagen in Krakow, wo sowohl die Geschichte der Stadt unter deutscher Besatzung als auch das heutige Polen Thema sind. Anschließend wohnt die Gruppe in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim und besucht von dort aus die ehemaligen Lager Auschwitz, Birkenau und Monowitz.
Begleitend gibt es Raum für Austausch, Reflexion und gemeinsame inhaltliche Arbeit. Die Reise wird gemeinschaftlich vorbereitet und gestaltet, auch die Anerkennung als Bildungsurlaub in Hamburg ist möglich.

Das Auschwitz-Komitee freut sich über interessierte Einzelpersonen oder Kleingruppen, die mitfahren und sich aktiv in die Planung einbringen möchten.

Bei Interesse melden unter:
auschwitzreise@stiftung-auschwitz-komitee.de

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