Mittwoch, 15. Mai, ab 11 Uhr

9. Mai 2013

Mai 1933: Zuerst brannten die Bücher…“ Eine Veranstaltung des Arbeitskreises „Bücherverbrennung – Nie wieder!“ Verboten – verbrannt – vergessen? 13. Marathon-Lesung aus den verbrannten Büchern. Hamburg liest gegen das Vergessen und setzt damit ein Lese-Zeichen gegen Rechts.

Ort: Gedenkplatz der Bücherverbrennung am Isebek-Kanal, Kaiser-Friedrich-Ufer/Ecke Heymannstraße.

Dienstag, 14. Mai, 19 Uhr

9. Mai 2013

Film und Gespräch: „Der Tag, an dem die Bücher brannten“, D 2003, Dokumentation von Henning Burk. Gast: Helga Obens.

Ort: Kommunales Kino Metropolis, Kleine Theaterstr. 10.

Sonntag, 12. Mai, 17 Uhr

9. Mai 2013

      Film: „Unterwegs als sicherer Ort“, D 1997, Dokumentation von Dietrich Schubert. Der Film beschreibt die Flucht- und Lebenswege der jüdischen Familie Finkelgruen und die wenig bekannte Verfolgung von Juden durch die Nazis außerhalb Europas bis ins chinesische Shanghai.

Gast: Peter Finkelgruen. Eine gemeinsame Veranstaltung mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Ort: Kommunales Kino Metropolis, Kleine Theaterstr. 10.

Sonntag, 12. Mai, 11 Uhr

9. Mai 2013

Gedenken für die Opfer von Faschismus und Krieg. Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg – zum Tag der Befreiung  am 8. Mai 1945. Rede: Christian Arndt  – Musik: Chor Hamburger GewerkschafterInnen. Danach am Ehrenhain eine Rede von Ilse Jacob.

Ort: Friedhof Ohlsdorf, am Mahnmal für die Opfer von Faschismus und Krieg.

Freitag, 10. Mai, ab 11 Uhr

9. Mai 2013

 „Mai 1933: Zuerst brannten die Bücher…“ Eine Veranstaltung des Arbeitskreises „Bücherverbrennung – Nie wieder!“ Verboten – verbrannt – vergessen? Hamburg liest gegen das Vergessen und setzt damit ein Lese-Zeichen gegen Rechts  – Lesung aus den verbrannten Büchern an verschiedenen Plätzen der Stadt.

 

ElbinselGypsiFestival

9. Mai 2013

Am 12. und 13. April fand im Bürgerhaus Wilhelmsburg das 5. ElbinselGypsyFestival statt. Wie gewohnt, waren rund 400 Besucher(innen) begeistert von den vier Bands, die das musikalische Programm gestalteten: das Café Royal Salonorchester und Schmitto Kling & Hot the Zigan mit abwechslungsreichem Repertoire, das verschiedenste Stile umfasst, die Gitarren-Virtuosen Vano Bamberger u. Band und schließlich die Bremer Nachwuchs-Combo Gypsy Diamonds mit herrlichen Einlagen ihrer jungen, aber schon stimmgewaltigen  Sängerin  und des Wilhelmsburgers Benjamin Weigand.

Erstmals hatte in diesem Jahr nicht nur die Familie Weiß, sondern der Landesverein der Sinti in Hamburg mit eingeladen. Damit wurde deutlich: Es gibt eine Organisation, die die Interessen der Sinti im politischen Raum vertritt. So saß dann auch der 2. Vorsitzende Robert Mechau mit auf dem Podium, nachdem Petra Rosenberg und Romano Hanstein aus den Biographien ihrer Väter gelesen hatten: die Geschichte der Verfolgung und die Geschichte der Enttäuschung über ausbleibende Anerkennung des Unrechts und fortgesetzte Ausgrenzung und Stigmatisierung bis heute.

Durchweg waren die Besucher(innen) erschüttert über das Gehörte. Für viele war es neu, dass auch heute Sinti am liebsten unter sich bleiben, um sich weitere Enttäuschungen zu ersparen. Damit sich etwas ändert, haben Bürgerhaus und Landesverein eine Broschüre mit dem programmatischen Titel „Das Ziel heißt Respekt! Der lange Weg der Sinti und Roma zur Gleichberechtigung“ zum Festival herausgegeben und diese Broschüre fand großes Interesse. Sie ist auch über die VVN-BdA Hamburg zu beziehen.

Auch die Foto-Ausstellung, die die Hamburger Fotografin Marily Stroux auf Anregung einer Schulkameradin vieler Weiß-Kinder Anfang der 1960er Jahre unter dem Titel „Da gab es doch auch andere Vergangenheiten“ gestaltet hat, fand großes Interesse. Die Fotos stammen allerdings fast alle von der Familie Weiß, da sich auch auf einen Aufruf im Wilhelmsburger Insel-Rundblick keine weiteren Zeitzeug(inn)en aus de Mehrheitsgesellschaft fanden. Wer weiß, vielleicht hat ja das Festival dazu beigetragen, dass die Ausstellung noch Zuwachs bekommt.

Wer mehr über das Leben der Sinti in drei Generationen erfahren will, kann das schon bald: Am 5. Juni bietet die Landeszentrale für politische Bildung zusammen mit dem Landesverein der Sinti eine Veranstaltung mit dem Überlebenden Rigoletto Weiß, seinem Sohn Robert (Vorsitzender des Landesvereins) und seinem Enkel Arnold an. (18 Uhr, Gästehaus der Universität).

Cornelia Kerth

Gedenken am Bullenhuser Damm

9. Mai 2013

Am 20. April wurde in Anwesenheit des israelischen Gesandten Emmanuel Nahshon in der früheren Schule am Bullenhuser Damm an eines der schlimmsten Verbrechen der Nazis kurz vor Kriegsende erinnert. Am 20. April 1945 wurden hier 48 Menschen ermordet, darunter 20 jüdische Kinder, 24 sowjetische Kriegsgefangene, zwei französische Ärzte und zwei niederländische Pfleger. Zugegen war auf der Feierstunde auch der Auschwitz-Überlebende Jitzchak Reichenbaum, der in den 1980er Jahren zufällig aus der Zeitung erfahren hatte, dass sich auch sein Bruder unter den ermordeten Kindern befand. Die Kinder waren von Auschwitz in die Schule verschleppt worden und dienten als Material für die Menschenversuche des SS-„Arztes“ Kurt Heißmeyer. Er spritzte TBC-Bazillen in die Lungen der Kinder, was ihnen unvorstellbare Schmerzen bereitete. Als sie danach immer noch am Leben waren, wurden sie erhängt.

Nach dem Krieg betrieb Heißmeyer unbehelligt in der DDR eine Klinik, wurde dann aufgespürt und verstarb 1967 in der Haft. Der Lagerkommandant Arnold Strippel starb 1994 als freier Mann. Zuvor wurde das Verfahren gegen ihn wegen angeblicher Verhandlungsunfähigkeit eingestellt, außerdem wurde der Massenmörder mit 121 500 DM „Haftentschädigung“ fürstlich belohnt.

Über das Verbrechen vom Bullenhuser Damm war lange Zeit nichts bekannt. Erst mehr als dreißig Jahre später begann der unvergessene Journalist Günther Schwarberg mit seinen Nachforschungen. Die Ergebnisse seiner Tätigkeit sind heute in Büchern nachzulesen und in der Gedenkstätte und im benachbarten Rosengarten zu besichtigen.

   Hans-Joachim Meyer

Ankommen?! Nicht ohne Beratung!

9. Mai 2013

Das Projekt “Infomobil” wurde im September 2009 von Aktivist(inn)en des Café Exils gegründet, um Flüchtlinge und andere Migrant(inn)en bei der Durchsetzung ihrer Rechte zu unterstützen.

Nach ca. eineinhalb Jahren regelmäßiger Beratungsarbeit vor der Sportallee (Zentrale Erstaufnahmestelle) orientierte sich die Projektgruppe des Cafés Exil in ihrem Themenschwerpunkt neu. Vor allem aufgrund von Anfragen ehemaliger und damals minderjähriger unbegleiteter Flüchtlinge beschlossen wir, uns mit der Situation im Kinder- und Jugendnotdienst (KJND) zu beschäftigen.

Ende September 2010 erhielt der KJND in Hamburg die Zuständigkeit für die Erstaufnahme von minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen. Die Erstaufnahme beginnt für die Jugendlichen mit einem Erstgespräch im KJND. In diesem wird zu allererst die Richtigkeit des von dem/der Jugendlichen angegebenen Alters angezweifelt. Die dabei erfolgte Alterseinschätzung passiert nahezu willkürlich und führt häufig dazu, dass Minderjährige volljährig gemacht werden. Die Folge ist eine komplette Aberkennung ihrer Rechte als Minderjährige. Des Weiteren werden die Angaben aus dem Erstgespräch, die auch Fragen zu Reiseweg und Fluchtgründen beinhalten, mitunter an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) weitergegeben und im darauf folgenden Asylverfahren verwertet. Eine solche Weitergabe der vertraulichen Daten aus dem Erstgespräch an andere Behörden ist rechtswidrig.

Das Misstrauen, welches diesem Erstgespräch – um nicht zu sagen Verhör – zu Grunde liegt, steht in massivem Gegensatz zum Versorgungsauftrag, den der KJND eigentlich hat, und widerspricht der Idee, einen Schutzraum für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Dieser Widersprüchlichkeit wollen wir durch Beratung der Jugendlichen und durch Öffentlichkeitsarbeit entgegentreten.

Wir sind ein politisches Projekt. Die Beratungsarbeit stellt für uns einen Akt praktischer Solidarität dar. Neben der Beratungsarbeit ist es unser Ziel, auf verschiedenen anderen Wegen die rassistische Migrationspolitik in Deutschland und Europa zu bekämpfen.

Das Projekt steht allen offen, die unser antirassistisches Selbstverständnis teilen.

Adresse: http://cafe-exil.antira.info/infomobil-sportallee/

      melli

Rechte Burschenschaft lässt Schüler Mensur schlagen

9. Mai 2013

 Im Haus der für ihre ultrarechte Gesinnung bekannte Burschenschaft „Germania Königsberg zu Hamburg“ fanden Anfang April „pennale Mensuren“ zweier Schüler-Burschenschaften statt: der Hamburger „Chattia Friedberg“ und der Kieler „Gymnasialen Burschenschaft Germania“. Insgesamt hielten sich 40 Burschenschaftler in der Villa der „Germania Königsberg“ auf. Anwesend war auch Björn Neumann, der bei der Bürgerschaftswahl 2011 auf Platz zwei der NPD-Liste kandidiert hatte. Angeblich handelte es sich um eine Gefälligkeit, weil die Schüler-Burschenschaften über kein eigenes Domizil verfügten. Besonders die „Chattia“ pflegt enge Kontakte zur Neonazi-Szene.

hjm

 

Polizist provoziert vor jüdischer Schule

9. Mai 2013

Der Angestellte im Polizeidienst Andreas W., der zum Objektschutz eingeteilt worden war, stellte sich vor die von ihm bewachte Joseph-Carlebach-Schule (die frühere Talmud-Tora-Schule) im Grindelviertel in Positur, zeigte einen Totenkopf , fotografierte sich und stellte das Bild ins Internet. Der Totenkopf war offenbar eine Anspielung auf die SS-Totenkopfverbände. Der aus Lübeck stammende Polizist ist kein Unbekannter. Er soll mehrfach Ausländer beschimpft und seinen Kollegen die Lektüre von Hitlers „Mein Kampf“ empfohlen haben. Er wurde von Polizeipräsident Kopitzsch mit sofortiger Wirkung entlassen. Geprüft wird, ob ein Strafverfahren wegen Verwendung verfassungsfeindlicher Kennzeichen eingeleitet wird.

Die Frage, warum ein für seine Nazigesinnung bekannter Polizist ausgerechnet eine jüdische Schule bewachen sollte, muss die Polizei allerdings noch beantworten.

        hjm

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